Neue Details zum tödlichen A3-Unfall bei Passau – Appell an gesuchten Porsche-Fahrer

Noch gibt es viele Fragezeichen nach dem Unfall am Dienstagabend auf der A3 bei Passau, bei dem ein 13-jähriges Mädchen tödlich und vier weitere Insassen schwer verletzt wurden, dennoch hat die Polizei auf Nachfrage der Mediengruppe Bayern ein paar weitere Details genannt. Außerdem richten die Ermittler einen Appell an den im Zusammenhang mit dem Unfall gesuchten Porschefahrer.
Der Unfall ereignete sich am Dienstag gegen 18.45 Uhr auf Höhe der Anschlussstelle Passau-Süd in Fahrtrichtung Pocking. Ein mit fünf Menschen besetzter BMW war hier von der Fahrbahn abgekommen und eine Böschung hinabgefahren. Ein 13-jähriges Mädchen sei noch an der Unfallstelle gestorben. Die weiteren vier Insassen – der 35-jährige Fahrer, eine 31-jährige Frau, eine Frau Anfang 20 sowie ein sechsjähriges Kind – seien schwer verletzt worden.
Nach Unfall auf der A3: Die Verletzten konnten noch nicht befragt werden
Am späten Mittwochvormittag berichtet das Polizeipräsidium Niederbayern, dass sich die Verletzten weiter in stationärer Behandlung in verschiedenen Krankenhäusern befinden. Pressesprecher Günther Tomaschko sagt gegenüber der MGB, dass wohl mindestens vier der fünf Insassen des BMW zu einer Familie gehörten. Sie haben alle die bulgarische Staatsangehörigkeit, haben aber einen Wohnsitz in Deutschland, außerhalb von Bayern. Die Identität der etwa 20-jährigen Frau sei noch nicht eindeutig geklärt.
Befragt werden konnten die Schwerverletzten laut Tomaschko zunächst noch nicht. „Vordergründig ist jetzt die Genesung der Verletzten, dann schauen wir, ob wir eine sinnvolle Vernehmung durchführen können.“ So konnten auch die Unfallbeteiligten noch keine Angaben dazu machen, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Die Ursache war am Mittwoch weiter unklar. In dem Zusammenhang sucht die Polizei unter anderem nach einem grauen Porsche 911.
Zeugen berichten von Porsche – Fahrer soll sich bei der Polizei melden
Zeugenaussagen vor Ort hätten die Ermittler auf die Spur des Porsches gebracht, so Tomaschko gegenüber der MGB. Der Sportwagen sei zum Unfallzeitpunkt möglicherweise zwischen den Anschlussstellen Passau-Süd und Pocking (etwa auf Höhe der stationären Kontrollstelle) unterwegs gewesen. Am Dienstagabend konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden, dass der Porsche-Fahrer am Unfallgeschehen beteiligt war.
Das Fahrzeug, an dem es wohl keine unfallbedingten Schäden gebe, sei nach dem Unfall in Richtung Österreich davongefahren. Nach ihm wurde unter anderem mit einem Polizeihubschrauber gefahndet. Die Polizei appelliert deswegen an den unbekannten Porsche-Fahrer, sich als Zeuge bei der Verkehrspolizei Passau unter der Telefonnummer 0851/95115021 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.
Gutachten in Auftrag gegeben
Günther Tomaschko betont im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern mehrfach, dass es noch keine gesicherten Erkenntnisse zur Unfallursache gibt. Es könne weder etwas bestätigt noch etwas ausgeschlossen werden. Auch eine technische Ursache ist denkbar. Entsprechend wurde ein technisches und unfallanalytisches Gutachten in Auftrag gegeben. Dadurch erhoffen sich die Ermittler mehr Klarheit. Aber: Bis das Ergebnis des Gutachtens feststeht, wird es laut Tomaschko Wochen dauern.