Energiewende: Wo steht Regenstauf im Landkreis Regensburg bei dem Thema?

Von Sieglinde Geipel · 6. August 2026 um 17:00

Mehr als 60 interessierte Bürger nutzten die Gelegenheit, sich bei der Zukunftsradtour zum Thema Energiewende im Rahmen der Bayerischen Energietage über aktuelle Projekte in Regenstauf zu informieren. Eingeladen hatte der Markt Regenstauf auf Initiative des Klimabeirats.

Nach der Begrüßung am Rathaus durch Bürgermeister Josef Schindler und Klimaschutzmanagerin Veronika Preis erhielten die Teilnehmer zunächst einen Überblick über die Ziele der kommunalen Energiewende und die Fortschritte, die der Markt Regenstauf zusammen mit seinen Bürgerinnen und Bürgern und Unternehmen bereits erreicht hat.

70 Prozent des Verbrauchs aus den Erneuerbaren

Veronika Preis erläuterte die Zusammenhänge von Klimaerwärmung und Energieverbrauch und machte deutlich, dass die beiden Schlüssel für eine unabhängige und treibhausgasneutrale Energieversorgung einerseits in der Einsparung von Energie und anderseits in der Umstellung auf heimische erneuerbare Energien liegen würden. Regenstauf sei beim Strom auf einem guten Weg, da im vergangenen Jahr bereits über 70 Prozent des Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien auf dem Gemeindegebiet bilanziell gedeckt wurden. Bürgermeister Schindler fasste Hintergründe und Wissenswertes der vier zu besichtigenden Stationen zusammen.

Erste Station war der neue Pelletheizcontainer am Rathaus. Dort konnten die Besucher einen Blick in die Biomasseanlage werfen, die seit dem Frühjahr 2026 das Rathaus und das Alte Kloster nahezu vollständig mit erneuerbarer Wärme versorgt. Durch den Umstieg von Erdgas auf Holzpellets lassen sich jährlich rund 70 Tonnen Kohlendioxid einsparen.

Am neuen Feuerwehrgerätehaus erläuterten Klimaschutzmanagerin Veronika Preis und Kommandant Tobias Eberl das nachhaltige Energiekonzept des Gebäudes. - Foto:

Anschließend führte die Radtour nach Diesenbach. Im dortigen Umspannwerk erklärten Ulrich Wagner von der Wimex Group und Sarah Breu von der Windpower GmbH die Bedeutung leistungsfähiger Stromnetze für den weiteren Ausbau der Photovoltaik. Sie gingen auf die Funktionsweise des neuen Umspannwerks, die Einspeisung des erzeugten Solarstroms sowie die Rolle von Speichern und intelligenter Netzsteuerung ein. Auch die Chancen regionaler Wertschöpfung und Beteiligungsmöglichkeiten wurden angesprochen.

Großes Interesse fand auch die Besichtigung des neuen Feuerwehrgerätehauses in Diesenbach. Nach einer Einführung von Klimaschutzmanagerin Verena Preis zur Luft-Wasser-Wärmepumpe übernahm Kommandant Tobias Eberl die Führung durch das Gebäude. Er erklärte die technische Ausstattung des neuen Gerätehauses, stellte Fahrzeughalle und Funktionsräume vor und vermittelte den Besuchern, wie moderne Feuerwehrtechnik und ein energieeffizientes Gebäudekonzept heute Hand in Hand gehen.

Wären Batteriespeicher eine Lösung?

Im Anschluss führte die rund zwölf Kilometer lange Tour auf dem Regental-Radweg über Regendorf und Laub zur kommunalen Photovoltaik-Freiflächenanlage an der Gutenbergstraße. Dort informierten Schindler und Preis über die Stromerzeugung der Anlage sowie über mögliche zukünftige Entwicklungen zur weiteren Verbesserung des Anlagenkonzeptes, wie Batteriespeicher, sogenannte Stromgemeinschaften oder Energysharing. Verschiedene Möglichkeiten werden derzeit geprüft.

An jeder Station nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Der Austausch über Chancen und Herausforderungen der Energiewende vor Ort war ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung. Ganz nebenbei leisteten die Teilnehmer auch einen Beitrag zur Aktion Stadtradeln: Mit der gemeinsamen Tour kamen rund 600 Fahrradkilometer zusammen.