Ferienstart in Bayern: Nächste Hitzewelle und volle Straßen zu Reisebeginn erwartet

Von Isabel Metzger · 28. Juli 2026 um 05:00

Das letzte große Schwitzen ist noch nicht einmal zwei Wochen her. Jetzt rollt die nächste Hitzewelle auf Bayern zu – wieder mit unerträglich hohen Temperaturen von bis zu 38 Grad. Auch am Reisetag mit der alljährlich größten Staugefahr, am Samstag nach Beginn der Sommerferien im Freistaat und in Baden-Württemberg, werden Werte über 35 Grad erwartet.

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Noch haben wir Juli – und bereits zwei längere Hitzeperioden liegen hinter uns. Verglichen zu dem, was wir Ende Juni im Freistaat erlebten, hatten sich die Temperaturen, die rund um Pfingsten herrschten, noch wie ein Hitzewellchen angefühlt. „Da waren wir noch nicht dauerhaft im 30-Grad-Bereich“, erklärt Meteorologe Jürgen Schmidt von Wetterkontor.

Das änderte sich dann aber ab dem 19. Juni, als die nächste Heißphase startete und bis zum 30. Juni anhielt. In diesem Zeitraum wurden in der Region teils noch nie dagewesene Juni-Werte gemessen. An der Wetterstation in Aldersbach im Landkreis Passau waren das Schmidt zufolge am 28. Juni 38,6 Grad. In Chieming im Landkreis Traunstein stieg das Thermometer am 27. Juni auf 36,2 Grad und in Zwiesel im Bayerischen Wald sogar noch höher – auf 36,3 Grad.

„Diese Hitzewelle trat ungewöhnlich früh auf“, betont Wetterexperte Schmidt im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern. Denn „im Normalfall“ würden solch hohe Temperaturen erst an den sogenannten Hundstagen zwischen 23. Juli und 23. August erreicht.

Das, was uns ab Mitte der Woche erwartet, fällt somit eher – zumindest kalendarisch – in die Kategorie „normal“. Am Donnerstag, wenn die heiße Luft aus Nordafrika angekommen ist, müsse entlang der Donau mit Werten von bis zu 38 Grad gerechnet werden, warnt Schmidt. Auch an den folgenden Tagen werde es bei 33 bis 36 Grad kaum spürbar kühler. „Warm bis heiß“ gehe es mindestens bis zum zweiten August-Wochenende weiter. Dabei seien nur lokale Schauer oder Gewitter möglich. „Es ist kein flächendeckender Regen in Sicht“, sagt Schmidt.

So viele Tage gab es schon über 30 Grad

Regensburg ist Spitzenreiter im Verbreitungsgebiet der Mediengruppe Bayern: Denn die Temperaturen lagen den Aufzeichnungen von Wetterkontor zufolge in diesem Jahr bereits an 31 Tagen über 30 Grad. Der höchste Wert wurde demnach in Regensburg am 28. Juni mit 39,5 Grad gemessen. Auch in Aldersbach und in Ingolstadt zeigte das Thermometer heuer schon an 22 Tagen über 30 Grad an. In Chieming war dies an zwölf Tagen der Fall, in Zwiesel im Landkreis Regen an zehn.

Es könnte ein neuer Jahrhundertsommer werden

Aktuell befinde sich der Sommer 2026 in den Top 5 der wärmsten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881, sagt Johannes Habermehl, Meteorologe von Meteored. Laut dem europäischen Wettermodell ECMWF soll auch der August deutlich zu warm ausfallen. „Damit ist der Sommer 2026 auf dem bestem Weg, der wärmste seit 1881 zu werden“, wird Habermehl in einer Pressemitteilung zitiert. Als Jahrhundertsommer ist das Jahr 2003 in die Wetterannalen eingegangen. Noch steht dieser (Negativ-)Rekord.

Allerdings rechnen die europäischen Wettermodelle Habermehl zufolge auch mit einem deutlich zu warmen August. Es sei von einer Abweichung von rund zwei Grad über dem langjährigen Mittel auszugehen, „mit dem Schwerpunkt in der Südhälfte Deutschlands“. Der Trend zeige ein Hin und Her an: Auf heiße Phasen könnten kurze Abkühlungen mit Gewittern und frischeren Nächten folgen, bevor die nächste Hitzewelle heranrolle, sagt der Meteorologe.

Zum Ferienstart drohen wie immer Staus

Ende der Woche beginnen die Sommerferien in Bayern und damit auch die stärkste Reisezeit des Jahres. Auf den Autobahnen dürfte es schon ab Freitag eng werden. „Besonders viel Geduld brauchen Reisende, die zum Ferienstart aus Bayern in die Urlaubsregionen im Süden fahren“, sagt Alexander Kreipl, Sprecher des ADAC Südbayern in München.

Wer dabei über den Fernpass in Tirol will, dem wird empfohlen, möglichst nicht an diesem Samstag zu fahren. Eine Demonstration führt dort – wie schon Ende Juni – zwischen 9.45 und 12 Uhr zu einer Vollsperrung. ADAC und Polizei rechnen damit, dass an diesem Tag auch alle Ausweichrouten überlastet sein werden. Wer Staus vermeiden will, hat dem ADAC zufolge aber kaum eine andere Möglichkeit als das darauffolgende Ferienwochenende abzuwarten.

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Hoch ist die Staugefahr – vor allem am Samstag – laut ADAC in Bayern auch auf der A3 zwischen Kreuz Regensburg und Passau, der A7 von Ulm in Richtung Füssen und Reutte, der A8 zwischen München und Salzburg, der A93 zwischen dem Inntaldreieck bei Rosenheim und Kufstein sowie auf der A95 von München in Richtung Garmisch-Partenkirchen und auf der A99 rund um München. Baustellen wie an der Luegbrücke auf der Brennerautobahn verschärften die Lage zusätzlich, so der ADAC.

Millionen Reisende an bayerischen Flughäfen

Mehr als sieben Millionen Reisende werden an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen in den Ferien erwartet. Besonders gefragt seien klassische „Warmwasserziele“ rund um das Mittelmeer wie Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland und die Türkei, teilt der Flughafen München mit. In diese Länder sollen demnach rund 15.700 Flüge von München aus starten – das sei mehr als ein Drittel aller in den Ferien angemeldeter Flüge in München.