Franz Pietruska ist der neue Mann an der Spitze von „Zukunft Kelheim“

Der Kelheimer Stadtmarketing-Verein „Zukunft Kelheim“ hat einen neuen Vorsitzenden. Sein Vorgänger hat ihn nach eigenem Bekunden als guten Netzwerker kennengelernt.
Franz Pietruksa wurde vor Kurzem als neuer Vorsitzender gewählt. Der 43-Jährige lebt in Kelheim, ist von Beruf Fotograf. Sein Studio hat er seit gut drei Jahren an der Regensburger Straße. Ehrenamtlich unterstützt er nach eigenen Angaben den Verein „Rengschburger Herzen“, der sich für Menschen in Armut einsetzt, unter anderem auch für bedürftige Senioren. „Ich begleite sie als Fotoredakteur, um die wachsende Armut in unserer Heimat sichtbar zu machen. Aus diesen Beiträgen ist auch das Buch ,Facetten der Armut entstanden“, so Pietruska.
Überhaupt habe er in seinem Beruf gelernt, „dass jede Perspektive etwas Neues sichtbar macht“. Entsprechend wolle er neue Perspektiven und Ideen einbringen. Das Fundament seien aber die Erfahrungen und das Wissen der bisher Engagierten. „Ich freue mich, die Kenntnisse des bestehenden Vorstandsteams mit frischen Ideen und neuen Blickwinkeln zu verbinden“, sagt Franz Pietruska.
Sein Ziel sei es, „Bewährtes zu erhalten und gleichzeitig moderne Strukturen, zeitgemäße Kommunikation und neue Denkansätze zu nutzen, um den Verein erfolgreich in die Zukunft zu führen“.
Wichtig seien ihm im Miteinander Offenheit, Transparenz und ein respektvoller Umgang miteinander. „Ich bin überzeugt, dass die besten Ideen entstehen, wenn Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Blickwinkeln zusammenkommen“, so der 43-Jährige weiter. Deshalb freue er sich auf den Austausch mit den Mitgliedern, den Bürgerinnen und Bürgern sowie allen, die sich für die Zukunft der Region engagieren möchten.
„Kelheim ist sympathisch und hat ganz eigenen Flair“
Und fehlt dem neuen Stadtmarketing-Vorsitzenden etwas in Kelheim? „Da will ich mich erst einmal über alle Projekte informieren“, entgegnet Pietruska. An Kelheim gefalle ihm „die Sympathie, die unsere Stadt ausstrahlt. Kelheim hat einen ganz eigenen Flair. Die wunderschöne Landschaft mit ihren Alleinstellungsmerkmalen macht sie zu einer Besonderheit. Und natürlich auch die Menschen. Der persönliche und offenherzige Umgang. Man kommt schnell ins Gespräch und erkennt eine hohe Hilfsbereitschaft. Das sind hervorragende Grundwerte.“

Bürgermeister Dennis Diermeier ist jetzt qua Amt im Vereinsvorstand. Dem 35-Jährigen fallen auf Nachfrage spontan die verkaufsoffenen Sonntage ein, die gelte es besser zu bewerben, findet er. Dies solle aber Pietruskas Vorgänger Thomas Wallner keinesfalls als Kritik an sich verstanden wissen. Aber im Agieren aus der Stadtverwaltung sieht er da noch Luft nach oben, so Diermeier. Im Weiteren könnte er sich auch mehr Veranstaltungen im Rathaus-Innenhof vorstellen.
Neben Diermeier gehört auch Claudia Winklhofer, die neue Fachbereichsleiterin „Tourismus, Wirtschaft, Marketing, und Kultur“ dem Gremium an. Im Weiteren wurde Katja Listl als 2. Vorsitzende im Amt bestätigt. Ebenso engagieren sich auch künftig Rudi Studenik und Michael Büchl als weitere Vorstandsmitglieder.
So scheidet Thomas Wallner aus dem Ehrenamt
Der scheidende Vorsitzende Thomas Wallner hatte die Funktion vier Jahre inne. Der Gedanke sich nicht noch einmal für das Ehrenamt zur Wahl zu stellen, sei bereits „weit vor den Kommunalwahlen gereift“, sagt er auf die Nachfrage, ob sein Abtritt mit dem wechselnden politischen Lager an der Stadtspitze zu tun habe.

Ausschlaggebend waren laut Wallner, dass das Ehrenamt „durchaus zeitintensiv war“. Zwar laufe seine Marketing-Agentur sehr gut , doch er wolle wieder mehr Zeit für den eigenen Betrieb und insbesondere für seine Familie haben.
So habe er „lange vor der Kommunalwahl“ das Gespräch mit möglichen Nachfolgern gesucht. „Als sich Franz Pietruska als möglicher Kandidat herauskristallisierte, fühlte sich das sehr gut an.“ Zum einen habe er bei vielem einen anderen Blickwinkel als er selbst, so Wallner. Und könne so neue Ideen einbringen.
Überhaupt hätten gerade regelmäßige Wechsel an der Spitze des Vereins „Zukunft Kelheim“ zu dem Verein gemacht, der er heute sei.
Seit 2022 blieb nach Wallners Eindruck kein für ihn relevantes Thema auf der Strecke. „Die Punkte und Ideen, die mir wichtig waren, konnten tatsächlich großteils umgesetzt beziehungsweise angestoßen werden. Genau deshalb war es aus meiner Sicht der richtige Zeitpunkt, um jetzt Platz für frische Impulse zu machen.“
Der Vorgänger bei „Zukunft Kelheim“
• Vorgänger: Thomas Wallner war von 2022 bis 2026 Vorsitzender des Stadtmarketing-Vereins.
• Projekte: Als „Fokus-Thema“ schrieb sich Wallner die Digitalisierung auf die Fahnen. Die Vereinsstruktur wurde digitalisiert, der Verein erhielt einen eigenen Web-Auftritt (zukunft-kelheim.de), der Kelheimer Einkaufsgutschein ist nun virtuell erhältlich. Und bei der Ausbildungsmesse wurde 2026 erstmals ein digitales Messe-Matching zwischen Schülern und Betrieben eingeführt.
• Veranstaltungen: Mit der Stadt wurde das Format des Neujahrsempfangs modernisiert. Die jährlich steigende Teilnehmerzahl zeuge vom großen Interesse daran, so Wallner. Zudem wurden 2026 zwei neue Veranstaltungen eingeführt. Die Kulturinarik-Wochen (als Nachfolger der Schmankerlwochen) und zum Christkindlmarkt „Altstadt on Ice“.
• Verein: Der Großteil der Mitglieder sind Kelheimer Unternehmen. Für diese Zielgruppe führte das Vorstandsteam unter Wallner „Stadtmarketing konkret“ ein. Dabei handelt es sich um eine Info-Reihe mit Impulsvortägen zu aktuellen Themen. So gab es Abende zu KI oder auch zu IT-Angriffen.