Skyr, Quark oder Joghurt: Was ist gesünder?

Ist Magerquark oder Skyr besser? Skyr hat ein starkes Fitness-Image, doch Magerquark liefert oft etwas mehr Eiweiß pro 100 Gramm. Der Vergleich ist deshalb interessant, weil sich hinter dem modernen Image von Skyr oft nur kleine Unterschiede im Kühlregal verbergen.
Laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) enthält Magerquark etwa 12 bis 13 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm. Skyr liegt bei rund 11 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm. Beim Protein hat der schlichte Quark also meist einen kleinen Vorsprung.
Magerquark besser als Skyr? Zwei Vorteile überwiegen
Der Unterschied klingt gering, macht sich aber bei größeren Portionen bemerkbar. Wer 250 Gramm isst, bekommt mit Magerquark ungefähr 30 bis 32,5 Gramm Eiweiß, mit Skyr etwa 27,5 Gramm. Für die normale Ernährung ist das zwar nicht viel, für Preis-Leistungs-Vergleiche aber relevant.
Wichtig bleibt der Blick auf die Sorte: Naturprodukte ohne Zuckerzusatz lassen sich besser vergleichen als Fruchtvarianten, Proteincremes oder Dessertbecher. Sobald Zucker, Müsli oder Schokolade dazukommen, verschieben sich Kalorien, Kohlenhydrate und Preis deutlich.
Wie schneiden Skyr, Quark und Joghurt im Vergleich ab?
Skyr und Magerquark ähneln sich: Beide liefern viel Protein, enthalten wenig Fett und haben eine feste bis cremige Konsistenz. Joghurt schmeckt oft milder und frischer, liegt beim Eiweiß aber klar darunter.
Das BZfE nennt für Joghurt etwa 3 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm, was im Vergleich zu Skyr (etwa 11 Gramm) und Magerquark (12 bis 13 Gramm) deutlich weniger ist. Wer gezielt ein eiweißreiches Frühstück sucht, fährt mit Skyr oder Quark daher deutlich besser.
Skyr liegt beim Calcium vorn. Das BZfE nennt etwa 150 Milligramm Calcium pro 100 Gramm Skyr, rund 130 Milligramm bei Joghurt und etwa 90 Milligramm bei Quark. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ordnet Milchprodukte generell als Lieferanten für Eiweiß, Calcium, Jod sowie Vitamin B2 und B12 ein.
Wann lohnt sich der günstigere Griff zu Magerquark?
Magerquark lohnt sich vor allem, wenn Sie viel Eiweiß pro Euro suchen. Stiftung Warentest nannte im April 2026 für Handelsmarken-Magerquark etwa 20 Cent pro 100 Gramm. Skyr lag in dem Preisbeispiel je nach Marke bei etwa 24 bis 44 Cent pro 100 Gramm.
Diese Preisunterschiede sind nicht in jedem Markt gleich. Angebote, Eigenmarken und Bechergrößen können den Vergleich verschieben, weshalb der Grundpreis am Regal wichtiger ist als der Preis auf dem Deckel. Wenn Magerquark günstiger ist und zugleich etwas mehr Eiweiß liefert, spricht aus Kostensicht viel für ihn.
Praktisch hat Magerquark aber einen Nachteil: Er ist fester und pur oft säuerlicher. Mit etwas Milch, Wasser oder Sprudelwasser wird er cremiger, wie auch das BZfE empfiehlt. Für Dips, Overnight Oats, Pancakes oder Quarkcreme ist der Klassiker dadurch flexibel einsetzbar.
Wann ist Skyr die bessere Wahl?
Skyr lohnt sich, wenn Sie ein Produkt suchen, das direkt aus dem Becher angenehm schmeckt. Die Konsistenz ist meist glatter als bei Magerquark, und viele Menschen empfinden Skyr als weniger trocken. Für das Büro, Ihr Frühstück oder als schneller Snack kann das den höheren Preis rechtfertigen.
Wenn Sie ohnehin Milchprodukte essen und zugleich ein proteinreiches Produkt möchten, verbindet Skyr viel Eiweiß mit seinem vergleichsweise hohen Calciumgehalt. Für die reine Proteinmaximierung bleibt Magerquark aber leicht vorn.
Es muss nicht High-Protein sein. Die DGE weist darauf hin, dass viele Menschen ihren Eiweißbedarf über normale Lebensmittel decken können. Es muss also nicht das trendigste Produkt sein. Wählen Sie das Milchprodukt, das zu Ihrem Geschmack, Budget und Ihren Essgewohnheiten passt.