Wie Mücken Appetit auf Mückenspray entwickeln

Sie ärgern uns manchmal bis aufs Blut: Weibliche Stechmücken lassen sich vom menschlichen Duft anlocken und Stechen dann zu, um mit unserem Blut ihre Eier zu entwickeln. Insektensprays sollen die lästigen Moskitos abschrecken. Sie hüllen uns in einen Duft, der die Tierchen abstößt. Eigentlich. Denn Forscher haben jetzt Erstaunliches herausgefunden. Die Tiere können ihre Abneigung überwinden und lernen, Mückenspray zu lieben.
Herausgefunden hat das ein Forschungsteam um Claudio Lazzari von der französischen Universität François-Rabelais Tours. Die Wissenschaftler haben ihre Erkenntnisse jetzt auch im „Journal of Experimental Biology“ veröffentlicht. Darin erklären die Biologen, wie sie die Mücken mittels pawlowscher Konditionierung darauf trainierten, den Anti-Mücken-Stoff DEET „mit einer Blutmahlzeit zu assoziieren“.
Mücken im Blutrausch durch den Geruch von Mückenspray
Für ihre Experimente sperrten die Wissenschaftler die Insekten einzeln in kleine Röhren, wie auch spektrum.de berichtet. Über ein Ventil konnten sie Insektenspray in die Nähe von Blut einspeisen. Kurz bevor die Mücken das Blut erreichten, wurden sie mit dem Anti-Mücken-Mittel DEET benebelt.
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Nach nur vier solchen Trainingsdurchläufen lernten die Tiere, den eigentlich verhassten Geruch mit der Mahlzeit zu verbinden. „Im Gegenteil, der Geruch versetzte sie nun sogar in einen Blutrausch“, heißt es bei spektrum.de. Über die Hälfte der Tiere flogen nach dem vierten Versuch von sich aus freiwillig auf den Mückenspray-Geruch zu. Auch bei Tests mit menschlichen Händen – eingesprüht und nicht eingesprüht – fiel das Ergebnis ähnlich aus.
Erinnerung an das Pawlowschen Experiment
In seiner Veröffentlichung erinnert das Wissenschaftler-Team an das berühmte Pawlowsche Experiment, bei dem Hunde nur durch das Bimmeln einer Glocke zum Sabbern gebracht wurden, weil sie auf Nahrung hofften.