Die Mittelschule in Bad Kötzting kämpft mit der Raumnot

„Die Schülerzahlen explodieren.“ Das hat der Rektor der Bad Kötztinger Karl-Peter-Obermaier-Mittelschule, Mario Kleinert, am Mittwoch bei der Sitzung des Schulverbandes festgestellt. Der wiedergewählte Vorsitzende des Schulverbandes der Mittelschule, Bürgermeister Stefan Baumgartner aus Chamerau, will deshalb Druck machen bei den Planungen für neue Rauangebote: „Wir müssen in die Puschen kommen“, lautete seine Forderung.
Nicht nur um die Nutzung von Klassen- und Fachräumen kämpfen die Mittelschule und die benachbarte Grundschule seit längerer Zeit. Auch das eklatante Parkplatzproblem am Schulberg brennt weiterhin auf den Nägeln. Für Probleme sorgen dabei weniger die rund 100 Lehrkräfte, sondern vor allem die rasant steigende Zahl von älteren Schülern, die mit sogenannten Microcars zum Unterricht kommen. Verhandlungen des Schulverbandsvorsitzenden mit dem Landkreis hatten das Hauptziel, mindestens drei Stellplätze auf den landkreiseigenen Parkplätzen für Lehrkräfte der Mittelschule zu reservieren, die Material für den Werk- oder Handarbeitsunterricht anliefern müssen. Eine Einigung darüber hat sich zur Enttäuschung von Stefan Baumgartner nicht ergeben.
Immer mehr Schüler kommen mit Microcars
Vor allem wegen der nicht kalkulierbaren Zahl von Kindern aus Migrantenfamilien und von Flüchtlingen aus der Ukraine steigen die Schülerzahlen an der Bad Kötztinger Mittelschule weiterhin. Rektor Mario Kleinert und sein Konrektor Markus Fischer rechnen damit, dass die aktuell 370 Mittelschüler im neuen Schuljahr Zuwachs um weitere 20 Jugendliche bekommen werden. „Wir sind überfüllt“, sagt Mario Kleinert und verweist darauf, dass für den Unterricht wichtige Fachräume längst zu Klassenzimmern umfunktioniert werden mussten. So schön es ist, dass die Mittelschule einen guten Ruf hat, so schwierig sei die Lösung der dadurch auftretenden Probleme, gibt der Schulverbandsvorsitzende zu bedenken. Aufbauten oder Neubauten an Mittelschule und Grundschule müssten deshalb bald realisiert werden.
Zumindest die satzungsmäßigen Voraussetzungen wurden dafür in der Sitzung am Mittwochnachmittag geschaffen. Unter Leitung von Markus Schiedermeier, Geschäftsleiter der Gemeinde Chamerau, wurden Neuwahlen für die nächsten sechs Jahre Amtszeit abgewickelt. Einstimmig wurden Bürgermeister Stefan Baumgartner als Vorsitzender und Bürgermeister Markus Hofmann als sein Stellvertreter gewählt. In der Geschäftsordnung ist künftig festgelegt, dass der Vorsitzende über Ausgaben in Höhe von 7000 Euro (bisher 5000 Euro) alleine entscheiden kann, sofern die Haushaltslage das unter Wahrung des Sparzwanges zulässt. Das Sitzungsgeld für die Mitglieder wurde von 25 auf 30 Euro angehoben, der Vorsitzende wird für Termine mit 75 Euro (bisher 50 Euro) entlohnt.
Wächst die Zahl bald auf 390 Schüler an?
Fünf Mitglieder wurden für den Rechnungsprüfungsausschuss gewählt: Vorsitzender Hans Laumer (Zandt), Mario Höcherl (Miltach), Stefan Brandl (Bad Kötzting), Sabine Steinlechner (Grafenwiesen) und Markus Schmidberger (Hohenwarth).
Vorsitzender Stefan Baumgartner informierte das Gremium über die schwierigen Verhandlungen mit Betreibern von Schulbuslinien. Wegen der steigenden Dieselpreise infolge der Sperrung der Straße von Hormus sei ein Aufschlag von 30 Prozent gefordert worden. Dem wurde unter der Auflage zugestimmt, dass der Aufschlag wegfällt, sobald der Dieselpreis wieder unter 1,80 Euro je Liter sinkt.