Restaurierung der Kirche: Nach vier Jahren öffnet St. Jacobus in Regenstauf die Tore

Vier Jahre lang mussten die Gläubigen auf ihre Pfarrkirche verzichten. Nun steht die Generalsanierung der Pfarrkirche St. Jakobus in Regenstauf (Kreis Regensburg) kurz vor dem Abschluss – und erst jetzt wird sichtbar, wie umfassend die Arbeiten waren. Was zunächst als statische Sanierung begann, entwickelte sich zu einem der größten Bauprojekte der Pfarrei in den vergangenen Jahrzehnten. Am 25. Juli wird gefeiert.
Als Pfarrer Christian Blank seinen Dienst in Regenstauf antrat, war die Entscheidung für die Generalsanierung bereits gefallen. Die Planungen liefen, die Genehmigung lag vor, und gemeinsam mit der Kirchenverwaltung konnte noch vor seinem Amtsantritt der Architekt ausgewählt werden. Der eigentliche Auslöser für die umfassenden Arbeiten waren erhebliche statische Probleme des historischen Gotteshauses.
Dachstuhl und Mauerwerk massiv geschädigt
Doch schon kurz nach Baubeginn zeigte sich, dass die Herausforderungen deutlich größer waren als zunächst angenommen. Das Dach befand sich in einem wesentlich schlechteren Zustand als erwartet. Hausbock und Hausschwamm hatten Dachstuhl und Mauerwerk massiv geschädigt. Dadurch mussten sowohl der Zeitplan als auch die Kosten angepasst werden. Eine erfreuliche Überraschung brachte dagegen der Denkmalschutz: Statt eines schwarzen Schieferdachs durfte die Kirche wieder ein rotes Ziegeldach erhalten – eine Gestaltung, die dem ursprünglichen Erscheinungsbild des Gotteshauses wesentlich näherkommt.
Auch im Innenraum erwartet die Besucher ein neues Bild. Zwar wurden die historischen Kirchenbänke sorgfältig restauriert, sie stehen künftig jedoch in einer veränderten Anordnung. Die Seitenschiffe bleiben frei und schaffen mehr Offenheit und Bewegungsraum. Der Taufstein erhielt einen neuen Standort, das große Altarkreuz hängt wieder frei von der Decke und zahlreiche Kunstwerke aus der Umgestaltung von 1965 – darunter Tabernakel, Priestersitz, Osterkerzenleuchter und weitere liturgische Ausstattungsstücke – wurden restauriert und in das neue Gesamtkonzept eingebunden. Ein besonderer Blickfang wird der neu gestaltete Altarraum sein. Da der frühere Altar nicht mehr erhalten war, musste ein neuer geschaffen werden. Der Münchner Künstler Franz Steinberger entwarf einen Altar aus Dietfurter Dolomit. Aus demselben Material entstanden auch die Stele für den Tabernakel und der neue Ambo. Der bisherige Ambo erhält künftig einen neuen Platz als Buchablage vor dem Sebastiansaltar. Der Entwurf Steinbergers setzte sich in einem Künstlerwettbewerb durch, an dem eine Jury aus Vertretern der Pfarrei und der Diözese beteiligt war. Bei der Altarweihe werden Reliquien der heiligen Anna Schäffer und des heiligen Wolfgangs in den neuen Altar eingesetzt.
Bei den Bauarbeiten legte die Pfarrei großen Wert darauf, möglichst viele regionale Handwerksbetriebe einzubinden. Die Finanzierung der Generalsanierung trägt überwiegend die Diözese Regensburg. Darüber hinaus ermöglichte der Förderverein zahlreiche zusätzliche Maßnahmen, die ursprünglich nicht vorgesehen waren. So konnten unter anderem die beiden Seitenaltäre restauriert, eine Gedenktafel geschaffen und neue Altarleuchter angeschafft werden. Auch der Markt beteiligt sich großzügig an der Gestaltung der Außenanlagen.
Uhr wird wieder den Takt des Alltags anzeigen
Für Pfarrer Blank ist die Fertigstellung weit mehr als das Ende einer Baustelle. „Ich freue mich, dass sich jetzt jeden Tag etwas verändert und man Schritt für Schritt sehen kann, wie aus der Baustelle wieder eine schöne Kirche wird“, sagt er. Gerade in den vergangenen Wochen habe ihn die Frage beschäftigt, ob bis zur Altarweihe tatsächlich alles rechtzeitig fertig werde. Umso größer sei nun die Vorfreude auf die Rückkehr in die Pfarrkirche. „Für mich wird der schönste Moment sein, wenn wir nach vier Jahren wieder gemeinsam in unserer Pfarrkirche Gottesdienst feiern können und die Glocken von St. Jakobus diesen besonderen Tag begleiten.“
Mit der Wiedereröffnung kehrt nicht nur das kirchliche Leben nach St. Jakobus zurück. Viele Menschen vermissten in den vergangenen Jahren auch einen vertrauten Anblick: die Kirchturmuhr. Immer wieder fiel der Blick nach oben auf das stillstehende Zifferblatt. Nun wird die Uhr wieder den Takt des Alltags anzeigen – ein kleines, aber sichtbares Zeichen dafür, dass ein vertrautes Stück Regenstauf zurückgekehrt ist.
Die feierliche Wiedereröffnung der Pfarrkirche St. Jakobus findet am 25. Juli statt. Den Festgottesdienst mit Altarweihe zelebriert Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. Dazu sind die Gläubigen der Pfarrei sowie alle Interessierten eingeladen, die restaurierte Kirche erstmals in ihrer neuen Gestaltung zu erleben.