Abschlussfeier: PBZ in Furth im Wald entlässt 64 pädagogische Fachkräfte

Von Maria Bastek · 30. Juli 2026 um 17:22

Das Pädagogische Bildungszentrum (PBZ) Furth im Wald (Landkreis Cham) hat am Mittwoch im Veranstaltungszentrum ATT 64 Absolventinnen und Absolventen feierlich verabschiedet. Erstmals konnte die Fachakademie für Sozialpädagogik einen Doppeljahrgang verabschieden. Insgesamt erhielten 46 staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher sowie 18 staatlich geprüfte Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger ihre Abschlusszeugnisse.

Das PBZ vereint unter seinem Dach die Fachakademie für Sozialpädagogik, die Berufsfachschule für Kinderpflege sowie das Zentrum für pädagogische Fortbildung. Die Einrichtung ist im vergangenen Schuljahr auf 198 Schülerinnen und Studierende angewachsen. Wegen der steigenden Zahl der Auszubildenden wurden zusätzlich Klassenräume im ehemaligen Bibliotheksgebäude am Schlossplatz bezogen.

Neue stellvertretende Schulleiter vorgestellt

Musikalisch eröffnet wurde die Feier mit dem Lied „You Raise Me Up“, vorgetragen von der Klasse F1 unter der Leitung von Eva Potwika. Schulleiterin Manuela Schambeck begrüßte die Absolventen mit ihren Familien sowie Vertreter aus Politik, Schulträger, Praxiseinrichtungen und Kollegium. Bei dieser Gelegenheit stellte sie außerdem die neuen stellvertretenden Schulleiter Christian Liegl und Theresa Rauscher vor.

Heuer gab es erstmals eine zweite Abschlussklasse, deren Schüler ihre Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher abgeschlossen haben. - Foto: Maria Bastek

Der stellvertretende Landrat Martin Stoiber gratulierte im Namen des Landkreises Cham und verwies auf den hohen Bedarf an pädagogischen Fachkräften. Die Absolventen hätten mit Unterricht, Praktika und Prüfungen Ausdauer und Engagement bewiesen. Nun beginne ein neuer Lebensabschnitt. Er wünsche ihnen einen Arbeitsplatz, „an dem Ihr Beruf zur Berufung wird“, und dankte zugleich Eltern, Familien und Lehrkräften für ihre Unterstützung.

Sandro Bauer erinnert an die Gründung

Bürgermeister Sandro Bauer erinnerte an die Gründung des PBZ im Jahr 2017. Dass nun erstmals ein Doppeljahrgang verabschiedet werden könne, zeige die erfolgreiche Entwicklung der Einrichtung. Mit der Geschichte eines Holzfällers, der seine Axt nicht mehr schärfte, warb er für lebenslanges Lernen und regelmäßige Weiterbildung. Gute Werkzeuge und die Bereitschaft, sich stetig weiterzuentwickeln, seien wichtige Voraussetzungen für den beruflichen Erfolg.

Auch die Klassensprecher der Fachakademie und der Berufsfachschule richteten das Wort an die Festgäste. Sie bedankten sich bei Lehrkräften, Praxisanleitungen und Familien für die Unterstützung während der Ausbildung. In ihren Worten erinnerten sie daran, dass Kinder vor allem Menschen brauchen, die ihnen Sicherheit, Respekt und Vertrauen schenken. Passend dazu zitierten sie die Reformpädagogin Maria Montessori mit ihrem bekannten Leitsatz: „Hilf mir, es selbst zu tun.“

Die neuen Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger - Foto: Maria Bastek

In ihrer Festrede stellte Schulleiterin Manuela Schambeck das Thema Neurodivergenz in den Mittelpunkt. Menschen nähmen ihre Umwelt unterschiedlich wahr, lernten auf verschiedene Weise und brächten unterschiedliche Stärken mit. Gerade diese Vielfalt bereichere den pädagogischen Alltag. Am Beispiel einer gemeinsam geplanten Abschlussfahrt verdeutlichte sie, dass verschiedene Vorstellungen am Ende zu guten gemeinsamen Lösungen führen können.

Den angehenden Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen gab Schambeck mit auf den Weg, Kindern mit Offenheit und Wertschätzung zu begegnen. „Kinder erinnern sich später oft nicht daran, welches Arbeitsblatt sie bearbeitet oder welches Lied sie gesungen haben. Sie erinnern sich aber daran, wer ihnen zugehört, an sie geglaubt und ihnen Mut gemacht hat“, sagte sie. Zum Abschluss wünschte sie den Absolventen, ihren weiteren Weg mit Herz, Neugier, Geduld und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu gehen.

Schulgemeinschaft ist eng zusammengewachsen

Ein besonderer Moment war die Übergabe der Abschlusszeugnisse an die Absolventinnen und Absolventen. Unter dem Applaus der Gäste wurden die jungen Fachkräfte einzeln auf die Bühne gebeten und für ihre Leistungen gewürdigt. Dabei wurde deutlich, wie eng die Schulgemeinschaft während der Ausbildungszeit zusammengewachsen ist und mit welchem Stolz Lehrkräfte, Familien und Wegbegleiter diesen Erfolg feierten.

Die leistungsbesten Absolventen wurden besonders gewürdigt. - Foto: Maria Bastek

Emotionaler Höhepunkt war die Verabschiedung der drei Abschlussklassen. Begleitet wurde sie von einer Präsentation mit Kinder- und Jugendfotos der Absolventen, die für viele bewegende Momente sorgte. Den musikalischen Schlusspunkt setzten Schülerinnen unter der Leitung von Susanne Goricnik, begleitet von Walter Preis an der Gitarre. Anschließend klang der Abend bei einem gemeinsamen Essen und Musik in geselliger Runde aus.

Das sind die Besten:

Berufsfachschule für Kinderpflege: Franziska Laubmeier 1,2 Notendurchschnitt, Fachakademie für Sozialpädagogik: Theuerkauf Johanna 1,11, Julia Hutter 1,22 + Hochschulreife, Lilly Rötzer 1,28, Theresa Knott 1,30, Ronja Bücherl 1,33, Lena Bauer 1,34, Viola Mona 1,36, Mona Malterer 1,40, Florian Dirscherl 1,47 + Hochschulreife, Maya Mühlbauer 1,47 und Linda Sacher 1,50.