„Miss Moneypenny“ sagt Goodbye

Von Günter Treiber · 17. Juli 2026 um 22:48

Parsberg. Das Jubiläum 60 Jahre Edith-Stein-Realschule (ESR) mit Verabschiedung von Rektorin Ingrid Meggl wurde zu einem grandiosen Festakt. Ingrid Meggl nahm mit vielen Dankesworten Abschied von „ihrer“ Schule.

Im Lauf des langen Abends kam auch das Musische der ESR zum Tragen, denn die Big Band ließ James-Bond-Themen hören, der Chor gefiel mit einem Medley, Konrektorin Bettina Eichenseer machte es poppig und die Chorklassen 5a und 6a gaben zwei Lieder zum Besten. Schülerinnen zeigten Bewegungskunst und die Theater-AG brachte einen „ESR Chat“.

Bevor viele Grußworte gesprochen wurden, hielt Andreas Hoffmann, Ministerialbeauftragter für Realschulen, seine Festrede. „Die Edith-Stein-Realschule Parsberg feiert ihren 60. Geburtstag. Dies ist zweifellos Anlass, einen Moment innezuhalten und auf die überaus erfolgreiche Wegstrecke zurückzublicken“, sagte er.

Blick auf die Anfänge mit 91 Schülern

Er erinnerte an die ersten Tage der Realschule, die am 6. September 1966 mit 91 Schülerinnen und Schülern in behelfsmäßigen Räumen im ehemaligen Kinderheim ihren Anfang nahm. „Heute, 60 Jahre später“, so Hoffmann, „zählt die Schule knapp 800 Schülerinnen und Schüler“.

Bei so viel Zeit, die Kinder in der Schule verbringen, sei es wichtig, „dass eine Schule weit mehr leistet als die Vermittlung von Wissen und Können im 45-Minuten-Takt“, forderte Hoffmann. Die Realschule Parsberg sei da beispielhaft.

„Der Erfahrungsschatz, den diese Schule auf ihrem Weg angesammelt und von einer Generation der Schulgemeinschaft zur nächsten weitergegeben hat, ist ein großartiges Fundament“, lobte Andreas Hoffmann, „damit wird zukunftsweisende Bildungs- und Erziehungsarbeit möglich“. Mit viel Idealismus und hohem persönlichen Einsatz habe das Kollegium dazu beigetragen, dass diese Schule nicht nur Lern-, sondern auch Lebensraum sei.

Eine, die die jüngste Geschichte der ESR mitgestaltet hat, geht nun 16 Jahren in den Ruhestand: Schulleiterin Ingrid Meggl. Hoffmann blickte auf ihren Werdegang zurück: „Dein Engagement für das Fach Englisch war legendär. Du warst PET-Prüferin der Universität Cambridge, Zweitprüferin an der Universität Regensburg. Wenn es um Englisch ging, warst du unsere Miss Moneypenny: charmant, kompetent und absolut verlässlich.“

Weiter sagte Hoffmann: „Mit deiner bescheidenen, aber überzeugenden Art hast du die Schule auf Kurs gehalten. Dein Führungsstil war sozial-integrativ, kooperativ und geprägt von natürlicher Autorität.“

Ein Ehemaliger blickt zurück

Es folgten viele Grußworte, von denen man eines hervorheben muss. Nämlich das von Bürgermeister Josef Bauer, der einmal selbst Schüler der Edith-Stein-Realschule war. In launigen Worten erzählte er von seiner Zeit an der ESR, vor allem mit einem Schmunzeln vom Schulschwänzen, um mit Freunden Karten zu spielen. Pech hatte er allerdings, weil seine Mama Reinigungsfrau an der ESR war und ihm so auf die Schliche kam.

Trotzdem wurde es auch ernst, als er sagte: „60 Jahre Edith-Stein-Realschule stehen für sechs Jahrzehnte erfolgreicher Bildungsarbeit. Generationen junger Menschen wurden hier auf ihrem Lebensweg begleitet und auf ihre berufliche und persönliche Zukunft vorbereitet.“

Ingrid Meggl war Lehrerin für Englisch und Deutsch. Trotzdem stand eine Zahl bei ihrer Rede zum Schuljubiläum ganz vorne: „Die Zahl 60 steht in der Zahlensymbolik für Vollendung, Harmonie und Neuanfang. Als hochkomplexe Zahl vereint sie das harmonische Gleichgewicht, nämlich die Ziffer Sechs mit dem Göttlichen oder Unendlichen, die Ziffer Null.“

Im Weiteren warf Meggl einen Blick zurück auf Meilensteine der Schule. Alle Jahre werde Anfang Oktober mit den fünften Klassen der Edith-Stein-Tag begangen. Edith Stein stehe in besonderer Weise für die Werte Frieden, Freiheit, Toleranz, Demokratie und Menschenwürde. Deshalb darf sich die Schule seit dem Schuljahr 2013/14 als „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ bezeichnen.

Grußworte sprachen MdB Susanne Hierl, Landrat Martin Meier, Landrätin Tanja Schweiger, Elternbeirat Manfred Pantel, Personalrat Bernhard Kotissek und die Schülersprecher Valentin Rappl und Hanna Nordmann.

Am Freitag fand ein großes Schulfest statt, um das Jubiläum auch mit den Schülern gebührend zu feiern.

Festredner Andreas Hoffmann überreicht Schulleiterin Ingrid Meggl ein Präsent.
Beim Bayerischen Dreikampf – hier beim Maßkrugstemmen – waren Kraft und Ausdauer gefragt.