An der Realschule Furth im Wald steht ein Schulleiter-Wechsel an

Von Alexander Frimberger · 23. Juni 2026 um 19:00

Nach fünf Jahren als Schulleiterin an der Realschule, verlässt Ulrike Partl-Mahlendorf Furth im Wald. Im Gespräch blickt sie zurück auf herausfordernde und erfüllende Jahre und sagt auch, wie sich Schule und Schüler in dieser Zeit verändert haben.

Die studierte Deutsch- und Religionslehrerin bezeichnet sich selbst als „fröhlichen Christen“, wirkt aufgeräumt und ruht in sich. Natürlich erinnert sie sich an die schwierige Situation, als sie vor fünf Jahren in der Drachenstadt die Leitung der Realschule übernommen hat. Damals hatte Corona die Welt noch fest im Würgegriff. Doch sie fühlte sich von Anfang an herzlich aufgenommen.

Von Anfang an große Unterstützung erfahren

Vor allem ihre inzwischen verstorbene Konrektorin Sabine Hammer, „hat mir auf liebevolle Art und Weise die Türen aufgeschlossen.“ Das gelte nicht weniger für Ulrike Lankes. Seit 40 Jahren an der Schule in der Verwaltung tätig, habe sie ihr immer wieder wertvolle Tipps geben können. „Sie ist mir in jeglicher Hinsicht entgegen gekommen und hat mir die Schule erklärt.“

Doch Dank gebühre nicht nur zwei Personen, sondern der ganzen Schulfamilie. Das Lehrerteam, System- und Berufsbetreuer, alle hätten die Einrichtung zu dem gemacht, was sie heute ist: „Eine Schule mit Wir-Gefühl.“ Doch sie fühlte sich in den fünf Jahren in der Drachenstadt auch außerhalb der Schule von allen gut aufgenommen. „Ich habe den Ort und die Menschen sehr zu schätzen gelernt“, so die 58-Jährige.

Mit Blick auf das Erreichte, findet Partl-Mahlendorf, Schule ist ein Prozess, der sich verändert. Sie habe auf dem aufgebaut, was sie vorgefunden habe und ihr Nachfolger würde dies wieder tun. Großen Wert hat sie darauf gelegt, die Qualität zu erhöhen. „Wir stehen in großem Wettbewerb“, erklärt sie mit Blick auf Gymnasien in Bad Kötzting und Cham. Der Landkreis biete darüber hinaus in Sachen Bildung viele Chancen und Möglichkeiten. Da brauche es Orientierungshilfen für Eltern, damit sie sich für die Realschule entscheiden. Die eigne sich vor allem für Schüler, die nach der zehnten Klasse schon einen Abschluss haben wollen. Danach ist der Gang auf weiterführende Schulen oder eben der Start einer Berufsausbildung möglich.

Besagte Orientierungshilfen sind Zertifikate, die man erhalten hat. „Wir haben uns Gremien gestellt, die unsere Arbeit bewerten.“ MINT-freundliche Schule ist man geworden, das heißt, in Furth im Wald wird Wert auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gelegt. Digitale Schule, Digitale Schule der Zukunft, Berufswahlsiegel, gute gesunde Schule und einiges mehr, die Further Realschul-Pädagogen sammeln regelrecht Zertifizierungen. Auch Künstliche Intelligenz ist ein Thema. Partl-Mahlendorf findet es wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, die Gefahren und Chancen zu kennen. Der Erfolg gibt ihr recht: 45 Jugendliche befinden sich in der Abschlussklasse, 72 Neuanmeldungen könne man für das kommende Schuljahr verzeichnen.

Ereignisse, die in Erinnerung bleiben sind zum einen natürlich die Feierlichkeiten nach der Schulsanierung. 2013 gestartet, konnte das Projekt 2023 abgeschlossen werden. Der letzte Bauabschnitt, die Sanierung der Turnhalle, fiel dabei noch in ihre Amtszeit. Emotional war vor allem auch die Feier zum 75-jährigen Bestehen der Schule. „Bemerkenswert, dass sie bis heute so lebendig ist“, sagt die Religionspädagogin und zeigt ein Foto von diesem Tag, der ihr für immer in Erinnerung bleiben wird. Darauf sind alle noch lebenden ehemaligen Schulleiter und Konrektoren zu sehen.

Ich habe den Ort und die Menschen sehr zu schätzen gelernt.Ulrike Partl-Mahlendorf

Nachdenklich wird Partl-Mahlendorf bei der Frage, wie sich Schule und Schüler in den vergangenen fünf Jahren verändert haben. „Corona wirkt nach“, sagt sie, auch wenn die Allermeisten das Thema am liebsten totschweigen würden. Viele Kinder, die das in der Grundschule noch miterlebt haben,würden bis heute unter den psychischen Belastungen von damals leiden. Auch der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und weitere Krisen machen den Kindern zu schaffen.

Integration braucht viel Fingerspitzengefühl

Beim Thema Integration ist da Fingerspitzengefühl und Offenheit gefragt. „Das geht nur mit großer Offenheit seitens des Kollegiums, schließlich sind wir dafür nicht ausgebildet.“ Die Further Pädagogen haben sich dem Thema gestellt und mit einigen Klassenprojekten Erfolge erzielt.

Jetzt geht es also an die Max-Ulrich-von Drechsel-Realschule in Regenstauf. Das sei keine Entscheidung gegen Furth im Wald, sondern für die Wohnortnähe gewesen. Zusammen mit ihrem Mann und einer kleinen Katze lebt die Mutter von drei erwachsenen Kindern in Wörth an der Donau. Das tägliche weite Pendeln sei sie ein Berufsleben lang gewohnt gewesen, jetzt freut sie sich auf ihre neue wohnortnahe Aufgabe.