Schon als Kind war die Sache klar: Lommer und Früchtl ergänzen sich an BRK-Bereitschaftsspitze

Leon Lommer wusste bereits als Kind, womit er einmal sein Geld verdienen möchte: Der Rettungsdienst sollte es sein. Darüber war er sich als Zehnjähriger schon klar, als er sich dem Nachwuchs der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kötzting anschloss und sich parallel dazu im Schulsanitätsdienst engagierte.
Die Tür zu seinem Traumjob ist für den heute 21-Jährigen, der seit etwas mehr als einem Jahr an der Seite seiner Stellvertreterin Sandra Früchtl die BRK-Bereitschaft in Bad Kötzting leitet, mittlerweile weit aufgegangen.
Mit 17 als Bufdi gestartet
Nach seinen Abschlussprüfungen an der Realschule stieß Lommer im Alter von 17 Jahren über den Bundesfreiwilligendienst zum BRK in Cham. Er blieb mit voller Leidenschaft dabei. Im September 2025 begann er mit seiner Ausbildung zum Notfallsanitäter. „Ich habe es keine einzige Sekunde bereut, dass ich es so gemacht habe“, sagt er. Den Tipp, sich als Bufdi erst einmal anzuschauen, ob das Metier etwas für ihn wäre, hatte er von der Agentur für Arbeit bekommen. „Ich war mir zu diesem Zeitpunkt sicher, dass ich in den Rettungsdienst möchte. Ich wusste, dass es den Notfallsanitäter gibt, aber nicht, wie der Weg dorthin üblicherweise ausschaut“, erzählt er. Während der folgenden zwölf Monate erwarb er den Führerschein der Klasse C und machte seinen Abschluss als Rettungssanitäter.
Vielfältige Aufgaben übernommen
Nachdem er als Bufdi seinen Rettungsdiensthelfer-Lehrgang absolviert hatte, stieß er 2022 als Aktiver der Unterstützungsgruppe Bad Kötzting zur Bereitschaft in seiner Heimatstadt. Lommer engagierte sich, wo immer es sein Dienstplan hergab, und übernahm Sanitätsdienste beim Volksfest, beim Pfingstritt, der das BRK zuletzt wieder stark forderte, und bei den Waldfestspielen am Ludwigsberg.
Und wie kam er zu seiner Leitungsfunktion? Der Bad Kötztinger beschreibt es mit einem Augenzwinkern als „Zufall“. Sein Vorgänger Alexander Raab kündigte 2025 nach zwei Amtszeiten an, aufhören zu wollen – und sprach ihn an. „Ich habe lang überlegt wegen meiner Ausbildung und weil ich doch noch recht jung bin“, berichtet er. Am Ende habe er den Entschluss gefasst, sich für den Posten zur Verfügung zu stellen – nicht zuletzt in der Aussicht darauf, mit der bewährten 2. Bereitschaftsleiterin Sandra Früchtl zusammenarbeiten zu können. „Sie hilft mir viel, kennt sich aus, hat jede Menge Erfahrung und organisiert das alles super – gerade die Blutspende“, betont Lommer.
Auch sonst erhält der 21-Jährige viel Unterstützung aus den Reihen der rund 60 Mitglieder starken Bereitschaft. „Wir haben die Themen gut aufgeteilt. Es hat sich eingespielt. Manchmal ist es schon etwas stressig – gerade durch mein Hauptamt –, aber je früher man anfängt mit der Planung und je mehr Hilfe man sich ins Boot holt, umso leichter wird es“, sagt Lommer.
Das Menschliche macht es aus
Warum er gerne beim BRK ist? „Es ist vor allem das Menschliche, das es für mich ausmacht. Die Leute, die hier dabei sind, Wir helfen anderen – und das möchte ich ebenfalls tun. Dazu kommt, dass dieses Ehrenamt wirklich abwechslungsreich ist und ich das Gefühl habe, dass die Menschen diese Arbeit zu schätzen wissen“, sagt der angehende Notfallsanitäter, der in seiner Freizeit weiter als Atemschutzträger und Maschinist seiner Heimatfeuerwehr ausrückt.

Das klingt nach einem proppenvollen Terminkalender. Bleibt da Zeit für Hobbys und Privatleben? Selbstverständlich! Zusammen mit seiner Freundin hat sich Lommer vor wenigen Monaten einen Hund nach Hause geholt, der das Paar „ziemlich auf Trab hält“. Darüber hinaus setzt sich der junge Mann gerne aufs Fahrrad. Und: Er geht regelmäßig ins Fitnessstudio und zum Wandern. Im Winter schnallt er sich die Tourenski an. „Wenn du im Rettungsdienst arbeitest, brauchst du etwas, mit dem du dich ablenken kannst. Ich mag es, draußen zu sein und treffe mich gerne mit Freunden“, sagt er und lacht.
Seine Stellvertreterin Sandra Früchtl ist ähnlich gesellig. „Das ist mein Leben. Ich bin einfach gerne unter Menschen“, sagt sie und erzählt von einer weiteren Parallele zu ihrem Bereitschaftskollegen. „Für mich war in der sechsten Klasse klar, dass ich einmal einen medizinischen Beruf ergreifen möchte. Ich habe meine ganzen Schulpraktika schon im Krankenhaus und im Altenheim gemacht und habe mir gar nichts anderes angeschaut“, erzählt die 45-Jährige, die seit Oktober 2001 hauptamtlich in der ambulanten Pflege beim BRK Cham beschäftigt ist.
Berufung beim Ambulanten Dienst gefunden
Früchtl stammt aus dem Chamer Stadtteil Oberhaid und war nach ihrer Schulzeit in der Kreisstadt überbrückungsweise als Sozialbetreuerin in Straubing tätig. Im Anschluss startete sie an der heutigen Berufsfachschule für Pflege und Altenpflegehilfe in Aiterhofen ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Altenpflegerin.
Ihre endgültige Berufung fand sie bei den Ambulanten Diensten“ erzählt die überzeugte Rotkreuzlerin, die seit ihrer Weiterbildung zur Pflegedienstleiterin 2025 die Tagespflege in Blaibach leitet. Anfang dieses Jahres kam die neue Einrichtung in Runding hinzu.
Sehr schnell Feuer gefangen
Früchtl trat am 1. November 2003 der Bereitschaft Bad Kötzting bei. Sie fing schnell Feuer und absolvierte 2004 ihre Ausbildung zur Rettungsdiensthelferin absolvierte. Sogar im Rettungsdienst fuhr sie eine Weile mit. 2009 übernahm sie den Posten der stellvertretenden Bereitschaftsleiterin. In dieser Funktion hielt sie den Bereitschaftsleitern Antje Schmidt, Andreas Schwarz, Tobias Goham und Alexander Raab mit großer Zuverlässigkeit den Rücken frei.
Die Rolle in der allerersten Reihe lehnte sie mehrfach ab. „Mein Hauptamt geht vor. Ich hätte das nicht miteinander in Einklang bringen können“, sagt die 45-Jährige, die nichtsdestotrotz dankbar dafür ist, dass sie durch ihr Ehrenamt „ein unglaublich großes Netzwerk und viele Kontakte aufbauen konnte“. Ein Bereich, der sie extrem fordert, ist die Blutspende.