Sie kämpft dafür, die kleine Raiffeisenbank in Plankstetten zu erhalten

Während andere kleine Banken die Segel streichen, hält die Raiffeisenbank im Berchinger Ortsteil Plankstetten bisher durch. Zu verdanken ist das auch Ursula Gomringer.
Die Raiffeisenbank Plankstetten AG ist zwar eine kleine Bank, jedoch nach eigenen Angaben aber eine äußerst erfolgreiche. Die Vorstände Elmar Weiß und Walter Frank präsentierten ihren Aktionären bei der Hauptversammlung in der Post Berching die Bilanzen des Geschäftsjahres 2025.
Wie Frank aufzeigte, liegen die Forderungen an Kunden bei knapp 154 Millionen Euro, die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bei aufgerundet zwölf Millionen Euro und die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden bei gut 130 Millionen Euro. Das Eigenkapital beträgt gut 14 Millionen Euro, die Bilanzsumme 177 Millionen Euro und die Zinserträge über 8 Millionen Euro. Die Zinsaufwendungen betragen gut zwei Millionen Euro, die Gewerbesteuer beträgt 433 000 Euro, worüber sich der anwesende Bürgermeister Dietmar Zeller sichtlich freute.
Die Dividende beträgt wie im Jahr zuvor drei Euro je Stückaktie. Dem Jahresabschluss 2025 wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Braus Beratung und Revision GmbH der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt. Die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung wurde ebenfalls bestätigt.
Aufsichtsratsvorsitzende Ursula Gomringer aus Biberbach trug die Ergebnisse der gesetzlichen Prüfung vor, die in allen Punkten in Ordnung waren. Bürgermeister Zeller nannte die Raiffeisenbank Plankstetten eine verlässliche Partnerin. Das kein leeres Wort, „sondern eine Erfahrung, die wir täglich machen“, sagte der Bürgermeister. Er freute sich, dass die Bank in Plankstetten Leistungen biete, die nicht mehr überall zu finden seien. Es gibt zum Beispiel nach wie vor fest Ansprechpartner. Zeller wünschte der Raiffeisenbank weiterhin gutes Gelingen im „Haifischbecken der Bankenlandschaft“.
Bei der Hauptversammlung hatte der Vorstandsvorsitzende Elmar Weiß die Aufgabe, die Aufsichtsratsvorsitzende Ursula Gomringer zum 25-jährigen Jubiläum zu ehren. Gomringer wurde erstmals im Jahr 2000 in den Aufsichtsrat gewählt. Dieses Mandat zu übernehmen, sei angesichts der aufgeladenen Atmosphäre in der Generalversammlung nicht selbstverständlich gewesen.
Es folgten zehn aufwühlende und ereignisreiche Jahre, in denen es darum ging, die Selbständigkeit der Raiffeisenbank Plankstetten gegen permanente Angriffe von Prüfungsverbänden und Aufsichtsbehörden zu verteidigen. Auf dem vorläufigen Höhepunkt dieser Attacken fasste man 2010 einstimmig den Beschluss über einen Rechtsformwechsel in eine Aktiengesellschaft.
Dem daraufhin über der Bank hereingebrochenen Sturm an Intrigen und Verleumdungen zu widerstehen, verlangte ein Höchstmaß an Charakterfestigkeit und Zivilcourage, sagte Weiß. Gomringer habe diese Eigenschaften bewiesen, sie habe Rückgrat gezeigt und damit den Fortbestand der Bank mitgesichert, sagte Weiß. Dafür gab es donnernden Applaus in der Versammlung.
Zahl der Genossenschaftsbanken ging von 7000 auf 630 zurück
Als Weiß vor 40 Jahren in die Geschäftsleitung der Raiffeisenbank Plankstetten eintrat, wurde ihm schon damals von höherer Stelle gesagt, was er für einen Fehler machen würde, da eine Bank dieser Größenordnung keine Zukunft hätte. Die Zahl der selbstständigen Genossenschaftsbanken ging in dieser Zeit von über 7000 auf nunmehr 630 zurück.
Dass man sich in in Plankstetten gegen diesen Trend stellte, machte Plankstetten laut Weiß zur meistgehassten Bank bei Verband und Aufsicht. Unter den verbliebenen 630 Banken steht die Raiffeisenbank Plankstetten im Ranking des Bundesverbands auf Platz eins.