Wieder ein Betrieb weniger: Gärtnerei Bauer in Waldmünchen schließt im August

Von Martin Hladik · 27. Juni 2026 um 05:00

„Wir hören zum 15. August auf“, sagt Thomas Bauer. Es fällt dem 39-jährigen Gärtnermeister, der zusammen mit seiner Frau Monika (39) die Gärtnerei Bauer führt, hörbar schwer, diesen Satz zu sagen. Man habe lange mit sich gerungen, aber „Gesundheit, Familie und Kinder gehen vor“, sagt Bauer. Aber natürlich wisse er auch: „Jedes Geschäft, das aus Waldmünchen weg geht, ist schlecht!“ Die vier Mitarbeiter seien informiert.

Damit verliert Waldmünchen nicht nur die kleine, beliebte Gärtnerei in der Innenstadt, auch die Umgegend hat wieder einen handwerklich geführten Gärtnereibetrieb weniger. Mittlerweile sind diese Gärtnereien rar.

Doch was bewegt die Bauers zum Aufhören? Als wichtigsten Grund nennt der Gärtnermeister das Problem, Arbeitskräfte zu finden. Er habe sich wirklich bemüht, aber gärtnerisches Fachpersonal zu finden, sei oberpfalzweit kaum möglich. So könne er zum Beispiel altersbedingt ausscheidende Personen nicht ersetzen. Das habe wiederum dazu geführt, dass er selbst an sieben Tagen in der Woche viel zu viel gearbeitet habe. Dabei wisse jeder, der ihn kenne: „Ich arbeite gern und viel! Manchmal waren wir zu zweit, manchmal auch ich allein.“ Zudem habe er ständig gedacht: „Jetzt darf ich nicht krank werden“, obwohl er gesundheitliche Probleme gehabt habe. Bei all dieser Arbeit habe er zu wenig Zeit für die Familie und die zwei Kinder gehabt.

Hohe Kosten für Investitionen in die Heizung

Ein zweiter Grund, den Betrieb der Gärtnerei aufzugeben, seien anstehende Investitionen. Das Gelände in Waldmünchen haben die Bauers vor 16 Jahren übernommen. „Mittlerweile ist alles abgezahlt“, sagt Bauer. Jetzt sei die Frage gewesen, ob man unter diesen Umständen weiter in den Gärtnereibetrieb investiere. Besonders abgeschreckt hätten ihn dabei die Kosten für eine neue Heizung der Treibhäuser. Eine Umstellung der Heizung auf Pellets hätte allein 100 000 Euro gekostet. Ein Fernwärmeanschluss hätte leider nicht geklappt, sagt Bauer. Dabei seien auch noch weitere Investitionen nötig. Zum Beispiel in den Laden, aber auch in die Bedeckung der Gewächshäuser. All dies summiere sich schnell zu einem hohen Betrag. Auch das sei ein Grund zum Aufhören gewesen.

Der schwerwiegendste sei aber, dass kaum Kräfte für den Gärtnereibetrieb zu finden waren. Dieser Personalnot in den grünen Berufen will Thomas Bauer künftig abhelfen. Ab September sei er bei Kolping Regen beschäftigt, um „junge Leute in grünen Berufen auszubilden“. Verkauft werde die Gärtnerei aber bislang nicht, machte Bauer deutlich. Eine Entscheidung, was damit geschehen soll, werde man erst später fällen, sagt der Gärtnermeister. Beibehalten wollen die Bauers die Grabpflege. Monika Bauer wird sich weiter um die rund 130 Gräber kümmern, deren Pflege die Gärtnerei übernommen hat .

Bereits ab 29. Juni wird es neue Öffnungszeiten geben. Die Gärtnerei wird von Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr geöffnet haben. Auch nach der Schließung am 15. August wird vor Allerheiligen für Gestecke, Musterpflanzungen und Herbstpflanzen noch einmal geöffnet werden. und zwar jeweils am Samstag, 19. und 26. September, von 8 bis 13 Uhr; im Oktober, am 2. Oktober, von 15 bis 18 Uhr sowie an den Samstagen am 10., 17., 25. und 31. Oktober von 8.30 bis 13 Uhr. Auch für Adventskränze und Christbäume wird am 21 und am 28. November noch einmal geöffnet. Größere Bestellungen bittet Thomas Bauer vorab mitzuteilen unter den Nummern 0172/3111457 oder (09972) 3000757 oder per E-Mail an Thomas_Bauer182@web.de. Ob man den Gärtnereibetreb in dieser Form auch 2027 fortführe, wisse man noch nicht.

Die Bauers werden weiter Waldmünchner bleiben

Persönlich sei ihm aber klar: „Wir wollen und werden Waldmünchner bleiben“, sagt Bauer über seine Familie. Er habe dann hoffentlich auch wieder mehr Zeit für seinen Lektorendienst in der Kirche