UN warnt: El Niño soll im Herbst für Starkregen und Dürren sorgen

Von Daniela Laitinen · 9. August 2026 um 10:17

2024 galt bislang als das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der Rekord könnte in diesem Jahr gebrochen werden, sagt die Weltwetterorganisation (WMO). Das Wetterphänomen El Niño werde weltweit für heftige Wetterkapriolen sorgen – von massivem Regen mit Überschwemmungen bis hin zu extremen Dürren und Ernteausfällen. In den Augen von UN-Generalsekretär António Guterres gibt es dafür auch einen eindeutigen Grund.

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Was sich im Jahresverlauf bereits andeutete, wird sich zum Jahresende offenbar fortsetzen. 2026 wird nach bisherigem Kenntnisstand ein Jahr der Wetterextreme. Schuld daran soll laut WMO der alle zwei bis sieben Jahre auftretende El Niño sein, der von der nordamerikanischen Wetterorganisation NOAA im Spätfrühjahr bestätigt wurde. Nach einem außergewöhnlich trockenen Frühling und einem bislang überdurchschnittlich heißen Hochsommer soll es mit den Extremen im Herbst weitergehen.

Was ist El Niño?

El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, bei dem sich das Wasser im tropischen Pazifik stark erwärmt und die Passatwinde schwächer werden, erfährt man beim Deutschen Wetterdienst. El Niño tritt alle zwei bis sieben Jahre abwechselnd mit La Niña auf, die kaltes Meerwasser in den Pazifik spült und dadurch die Passatwinde verstärkt. Beide können das weltweite Wetter durcheinanderbringen, wobei El Niño mehr Macht zugesprochen wird.

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Auch 2026 soll El Niño sehr stark sein, heißt es in einer Mitteilung der WMO. Die Ozeane seien schon wärmer als gewöhnlich – um 2,9 Grad laut WMO – und zusammen mit El Niño werde diese Kombination das Klima auf dem ganzen Globus bestimmen. Die WMO geht davon aus, dass die Anomalien im November ihren Höhepunkt erreichen werden.

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UN: Vor allem fossile Brennstoffe verusachen Klimakrise

„Während wir mit Krieg und Instabilität ringen, verschärft sich eine weitere Krise – eine Krise, die keine Grenzen kennt und weltweit Leben und Existenzgrundlagen zerstört“, sagte Guterres in New York. Guterres kritisierte gleichzeitig ein teilweises Schweigen zu den Gründen: „Wir hören viel über Rekordhitze, Dürren und Waldbrände – aber nicht genug über die eigentliche Ursache dieser Ereignisse: die sich beschleunigende Klimakrise, die durch fossile Brennstoffe angetrieben wird.“

Wie das Wissenschaftsportal „forschung-und-wissen.de“ berichtet, ist fast rund um den Globus mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen zu rechnen. Besonders deutlich in Afrika, Südeuropa, auf der Arabischen Halbinsel, dem indischen Subkontinent, in Ostasien, Mittelamerika, der Karibik, dem südlichen Afrika, weiten Teilen Südamerikas und in Neuseeland. Mit massiven Niederschlägen sei indes am Horn von Afrika, in Teilen Zentralasiens, in Südeuropa, im westlichen Nordamerika südlich des 45. Breitengrads und im Südosten Südamerikas zu rechnen. Trockener fallen die Aussichten den Experten zufolge für den indischen Subkontinent, den Süden und Osten Australiens, den südlichen Teil Mittelamerikas, Teile der Karibik, den Nordwesten Südamerikas und für Nordeuropa aus. Heißt zusammengefasst: Im Spätherbst könnte der Globus von massiven Überschwemmungen und Dürren heimgesucht werden.

El Niño wird auch in Deutschland zu spüren sein – aber anders

Auf Deutschland hat das Klimaphänomen El Niño grundsätzlich keine direkten Auswirkungen, heißt es bei Wettexperten übereinstimmend. Trotzdem wird er auch hier zu spüren sein. Die von der WMO befürchteten Dürren in Indien, Südostasien und Südamerika könnten zu Ernteausfällen etwa bei Kaffee, Reis und Kakao führen, berichtet die ARD. Erneute Preissteigerungen hierzulande sind dann wohl die Folge.