Hitzige Diskussion um UTV für die Feuerwehr Waldmünchen

UTVs sind geländegängige Kleinfahrzeuge für die Feuerwehr. Zehn Stück gibt es bisher im Landkreis für Einsätze bei Waldbränden, Personenrettung und Vermisstensuche. Als „vielfältig einsetzbar“ und „sehr praktisch“ beschrieb sie Bürgermeister Wolfgang Kürzinger.
Jetzt wünscht sich die Feuerwehr Waldmünchen so ein Fahrzeug. Etwa 32 000 Euro kostet so ein Fahrzeug, trug Kürzinger in der Sitzung am Dienstag vor. 7000 Euro wolle die Feuerwehr selbst finanzieren. 10 500 kämen vom Landkreis und die Stadt müsse 14 500 Euro aufbringen – Kosten, die Kürzinger für „vertretbar“ hält.
Stadtrat Andreas Bierl (CSU) ist Kreisbrandmeister und begründete den Wunsch. Die Feuerwehr Waldmünchen betreue eine große Waldfläche und könne das Fahrzeug nicht nur für sich selbst brauchen, sondern auch für den überörtlich eingesetzten Schlauchwagenzug und den Wasserförderzug. Das Gerät sei wichtig für den Transport von Material und von für Personen zu schwer zugänglichen Einsatzorte. Bierl räumte aber ein, dass das UTV bisher nicht zu den Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr gehört habe und es auch keine staatliche Förderung gebe.
Diesen Punkt griff Stadtrat Alexander Schneider (WUL) auf, der auch Rechnungsprüfer ist. Er bezweifle nicht die Notwendigkeit der Anschaffung, dennoch sei es eine Neu- und Erstanschaffung. Solche Anträge sollten künftig in einen Feuerwehrbedarfsplan einfließen, um die Investitionen besser planen zu können. Zu bedenken gab Schneider auch, dass solche Investition auch interkommunal gedacht werden sollten und andere Rettungsdienste wie etwa die Bergwacht ähnliche Einsatzfahrzeuge hätten, die Fall des Falles genutzt werden sollten.
Kürzinger reagierte darauf, indem er auf den derzeit entstehenden Bedarfsplan für alle 16 Feuerwehren der Stadt hinwies und nochmals betonte, dass er die Größenordnung der Anschaffung im Vergleich zu anderen für „vertretbar“ halte. Bierl wiederum sagte, dass der Wunsch der Feuerwehr nach einem UTV bekannt gewesen sei. Man habe sogar zu einer Vorführung verschiedener Modelle eingeladen. Das wiederum rief die Reaktion von Oliver Brückl (WUL) hervor, der auf die knappen Kassen der Stadt verwies. Man müsse die Aufgaben priorisieren.
Für Siegfried Wagner (FWG) verlief die „Diskussion unglücklich“. Tatsache sei, dass das Gerät für die Feuerwehr notwendig sei. Sein Wunsch nach Beendigung der Diskussion und sofortiger Abstimmung, fand aber keinen Widerhall.
Andreas Eisenhart (CSU) und Simon Aumann (PWL) verwiesen beide auf die Personensuche nach einem Urlauberkind im Jahr 2021. Damals habe man gerade kleinere Wege nicht effektiv abfahren können, weil man kein entsprechendes Fahrzeug hatte, sagte Eisenhart. Aumann unterstrich diese Aussage und ergänzte, dass auch die Ausleuchtung zur Seite dabei wichtig sei. Darauf sollte die Feuerwehr bei der Anschaffung achten. Letzter Diskussionspunkt war die Stellplatzfrage, die Sandra Wittmann (SPD) aufwarf. Hier konnte Bierl beruhigen. Das sei kein Problem. Trotz der teils kontroversen Diskussion beschloss der Stadtrat einstimmig die Anschaffung des UTV für die Feuerwehr.
In einem weiteren Tagesordnungspunkt beschäftigte sich der Stadtrat mit dem Ersatz von Einsatzkosten nach Unwetter und Starkregen. Hier hatte die Stadt bisher von Bürgern keinen Kostenersatz verlangt, obwohl dies die Satzung vorsah. Auch künftig sollen die Bürger nach Unwetterschäden nicht noch Kosten für den Feuerwehreinsatz haben. Die Satzung wird in diesen Fällen nicht angewandt, beschloss der Stadtrat.