Gemeinde Regenstauf schützt sich vor einer möglichen Sturzflut

Das fertige Konzept zum Schutz vor einer Sturzflut soll den Regenstaufer Bürgern im September vorgestellt werden. Der Kindergarten in der Marktgemeinde im Landkreis Regensburg bekommt eine zweite integrative Gruppe.
Der Marktgemeinderat Regenstauf hat sich in seiner Juli-Sitzung mit einer Reihe wichtiger kommunalpolitischer Themen befasst. Im Mittelpunkt standen das Sturzflutkonzept mit ersten Maßnahmen in Eitlbrunn, die Weiterentwicklung der Kinderbetreuung, die Bestätigung der neuen Seniorenvertretung und der Weihnachtsmarkt.
Einen breiten Raum nahm das Sturzflutkonzept ein. Bürgermeister Josef Schindler erinnerte an die Starkregenereignisse von 2024 in Eitlbrunn, die den Anstoß für die Erarbeitung eines Sturzflutrisiko-Konzepts gemeinsam mit dem Ingenieurbüro EBB gegeben hatten. Das Konzept soll im September dem Marktgemeinderat und in den Bürgerversammlungen in Regenstauf, Steinsberg und Karlstein gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Planungsbüro vorgestellt werden.
Noch vor der Fertigstellung werden in Eitlbrunn bereits erste Maßnahmen umgesetzt. Vorgesehen sind Arbeiten am Durchlassgraben, der Bau eines Einlaufbauwerks und einer Flutmulde sowie Rahmendurchlässe am Steinsberger Graben.
Die Gesamtkosten der Vorabmaßnahmen belaufen sich auf rund 421 300 Euro. Davon sollen noch im Jahr 2026 die Rahmendurchlässe am Steinsberger Graben sowie Geländeanpassungen mit einem Kostenvolumen von rund 172.000 Euro umgesetzt werden. Die weiteren Maßnahmen mit Kosten von rund 249.000 Euro sind für 2027 vorgesehen. Beim Wasserwirtschaftsamt wird ein Antrag auf Förderung sowie auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn gestellt. Der Fördersatz wird voraussichtlich 50 Prozent betragen. Für den Bau des Durchlassgrabens, des Einlaufbauwerks und der Flutmulde werden allerdings noch Grundstücksflächen benötigt; die Verhandlungen mit den Eigentümern sind derzeit noch nicht abgeschlossen. Der Marktgemeinderat stimmte den Vorabmaßnahmen einstimmig zu.
Kita-Gruppen für 39 Kinder mit Förderbedarf
Einstimmig bestätigte das Gremium außerdem die Wahl der neuen Seniorenvertretung. Nachdem der Marktgemeinderat bereits im Juni die Mitglieder des Gremiums berufen hatte, wählten diese inzwischen Michael Drindl zum Vorsitzenden und Thomas Bonkowski zu seinem Stellvertreter. Das Amt der Schriftführerin übernimmt Helga Lautenschlager.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Kinderbetreuung. Für das Kindergartenjahr 2026/2027 wird in Eitlbrunn eine Regelkindergartengruppe in eine Integrativgruppe umgewandelt. Bereits seit September 2024 besteht dort eine Integrativgruppe. Die auf 15 Kinder reduzierte Gruppengröße und der höhere Personalschlüssel ermöglichen eine intensivere individuelle Förderung sowie mehr Zeit für jedes einzelne Kind. Aufgrund des steigenden Bedarfs an integrativen Betreuungsplätzen sollen künftig zwei Integrativgruppen eingerichtet werden. Für das kommende Kindergartenjahr werden neun Integrationsplätze benötigt. Die Kinder werden in zwei Gruppen mit fünf beziehungsweise vier Förderplätzen betreut.
Auf Nachfrage aus dem Gremium erläuterte Kämmerer Andreas Seitz, dass für alle Kinder entsprechende ärztliche Diagnosen vorliegen. Insgesamt besteht im Markt Regenstauf derzeit ein Bedarf für 39 Kinder mit besonderem Förderbedarf. Davon besuchen 30 Kinder aus dem westlichen Gemeindegebiet die Integrativgruppen im Kindergarten am Märchenbrunnen. Seitz betonte außerdem, dass ausschließlich Kinder aus der Gemeinde aufgenommen werden. Der Marktgemeinderat stimmte der Einrichtung einer zweiten Integrativgruppe zu. Es gab drei Gegenstimmen.
Der Marktgemeinderat befasste sich mit dem Weihnachtsmarkt am zweiten Adventswochenende. Das Gremium sprach sich einstimmig dafür aus, die bewährte Organisation während der laufenden Wahlperiode beizubehalten, sofern die erforderlichen Haushaltsmittel zur Verfügung stehen. Der Weihnachtsmarkt wird vom Markt Regenstauf gemeinsam mit den Vereinen veranstaltet. Während die Vereine die Bewirtung sowie den Verkauf übernehmen und der Erlös ihnen zugutekommt, organisiert der Markt die Veranstaltung.
Gemeinde stemmt Kosten des Weihnachtsmarkts
Dazu gehören unter anderem das Bühnenprogramm, Werbung, Genehmigungen, verkehrsrechtliche Anordnungen, Gema-Gebühren, Haftpflichtversicherung, Sicherheitskonzept, Sicherheitsdienst, Bühnentechnik und Sanitätsdienst. Für diese Leistungen entstehen dem Markt jährlich Sachkosten von rund 30 000 Euro. Marktgemeinderat Josef Angerer fragte, ob die Vereine künftig einen Teil der Kosten übernehmen sollten. Im Gremium stieß dieser Vorstoß auf Ablehnung. Hans Dechant betonte, dass den Vereinen keine zusätzlichen Kosten entstehen dürften. Ohne ihr Engagement sei der Markt nicht möglich.