Hitze in Zahlen: Kosten für Getränke um 60 Prozent gestiegen – mehr Neubauten mit Klimaanlage

Von Friederike Klett · 2. August 2026 um 15:00

Die neue Hitzewelle ist angerollt und bringt den Sommer richtig in Schwung. Bis zu 40 Grad sind in Bayern möglich. Die Auswirkungen des extremen Wetters schlagen sich in vielen Bereichen nieder: Von Preissteigerungen über das Baugewerbe bis zum Gesundheitssektor. Das Bayerische Landesamt für Statistik hat einige Auswirkungen zusammengefasst.

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In Schwimmbädern steigen die Eintrittspreise, ebenso sind Sonnenschutz und Erfrischungsgetränke in den vergangenen Jahren merklich teurer geworden. In Neubauten werden immer häufiger Klimaanlagen verbaut. Die Zahl der Hitzetoten geht laut dem Landesamt zurück, ebenso wie die Zahl der hitzebedingten Behandlungen im Krankenhaus.

Eintritt für Freibäder ist teurer

Zur Abkühlung ins Becken springen – das ist besonders bei Temperaturen jenseits der 30 Grad eine bewährte Strategie. Dafür müssen Verbraucher allerdings immer tiefer in die Tasche greifen. Seit 2020 sind die Eintrittspreise um 32,2 Prozent gestiegen, im Vergleich mit dem Jahr 2015 ist der Eintritt sogar im Schnitt um 41,1 Prozent in die Höhe geklettert.

Einen kleinen Lichtblick gibt es aktuell. Im Juni sind die Eintrittspreise im Vergleich zum Vormonat wieder um etwa 0,5 Prozent im Schnitt gesunken. Allerdings waren sie im Juni des vergangenen Jahres noch um 1,4 Prozent günstiger.

Und wenn man ins Freibad geht, braucht man auch die passende Badekleidung. Die ist ebenfalls teurer geworden, teilt das Landesamt für Statistik mit. Für Männer sind die Preise im Vergleich zu 2020 um 21,5 Prozent angestiegen, für Frauen um 16 Prozent.

Preise für Getränke und Sonnenschutz stark angezogen

Genug trinken ist wichtig. Und das gilt ganz besonders bei Hitze. Doch auch Mineralwasser und Erfrischungsgetränke sind in den vergangenen Jahren erheblich teurer geworden, wie die Zahlen des Landesamtes zeigen. Bei Mineralwasser ist der Preis seit 2015 25,8 Prozent angestiegen, im Vergleich zu 2020 sind es 22,9 Prozent. Kürzlich haben sich die Preise für Mineralwasser allerdings wieder etwas erholt: im Juni 2026 ist es im Schnitt wieder um 5,6 Prozent günstiger geworden.

Noch spürbarer ist der Preisanstieg bei anderen Erfrischungsgetränken. 60 Prozent mehr müssen Verbraucher im Vergleich zu 2015 dafür im Schnitt hinblättern. Auch zwischen 2020 und 2026 beträgt der Preisunterschied 37 Prozent. Im Vorjahr waren Erfrischungsgetränke noch 0,1 Prozent günstiger als in diesem Juni.

In der prallen Sonne ist es auch empfehlenswert den Kopf zu bedecken. Doch auch Mützen, Kappen und Hüte sind nicht von den Preissteigerungen ausgeschlossen. 44,2 Prozent mehr kosten die Kopfbedeckungen im Vergleich zu 2015. Und selbst von Mai bis Juni sind die Preise noch einmal um 0,6 Prozent nach oben gegangen. Sonnenschirme sind in den vergangenen zehn Jahren um 37,4 Prozent teurer geworden.

Krankenhäuser behandeln weniger hitzebedingte Fälle

Wie viele Menschen bisher im Sommer 2026 aufgrund von Hitze in Krankenhäusern behandelt werden mussten, ist noch nicht bekannt. Die letzten Zahlen, die das Landesamt für Statistik teilt, stammen von 2024. Zu den Diagnosen, die unter diese Kategorie fallen, gehören Hitzeschlag und Sonnenstich sowie ein sogenannter Hitzekollaps (Hitzesynkope).

Im Jahr 2024 wurden in Bayerischen Krankenhäusern insgesamt 156 Patientinnen und Patienten aufgrund von „Schäden durch Hitze und Sonnenlicht“ vollstationär behandelt. Das sind 25 Fälle (13,8 Prozent) weniger als im Vorjahr. Bezogen auf den Zeitraum der Jahre 2000 bis einschließlich 2024 waren es jährlich durchschnittlich 288,4 Behandlungsfälle, mit dem absolut niedrigsten Wert von 114 Fällen im Jahr 2020. Die Höchstwerte stammen aus den Jahren 2015 und 2003 mit 552 beziehungsweise 530 stationären Behandlungen. Beide Jahre brachten dementsprechend sehr heiße Sommer mit sich.

Hitzetote waren 2025 auf niedrigem Niveau

Hitzetote hat das Landesamt für Statistik für die Jahre von 2018 bis 2025 geschätzt. Erstmals gab es um Juni 2024 regionale Berechnungen zur hitze-assoziierten Sterblichkeit in Bayern. Obwohl 2025 im Vergleich zu den Vorjahren eine ähnliche Anzahl von Hitzetagen hatte, ging die Zahl der Toten wegen der Hitze zurück. 77 Menschen starben in dem Jahr.

Vergleichsweise wenige Hitzetage sowie die niedrigste Zahl hitze-assoziierter Todesfälle stellte das Landesamt im untersuchten Zeitraum für das Jahr 2024 mit 45 hitze-assoziierte Sterbefällen fest. Dagegen waren es 2018 mit 463 Todesfällen, 2019 mit 422 und 2022 mit 747 Toten besonders hohe Werte.

Für das Jahr 2022 ist allerdings auch die Corona-Welle mit in die Zahlen einzubeziehen, die während der warmen Jahreszeit über das Land rollte. Dazu kamen viele Hitzetage.

In Bayern werden immer weniger Klimaanlagen produziert

Trotz häufiger Hitzewellen ist die Produktion von Klimaanlagen und -geräten in Bayern in den letzten Jahren eher zurückgegangen. Im Jahr 2025 wurden landesweit rund 67.000 solcher Geräte hergestellt. Im Jahr 2020 waren es noch 108.000 Stück. Damit nahm die Produktion von Klimageräten im Freistaat in den letzten fünf Jahren um 38,1 Prozent ab.

Dabei war die Produktion besonders im Jahr 2024 sehr gering. Zuletzt ist sie wieder leicht gestiegen. Wertmäßig ist die Produktion seit 2020 um 2,9 Prozent auf fast 458 Millionen Euro im Jahr 2025 angewachsen.

In Neubauten werden immer mehr Kühlungsanlagen verbaut

Dabei gibt es einen gegenläufigen Trend bei Anlagen zur Kühlung: Die werden in Bayern immer öfter in neu errichteten Wohngebäuden verbaut. 2025 verfügten 3,7 Prozent der in dem Jahr fertiggestellten Häuser über eine solche Anlage. 2015 waren es noch 1,9 Prozent. Allerdings ist die Zahl der fertiggestellten Wohnhäuser zurückgegangen: Von 23.074 fertiggestellten Neubauten 2015 zu 15.206 im Jahr 2025.

Besonders häufig sind die Anlagen in neugebauten Mehrfamilienhäusern mit 13 oder mehr Parteien zu finden. In dieser Kategorie lag der Wert 2025 bei 7,6 Prozent – mehr als doppelt so hoch wie der Wert bei Häusern insgesamt.

Deutlich höhere Werte zeigen sich bei Gebäuden, die der Ausbildung, der Arbeit oder der Versorgung von Menschen dienen. So verfügen 38,1 Prozent der 63 fertiggestellten Schulgebäude über eine Anlage zur Kühlung. Bei den 282 neu errichteten Büro- und Verwaltungsgebäuden beträgt der Anteil 37,2 Prozent. Von den 46 fertiggestellten Anstaltsgebäuden, also beispielsweise Krankenhäuser und Pflegeheime, sind 26,1 Prozent entsprechend ausgestattet.