Am Sonntag ist es soweit: Bahn ist bereit für die Streckensanierung zwischen Passau – Obertraubling

Am Sonntag ist es soweit: Die Deutsche Bahn (DB) beginnt mit der Sanierung der Strecke zwischen Passau und Obertraubling (Landkreis Regensburg). Dauern soll die Maßnahme bis 12. Dezember. So lange sind Bahnreisende in der Region auf Ersatzbusse angewiesen, denn große Teile der Bahnstrecke sind für die gesamte Bauzeit gesperrt. Doch die Bahn versichert: Ab 12. Dezember rollen die Züge störungsfreier als zuvor.
Damit die Sanierung ohne Verzögerungen abläuft, habe es umfassende Vorbereitungen gegeben, wie das Projektteam bei einem Pressetermin am Montag auf einer Baustellenfläche nahe Straubing erklärte.
Seit zweieinhalb Jahren arbeiten DB-Projektleiterin Aslihan Gebhart und ihr Team von etwa 130 Bahnmitarbeitern auf die Umsetzung dieses Mammutprojekts hin: 120 Kilometer Gleise, 140 Weichen und 90 Kilometer Oberleitungen werden an der Bahnstrecke zwischen Passau und Obertraubling erneuert.
Die Leit- und Sicherheitstechnik sowie die Stellwerke werden modernisiert und 800 neue Oberleitungsmasten werden verbaut. Außerdem werden acht Bahnhöfe umgebaut und dabei barrierefrei gestaltet.
Sanierung kostet 1,3 Milliarden Euro
Das Ziel dieser Maßnahmen, die insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro kosten sollen, ist laut Gebhart, „die Strecke robuster und fit für die Zukunft zu machen“. Schließlich stammten manche Bauteile noch aus dem 19. Jahrhundert, was in den vergangenen Jahren einen wachsenden Instandhaltungsaufwand und eine hohe Störanfälligkeit erzeugt habe.
Um das zu ändern, stehen nun auf 55 Baustelleneinrichtungsflächen entlang der Bahnstrecke bereits zahlreiche Baumaterialien bereit. Exemplarisch führte das DB-Team am Montag über eine dieser Flächen im Gewerbegebiet Eglseer Breite bei Straubing. Hier lagern Teile von Oberleitungsmasten, die später per Helikopter oder per Lkw an ihren Einsatzort gebracht werden, und Berge von Schotter.
„Wir werden 200.000 Tonnen Schotter brauchen“, sagte Aslihan Gebhart. Bezogen wird dieser Schotter aus Werken in der Region. Die restlichen Bauteile kommen laut Gebhart aus ganz Deutschland.
Auch das Sanierungsteam ist bunt zusammengemischt: Neben den Verantwortlichen der Deutschen Bahn sind über 1500 Monteure und Mitarbeiter externer Firmen beteiligt, so Gebhart. Zu diesen Betrieben zählen die Firmen Rädlinger aus Windorf (Landkreis Cham) sowie Sidla und Schönberger aus Schöllnach (Landkreis Deggendorf). Sie werden sich laut der Projektleiterin um die Sanierung der Moorstelle bei Osterhofen (Landkreis Passau) kümmern. Hierbei werden Zementsuspensionen in den Grundwasser-mächtigen Boden gegeben, um ihn zu stabilisieren.

Seit 5. Juni ist die B8 zwischen Schalding und Sandbach gesperrt
Ein weiteres Sonderprojekt ist die Sanierung der Stützwand im Bereich der Löwenwand nahe Passau. Dafür ist seit 5. Juni die B8 zwischen Schalding und Sandbach auf einer Länge von gut drei Kilometern gesperrt. Und das wird laut Gebhart auch bis 12. Dezember so bleiben, denn: Die Stützwand soll unter anderem mit 1800 Ankern stabilisiert werden, wofür wiederum ein Bagger gebraucht werde, der die B8 blockiere. Autofahrer werden deshalb bis auf Weiteres über Windorf und Altenmarkt umgeleitet.
Für Bahnreisende hingegen wurden an den Bahnhöfen zwischen Passau und Obertraubling bereits purpurfarbene Markierungen angebracht, die sie zu den Bushaltestellen für den ab Sonntag teils schon notwendigen Ersatzverkehr bringen sollen. Denn Bauabschnitt 1 von Passau bis Plattling ist von 14. Juni bis 12. Dezember total gesperrt. Nur für den Güterverkehr wird hier von 10. Juli bis 20. September ein Gleis freigegeben sein.
Und auch bei Bauabschnitt 2 von Plattling bis Obertraubling warten Sperrungen: Zwischen Plattling und Straubing wird es von 14. Juni bis 12. Dezember ebenfalls eine Vollsperrung geben und von Straubing bis Obertraubling rollt der Bahnverkehr nur noch bis 10. Juli, danach müssen die Fahrgäste auch hier auf die purpurfarbenen Ersatzbusse umsteigen.
Infos zu Ersatzverkehr und für Anwohner
Die Ersatzbusse werden jeweils von 14. Juni bis 10. Juli, von 10. Juli bis 20. September und von 20. September bis 12. Dezember unterschiedlich weit und mit anderer Taktung fahren. Die Details dazu sind online einsehbar unter: beg.bahnland-bayern.de/de/. Des Weiteren will die Bahn über einen Kanal auf der Nachrichtenplattform WhatsApp aktuelle Informationen zum Baustand verbreiten und bietet eine Hotline an, über die Anwohner bei zu großen Störungen durch Baulärm sogar eine Ersatzunterkunft bekommen können.
„Wir sind startklar“, bilanzierte Aslihan Gebhart, die in den kommenden sechs Monaten das Baugeschehen von der vorübergehenden DB-Zentrale in Plattlings ehemaliger Papierfabrik aus überwachen wird. Und aufgrund des Erfolgs der vorangegangenen Sanierung der Bahnstrecke Regensburg – Nürnberg, die am 10. Juli wie geplant abgeschlossen werden soll, geht die DB-Projektleiterin davon aus, dass auch zwischen Passau und Obertraubling planmäßig zum 12. Dezember wieder die Züge rollen werden.