Noternten, Schlachtungen und Existenzsorgen: Hitzewelle lässt Bayerns Landwirte verzweifeln

Von Nils Mayer · 7. August 2026 um 19:00

Eine beispiellose Hitzewelle trifft Bayern mit voller Wucht. Während mancherorts jahrzehntealte Temperaturrekorde purzeln, kämpfen die bayerischen Landwirte mit den Folgen der nicht enden wollenden Trockenperiode. Wer kann, der rettet Weizen und Mais mit einer vorgezogenen Noternte. Andere müssen ihre Kühe schlachten, weil nicht mehr genug Futter auf dem Feld wächst. Der Bayerische Bauernverband (BBV) schlägt Alarm und warnt in einer Pressemitteilung vor „desolaten Zuständen“ auf Bayerns Feldern und Höfen.

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„Es gibt wirklich nichts schönzureden“, meint Ralf Huber, BBV-Bezirkspräsident Oberbayern. Den Landwirten geht wegen der Hitze nicht nur das Futter aus, auch die Ernteerträge brechen in manchen Fällen um die Hälfte ein.

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Weizen besonders von Hitze betroffen

Besonders schlimm trifft es den Weizen. „Der kann bei Temperaturen um die 40 Grad einfach nicht wachsen“, sagt Huber. „Ich bin keiner, der gerne jammert, aber heuer ist es sehr schlimm“, so der Bezirkspräsident. Von der Politik fordert er nun schnelle Hilfe. Vor allem in Form der steuerfreien Risikoausgleichsrücklage.

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„Dadurch können Landwirte sich in guten Zeiten steuerfrei Geld zur Seite legen, um solch schlimme Phasen einigermaßen zu überstehen“, bringt der niederbayerische Bauernpräsident Siegfried Jäger die Forderung auf den Punkt. „Die Politik braucht aber mal wieder viel zu lange.“ Er kritisiert, dass sich die Regierung in Berlin nur selbst blockiert und nicht angemessen auf die Not der Bauern reagiert. „Wir Landwirte brauchen dringend mehr Unterstützung, aber nicht nur finanzieller Art.“

Klimawandel auf Bayerns Feldern angekommen

Der Klimawandel sei längst auf Bayerns Feldern angekommen. „Wir müssen endlich aufwachen“, meint Jäger. Zuspruch kommt nicht aus Berlin, dafür aus München. Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber stellt sich auf Nachfrage der Mediengruppe Bayern hinter den BBV-Vorschlag. „Die Bundesregierung wurde aufgefordert, die Risikoausgleichsrücklage so schnell wie möglich umzusetzen.“

Die heimischen Betriebe bezeichnet sie gar als „kritische Infrastruktur“, die es zu schützen gilt. „Der Freistaat unterstützt Betriebe, wo er in eigener Verantwortung handeln kann“, erklärt sie. Das letzte Wort bei entscheidenden Fragen haben laut Kaniber aber oft Berlin oder Brüssel.