Verkehrskontrolle bei Riedenburg: Polizei nimmt Motorräder und Radfahrer ins Visier

Von Lorenz Erl · 8. Juni 2026 um 15:00

Motorradfahrer und Radfahrer gleichermaßen haben am Sonntag im Fokus einer Verkehrskontrolle gestanden, die von der Verkehrspolizei Landshut zusammen mit der PI Kelheim und dem Einsatzzug Landshut im Altmühltal vorgenommen worden ist. Vom Vormittag bis in den Nachmittag hinein waren die Polizisten sowohl auf dem Parkplatz zwischen Gundlfing und Oberhofen im Gemeindebereich von Riedenburg (Landkreis Kelheim) als auch nur ein paar Meter nebenan auf dem Fahrradweg präsent.

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„Es ist eine Verkehrskontrolle im Rahmen des Programms Sicherheit auf Landstraßen für Zweiräder“, informierte Hubertus Seisenberger als Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Landshut im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern. Nachdem das Altmühltal an sonnigen Wochenenden ohnehin stark frequentiert ist, bot sich der Parkplatz neben dem Radlweg als idealer Ort an. Insbesondere die Lärmbelästigung durch Motorradfahrer mit frisierten Maschinen ärgert die Anwohner nicht nur im Altmühltal, sondern im gesamten Zuständigkeitsbereich der Polizei.

„Es geht darum, mit den Leuten in Kontakt zu treten und sie für Sicherheit und Lärmreduzierung zu mobilisieren. Bei Motorradfahrern ist ein Helm Pflicht und natürlich selbstverständlich, aber für Fahrradfahrer ist der Helm noch freiwillig“, nannte er die Überzeugungsarbeit zu Sicherheit und Lärmschutz als Ziel der Aktion.

Neben dem Radweg hatten die Polizisten ein Zelt aufgebaut, in dem Radfahrer ihre Reaktionen auf einem E-Bike testen konnten und sich zum sicheren Verhalten auf dem Fahrrad beraten lassen konnten.

In freundlichen Gesprächen sensibilisieren

Alleine in diesen Sonntagsstunden haben Seisenberger und seine Kollegen eine wahre Vielfalt an E-Bike-Sorglosigkeiten erleben dürfen. „Manche fahren ganz ohne Helm, mitunter haben nur die Kinder einer Gruppe einen Helm auf und andere transportieren ihren Helm in der Satteltasche. Aber ein Helm bringt nur am Kopf was“, bringt der Inspektionsleiter die Sache auf den Punkt. In freundlichen Gesprächen versuchen die Polizisten, die Leute für mehr Sicherheit auf ihren Touren zu sensibilisieren, und sie scheinen damit Erfolg zu haben.

„Die Resonanzen der Leute sind super. Radfahrer haben sich auch darüber gefreut, dass so was gemacht wird“, erzählt Seisenberger von Urlaubsgästen, die derartige Aktionen in ihrem Bundesland vermissen. Radfahrern können sie nur Empfehlungen geben, bei Motorradfahrern kommen die Polizeibeamten bei Verstößen gegen das Verkehrsrecht um eine Ahndung nicht herum. Manche jungen Biker, die mit ihren Motorrädern auf dem Parkplatz anhalten mussten, sehen solche Kontrollen zwiespältig. „So eine Kontrolle hat schon irgendwo seinen Zweck, ist aber nicht angenehm“, gesteht der 25-jährige Lukas Lang aus Stein bei Nürnberg.

Polizei zieht Bilanz: 17 Verwarnungen, 70 Motorräder kontrolliert

In ihrem Pressebericht hat die Polizei am Montag Bilanz gezogen zu der Kontroll-Aktion am Sonntag. Im Überwachungszeitraum von 11 bis 17 Uhr wurden über 70 Motorräder einer Kontrolle unterzogen. Es mussten insgesamt 17 Verwarnungen wegen Verstößen gegen straßenverkehrsrechtliche Vorschriften ausgesprochen werden. In einem Fall musste wegen gänzlich fehlender Rückspiegel die Weiterfahrt untersagt werden, teilt die Polizei mit.

Gleichzeitig fand unterhalb der Kontrollstelle, am dortigen Altmühltal-Radweg, eine Präventionsveranstaltung statt. Hierzu war auch der Pedelec-Simulator aufgebaut, der laut Polizei regen Zuspruch fand und von über 50 Radfahrern genutzt wurde. Mit dem Pedelec-Simulator können die Benutzer die Fahrt auf einem Pedelec testen und hierbei das Fahrverhalten des akkubetriebenen Fahrrades in unterschiedlichen Situationen im Straßenverkehr ausprobieren.

130 Radfahrer angehalten: „Viele gute Gespräche“

Insgesamt wurden 130 Radfahrer angehalten und über die Sicherheit im Straßenverkehr, insbesondere über die Verhaltensweisen als Fahrrad- und Pedelec-Fahrer, informiert. „Es ergaben sich hier viele gute Gespräche und die Präventionsveranstaltung wurde von zahlreichen großen und auch kleinen Fahrradfahrern sehr positiv angenommen“, hält die Polizei fest.

Zum Thema: Zu viele Tote bei Unfällen auf Landstraßen: Bayern macht den Juni zum Kontrollmonat

Die Kontrolle und die Präventionsveranstaltung fanden im Rahmen der landesweiten Schwerpunktaktion „Sicherheit auf der Landstraße“ statt, die noch den gesamten Juni andauert und deren Ziel die Bekämpfung der Unfallursachen auf Landstraßen ist.