Enorme Preissprünge zwischen den Gemeinden: So teuer ist Bauland im Landkreis Regensburg

Wer im Landkreis Regensburg bauen will, kann für den Grund sehr tief in die Tasche greifen oder mit einem Bruchteil auskommen. Es gilt die alte Maklerweisheit, dass drei Faktoren den Preis bestimmten: Lage, Lage und Lage. Wie die aktualisierten Bodenrichtwerte zeigen, kostet der Quadratmeter Bauland in Pentling westlich der Hauptstraße 800 Euro. In einigen Ortsteilen von Brennberg oder Hemau bekommt man den Quadratmeter Wohnbaufläche dagegen schon für 70 Euro. Generell bestätigt sich – wenig überraschend – die Faustregel: Je näher an Regensburg, desto teurer, je weiter in der Landkreisperipherie desto günstiger.
So sind wie seit Jahren die höchsten durchschnittlichen Bodenrichtwerte in Gemeinden im Speckgürtel Regensburgs zu verzeichnen: Tegernheim (755 Euro pro Quadratmeter Wohnbauwert im Schnitt), Donaustauf (550 Euro), Zeitlarn (546,70 Euro), Lappersdorf (511,90 Euro) und Wenzenbach (496,40 Euro) belegen die Spitzenplätze. Am günstigsten sind im Schnitt Hemau (103,80 Euro), Brennberg (117,10 Euro), Mötzing (120 Euro), Riekofen (128 Euro) und Altenthann (131,40 Euro).
Rund ums Papst-Haus ist's nicht günstig
Zu den teuersten Ortsteilen gehören neben dem westlichen Bereich der Hauptstraße in Pentling die Lappersdorfer Baugebiete Hohensand I – VI und In der Pfeifing III sowie der Ortsteil Kareth (je 790 Euro pro Quadratmeter), gefolgt vom Lappersdorfer Ortskern und dem Pentlinger Wohnquartier an der Augsburger Straße (je 780 Euro), wo das frühere Wohnhaus Papst Benedikts XVI. steht. Am Weinberg in Tegernheim beträgt der Wohnbau-Bodenrichtwert 760 Euro pro Quadratmeter, in den Orten Donaustauf und Tegernheim jeweils 750 Euro und am Zeitlberg in Zeitlarn 730 Euro.
In Hemau oder Brennberg lässt sich beim Grund sparen
Ungleich günstiger ist das Bauen in zahlreichen Orten, die zur Stadt Hemau gehören. Je 70 Euro beträgt der Bodenrichtwert pro Quadratmeter in Eichlberg, Pellndorf, Thonlohe, Waltenhofen, Albertshofen, Angern, Berletzhof und Tiefenhüll. Auch in den Brennberger Gemeindeteilen Rankenberg und Zumhof ist der Bodenrichtwert auf 70 Euro festgelegt.
Lediglich in einzelnen Gemeinden sind moderate Steigerungen zu beobachten, wobei diese Entwicklung sowohl in Stadtumlandgemeinden als auch in Gemeinden außerhalb des Stadtumlands festzustellen ist.Marcus Dörner, Landkreissprecher
Ermittelt hat die Werte in mehreren Sitzungen jüngst der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich des Landkreises. Rückwirkend gelten sie ab Jahresbeginn. „Die neuen Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar 2026 wurden aus den Kauffällen der Jahre 2024 und 2025 abgeleitet“, erläutert Landkreissprecher Marcus Dörner. „Das heißt, die Werte bilden die Entwicklung dieser zwei Jahre ab. Insgesamt habe die Anzahl der Kaufverträge in allen Bereichen nach dem Rückgang 2023 wieder zugelegt. Im Wohnbaubereich blieben die Bodenrichtwerte auf einem stabilen Niveau. „Lediglich in einzelnen Gemeinden sind moderate Steigerungen zu beobachten, wobei diese Entwicklung sowohl in Stadtumlandgemeinden als auch in Gemeinden außerhalb des Stadtumlands festzustellen ist“, führt Dörner aus.
Preissprung bei Gewerbe, Rückgang bei Forstflächen
Stärkere Anpassungen der Bodenrichtwerte seien dagegen bei Gewerbeflächen vorgenommen worden. „In diesem Segment wurden die höchsten Steigerungen verzeichnet, die durchschnittlich bei rund 20 Prozent liegen“, sagt Dörner. Die Bodenrichtwerte von Acker- und Grünland seien überwiegend gleich geblieben, leichte Steigerungen haben sich vereinzelt bei Ackerflächen abgezeichnet. Bei den unbestockten Forstflächen habe sich hingegen landkreisweit ein Rückgang gezeigt.