Was der neue Realsschulleiter von Furth im Wald als größte Herausforderung sieht

Von Alexander Frimberger · 28. Juli 2026 um 17:00

Vor den Sommerferien war an der Realschule noch eine wichtige Personalie zu erledigen. Am Dienstagvormittag wurde das Geheimnis gelüftet, wer die Nachfolge der scheidenden Schulleiterin Ulrike Partl-Mahlendorf antritt. Es ist Markus Gruber, der von Roding in die Drachenstadt wechselt.

Statt einer gemütlichen Sitzgruppe, auf der man sonst im Büro von Partl-Mahlendorf Platz genommen hat, steht dort jetzt ein einfacher Tisch mit einigen Stühlen. Die persönlichen Möbel habe sie der Schülermitverwaltung gespendet, verrät die scheidende Rektorin. „Die können sie gebrauchen“, sagt sie und lacht.

Zahlreiche berufliche Stationen durchlaufen

Noch bis zum 31. Juli ist sie an der Schule, hat aber bereits einen Schlussstrich gezogen. „Ich habe noch einiges zu erledigen“, sagt sie. Deswegen findet das Pressegespräch nicht in ihrem Büro und auch ohne ihre Anwesenheit statt.

Ihr Nachfolger heißt Markus Gruber. Der 58-Jährige ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Aufgewachsen in Bodenwöhr, lebt er heute in Nittenau. Seine berufliche Laufbahn bis in die Grenzstadt ist lang. Zunächst aber hat er das Gymnasium in Regensburg besucht, anschließend auch in der Domstadt Mathematik und Physik studiert. Ist er dann auch musikalisch, wie man es vielen Mathematikern nachsagt? Wohl eher nicht, gibt er zu.

Für die Realschule hat er sich ganz bewusst entschieden. Diese Altersgruppe hat ihn besonders interessiert. Auf dem Gymnasium sei es bei höheren Jahrgangsstufen schon beinahe Erwachsenenbildung und die Grundschule sei für seinen Geschmack zu verspielt.

Mit Konrektor Peter Schmid habe er gemeinsam studiert, danach ging es gemeinsam ans damals noch existierende Staatsinstitut in Pasing. „Wir waren in den Jahren 1994 und 1995 der letzte Jahrgang, der dort das Referendariat gemacht hat“, sagt der Further Konrektor. Danach wechselte Gruber unter anderem nach Eichstätt, Augsburg, Nabburg und Neunburg. Anschließend folgten Zeiten als stellvertretender Schulleiter in Viechtach, Regensburg und seit einem Jahr in Roding.

Was ihn gereizt hat an der Stelle, erklärt Gruber so: Er habe ein intaktes Schulgebäude vorgefunden, dessen Sanierung nach zehnjähriger Bauzeit im Jahr 2023 erst abgeschlossen worden ist. Außerdem kennt er neben Peter Schmid unter anderem Stefanie Pscherer und Matthias Schreiner, beides Mitglieder der Schulleitung. „Es ist ein gutes Lehrerkollegium“, sagt der neue Schulleiter und ergänzt: Auch wenn man es nicht genau sagen könne, hoffe er, dass es genau so bleibt.

Besonders freut er sich, dass er mit seinem Wechsel innerhalb des Sachaufwandsträgers bleibt. Der Landkreis Cham lege großen Wert auf seine weiterführenden Schulen. „So etwas findet man selten, das sind traumhafte Bedingungen“, so Gruber. Schulen in anderen Landkreisen würden Cham darum beneiden, bestätigt Schmid.

Grubers Plan ist es, zunächst einmal Verantwortung gegenüber seinen Lehrern zu übernehmen. Die Herausforderung bestehe darin die Schülerzahlen stabil auf 400 bis 420 zu halten. „Von einer Steigerung möchte ich gar nicht sprechen“, sagt er mit Blick auf die Geburtenraten. Außerdem stehe man in ständiger Konkurrenz mit anderen Schulformen.

So etwas findet man selten, das sind traumhafte Bedingungen.Markus Gruber über den Sachaufwandsträger Landkreis Cham

Vieles habe Partl-Mahlendorf in den letzten Jahren schon angestoßen. Die Digitalisierung wurde vorangetrieben, man ist MINT-Schule, wobei naturwissenschaftliche Fächer gestärkt werden, und Furth ist gute gesunde Schule geworden. Insgesamt fünf Zertifikate habe man sich erarbeitet, sagt Schmid. Was Gruber dabei besonders freut ist, dass das nicht nur einfach Urkunden sind, die an der Wand hängen. Die Themen würden im Schulalltag gelebt.

Das möchte er auch in Zukunft so weiterführen. Erfahrungen habe er im Programm Erasmus PAD, das den Pädagogischen Austausch mit Schulen in anderen Ländern fördert. Auch hier sei der Weg mit den Kontakten nach Tschechien schon bereitet. Schulpatenschaften und gegenseitige Besuche sollen in Zukunft noch intensiviert werden.

Die Waldbühne hat Gruber mit seinen Kindern besucht

Furth im Wald ist für den neuen Schulleiter kein unbeschriebenes Blatt. Den Drachenstich hat er schon gesehen und auch die Waldbühne hat er mit seinen Kindern besucht. Als klar wurde, dass seine Bewerbung angenommen wird, hat er sich mit seiner Frau in der Stadt umgesehen und natürlich Gefallen daran gefunden. Vor allem auch daran, dass die Schule mitten in der Stadt und nicht am ihrem Rand liegt.

Mit 58 Jahren denkt Markus Gruber natürlich noch nicht an den Ruhestand. Sicher soll aber sein, dass Furth im Wald seine letzte Station ist. „Es ist eine Herausforderung, der ich mich aber gerne stelle“, sagt er. Wenn er dann einmal in den Ruhestand geht, möchte er von sich sagen können, er habe etwas erreicht. Und er hofft, er kann sich auch danach noch in der Stadt sehen lassen.