Jugend setzte ein starkes Zeichen: 100 Vereine feierten mit der Landjugend Dieterskirchen

Ganz Dieterskirchen war am Wochenende auf den Beinen, um die 100-Jahr-Feier der Katholischen Landjugend (KLJB) Dieterskirchen vorzubereiten und zu etwas Besonderem zu machen. Die Bemühungen haben sich gelohnt: Es wurde ein rauschendes Fest.
1926 ursprünglich als Katholischer Burschenverein gegründet, ist Parität zwischen Frauen und Männern heute im Vorstand selbstverständlich. Vorstandsmitglied Anna Forster berichtet, dass der Verein 140 Mitglieder habe. Dies sei keine Selbstverständlichkeit. Andernorts fänden die Vereine keine Mitglieder mehr und würden aufgelöst. Das Fest sei nun Gelegenheit, „zu zeigen, was man auf die Beine stellen könne“.
Die Vorbereitungen seien zwei Wochen im Voraus angelaufen. Täglich waren zwischen 20 und 40 Personen im Einsatz. Beim Zeltaufbau nahmen 80 Freiwillige teil. Von den 140 Mitgliedern würden 95 als Festdamen und Festburschen aktiv mitmachen. Mit viel Liebe zum Detail wurde der Festplatz gestaltet. So hat man eine riesige „Disko-kuh-gel“ in Kuhform mit ca. 300 000 Silberplättchen in Handarbeit beklebt. Abends beim Diskobetrieb kam die Kugel im Scheinwerferlicht zur vollen Geltung.
Besucher konnten auf Campingplatz übernachten
Zum Fest hatten sich 100 Vereine aus Nah und Fern angemeldet. Am Sonntag wurde die Landjugend Laberweinting als der Verein mit der weitesten Anreise prämiert. Für Besucher, die abends nicht nach Hause fahren wollten oder die auch am nächsten Tag noch feiern wollten, gab es extra einen Campingplatz.

Der Eröffnungsfreitag begann mit dem Einzug des Jubelvereins und des Patenvereins Kulz ins Bierzelt und anschließendem Bieranstich. Musikalisch gab die Blaskapelle Dieterskirchen dabei den Takt vor. Später sorgten die Musiker von „Froschhaxn Express“ für Stimmung im Bierzelt.
Bürgermeisterin lobt Engagement und Kreativität
Bürgermeisterin Anita Forster (CSU) war voll des Lobes, was das Engagement und die Kreativität der Jugend anbelangte. „So eine starke Jugend, wie wir derzeit haben, hatten wir in Dieterskirchen noch nicht“, schwärmte sie. Den Grund für diese Entwicklung sieht sie darin, dass die Jahrgänge miteinander in den Kindergarten und in die Grundschule gingen und dann einen ähnlichen Entwicklungsverlauf nehmen würden. Auch aus diesem Grund sei es für eine kleine Gemeinde wichtig, die eigene Schule zu erhalten.

Die beiden Vorstände und Festleiter Simone Hutzler und Tobias Blab eröffneten das Fest mit einem Dank an die vielen Helfer. Pfarrer Urban, der neben der Bürgermeisterin und dem Jugendbeauftragten Stefan Ebenschwanger Schirmherr war, erinnerte an die 100-jährige Geschichte des Vereins und damit „an Generationen von Menschen, die unsere Heimat geprägt haben“.
Planungen begannen vor dreieinhalb Jahren
Das bedeute 100 Jahre Gemeinschaft, Zusammenhalt und pure Lebensfreude. „Ihr von der Landjugend wartet nicht darauf, dass andere die Zukunft gestalten, ihr nehmt sie selbst in die Hand“. Ebenschwanger verwies auf die dreieinhalbjährige Planungszeit und die vielfältige und kreative Werbekampagne. Er hatte die Fotobox spendiert, die sich während des Festes großer Beliebtheit erfreute.

Forster freute sich über das kreative Engagement, das in den letzten Wochen zum Vorschein kam und fasste zusammen: „Ihr habt`s echt was drauf.“ Sie verwies darauf, wie sich die Landjugend in das Geschehen des Ortes einbringe. Am Abend sorgten die „Urwaidler“ dafür, dass die Stimmung im Zelt kochte und alle auf den Bänken standen. Die Partyband „Waidler Power“ sorgte am Sonntag für gute Laune.
Festzug schien gar nicht enden zu wollen
Der Höhepunkt war der nicht enden wollende Festzug – kein Wunder, bei so vielen Vereinen, die sich beteiligten. „Es war der absolute Wahnsinn“, war das kappe und prägnante Fazit von Festleiterin Simone Hutzler.

Während des Fests musste auch die Polizei anrücken: Am Sonntag gegen 3.10 Uhr unterhielten sich ein 22-Jähriger aus dem Landkreis Schwandorf sowie eine 29-Jährige Festbesucherin gerade, als ein 21-jähriger Mann aus Rötz hinzukam. Laut Polizei schubste dieser den 22-Jährigen unvermittelt zu Boden. Nach derzeitigem Stand soll er noch mindestens zwei Mal gegen den Kopf des 22-Jährigen getreten haben.
Dieser erlitt dabei leichte Verletzungen im Gesichtsbereich und musste in einem nahegelegenen Krankenhaus behandelt werden. Den 21- jährigen Rötzer erwartet ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung.