Kunstausstellung zeigt eine besondere Neustädter Note

Von Wolfgang Abeltshauser · 25. Juni 2026 um 11:00

Die Donau ist auch in Neustadt a. d. Donau Lebensraum und Begegnungsort unterschiedlichster Menschen. Eine Kunstausstellung, die am 5. Juli eröffnet wird, widmet sich jetzt auf spezielle Art und Weise der Bedeutung des Flusses für die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Region. Sie erinnert darüber hinaus an einen Menschen, den sicher viele gekannt haben.

„Die Donau verbindet – Landschaften, Geschichten und vor allem Menschen. Sie prägt unsere Region seit Generationen und ist weit mehr als nur ein Fluss: Sie ist Lebensader, Begegnungsort und Inspirationsquelle“, heißt es in einer Pressemitteilung der Kommune. Jetzt macht eine Wanderausstellung, die genau das zum Thema hat, Halt in Neustadt a. d. Donau. Sie ist unter dem Titel„Menschen am Fluss“ vom 5. Juli bis 31. Oktober 2026 in Neustadt an der Donau kostenlos zu besichtigen.

Die Ausstellung des Augsburger Künstlers Christian Schmiedbauer basiert demnach auf seinem Comic-Buch mit dem gleichnamigen Titel „Menschen am Fluss“, das vom Freistaat Bayern ausgezeichnet worden ist. In seinem grafischen Roman erzählt der Künstler nach eigenen Worten von seiner Reise entlang der Donau – von der Quelle bis zum Donaudelta am Schwarzen Meer. „Dabei porträtiert er Menschen, die an diesem Fluss leben. Ihre Geschichten und Erlebnisse zeigen auf eindrucksvolle Weise, wie der Fluss das Leben und die Identität der Anwohner beeinflusst“, heißt es im Ankündigungstext.

Sebastian Ruhfaß aus Eining im Porträt

Einer der porträtierten Zeitgenossen ist der ehemalige Fährmann aus Eining, Sebastian Ruhfaß, den Schmiedbauer kennenlernte, als er die Fähre, die Hienheim und Eining verbindet, nutzte. Für die Eröffnung der Ausstellung mit multimedialer Comic-Lesung am 5. Juli um 19 Uhr können sich Interessierte per E-Mail an mitmachen@neustadt-donau.de anmelden.

Der Ausstellungsort entlang der Donau bei Wöhr, nahe der Alten Donaustraße 54, ist während der gesamten Ausstellungszeit öffentlich zugänglich – bei freiem Eintritt. Dieser Uferbereich der Donau ist kein Neuland für Kunstwerke. Derzeit steht etwa auch der Pegelbaum vom in Neustadt bestens bekannten Anton Schaller dort, der an die Donauhochwasser erinnern soll.

Kunst am Donauwasser ist nichts Ungewöhnliches in Neustadt a. d. Donau. Am Ufer steht derzeit etwa der Pegelbaum von Anton Schaller. - Foto: Wolfgang Abeltshauser

Das Projekt „Menschen am Fluss“ wurzelt nach den Worten von Schmiedbauer auf einer Reise von ihm von der Donauquelle bis zum Donaudelta beim schwarzen Meer vor mittlerweile 26 Jahren. Einen Sommer lang war er dabei unterwegs und hat viele Menschen getroffen. Dann habe es aber bis 2020 gedauert, bis er den Plan entwickelte, all das in einem Comic-Buch zu verewigen. Fünf Jahre habe er daran gearbeitet - immer dann, wenn ihn seine Pflichten als Familienvater und Lehrer an einer Augsburger Fachhochschule Zeit dafür ließen.

Bilder und Tonmitschnitte

Das Buch besteht aus verschiedenen, voneinander unabhängigen Comic-Geschichten, die sich jeweils mit einem Menschen beschäftigen, den Schmiedbauer bei seiner Reise entlang der Donau getroffen hat. In der Ausstellung werden die Geschichten gezeigt - garniert mit Originalfotos und Originaltönen von den jeweiligen Protagonisten. Der jeweilige Comic hat das jeweilige Gespräch, das Schmiedbauer geführt hat, zum Inhalt. Ein Tonbandmitschnitt mit Worten von Ruhfaß belegt dies.

Von seiner Begegnung mit Fährmann Ruhfaß ist ihm das sehr in Erinnerung geblieben: „Der Fährmann von Eining war der beeindruckendste Mensch, den ich auf meiner Donaureise kennengelernt habe.“ Das kurze Treffen mit ihm habe sein Weltbild bereichert: „Denn wenn Dir ein charismatischer Typ etwas Wahres übers Sterben erzählt, glaubst du ihm.“ Im Nachhinein habe Schmiedbauer erfahren, dass Ruhfaß bei ihrem Aufeinandertreffen schon wusste, dass sein Leben bald zu Ende gehen würde. Der Satz „Du kannst nichts mitnehmen“ klinge im Nachhinein um so wahrhaftiger und poetischer.

Nicht nur mit Ruhfaß unterhielt er sich einige Minuten, nicht nur den Eininger nahm er per Tonband auf. All das tat er in Deutschland auch noch mit Menschen aus Enttau, Donaueschingen und Ulm, außerdem in Budapest, Wien, Vukovar in Kroatien sowie einigen Orten in Rumänien.

Das ist der Künstler Christian Schmiedbauer

Der Augsburger Grafiker Christian Schmiedbauer ist laut eigener Aussage in vielen Sparten tätig. Nicht nur in Comics hat er seine Spuren hinterlassen. Er ist demnach Mitbegründer der Kinderzeitung Logi-Fox. Er leitet Comic-Workshops zu verschiedenen Anlässen.

Seit 2012 arbeitet er als Leiter der Lehrwerkstatt an der Fachoberschule Gestaltung in Augsburg. Für Unternehmen erstellt er Illustrationen, grafische Erscheinungsbilder, Logos und Designlösungen. Er arbeitete laut eigener Aussage für Zeit-Online, große Bankhäuser und kleinere Firmen in Augsburg und Umgebung. Der gebürtige Niederbayer studierte Kommunikationsdesign an der Hochschule Augsburg und an der italienischen ISIA Urbino.