Marina Schmid: Die neue Stadträtin in Furth im Wald packt gleich an

Von Alexander Frimberger · 31. Mai 2026 um 15:00

Acht neue Mitglieder wurden in den Stadtrat Furth im Wald gewählt. Unsere Mediengruppe wird sie nach und nach vorstellen. Den Anfang macht Marina Schmid von den Grünen. Im Gespräch wird schnell deutlich: Sie hält sich nicht mit einer langen Einarbeitungsphase auf und hat bereits begonnen, einige ihrer Wahlkampfversprechen möglichst bald in die Tat umzusetzen. Auch zum Hallenbadbau hat sie einen klaren Standpunkt.

Wir treffen uns im Schattengarten auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände, sicher einem der Orte, an dem man die innerstädtische Hitze gut aushalten kann. Natürlich ist Umweltschutz ein Thema bei den Grünen.

Nicht mit langen Vorreden aufhalten

Doch schon im Wahlkampf hat sie vermittelt, was ihre Hauptanliegen sind: Jugend und Familie. Folgerichtig wurde sie in der konstituierenden Sitzung zur Jugendbeauftragten gewählt und hat gleich unter Beweis gestellt, dass sie gewillt ist, sich mit konstruktiven Vorschlägen einzubringen, als sie Silke Schell (SPD) mit einem kurzen Statement als Bürgermeisterstellvertreterin vorgeschlagen hat. Da waren an sich schon vier Kandidaten in Stein gemeißelt (wir berichteten). Die 41-Jährige gibt zu, dass sie schon ein wenig Bammel gehabt hat, sich gleich in der ersten Sitzung zu Wort zu melden. Immerhin sieben Ja-Stimmen hat ihr Vorschlag bekommen. Zu wenig, „aber das war uns schon vorher klar.“ Ein Statement war es trotzdem. Im Wahlkampf war die in ihren Augen notwendige Schaffung eines Jugendtreffs zentrales Thema. „Ich will noch nicht zu viel verraten, aber die Chancen, kurzfristig eine solche Einrichtung zu bekommen, stehen nicht schlecht.“ Den Jugendtreff zu haben, ist dann das eine, ihn mit Leben zu füllen etwas anderes. Aber selbst da bleibt sie optimistisch: Einige Freunde und Bekannte haben ihr schon Fernseher und anderes angeboten.

Eine weitere Forderung war ein Unterstand an der Pumptrackanlage, damit die Jugendlichen nicht im Regen stehen müssen. Sie hat die Sache in die Hand genommen und in Deggendorf eine Firma ausfindig gemacht, die alte Container umfunktioniert. Das koste zwischen fünf- und elftausend Euro, sei als nicht so teuer. „Außerdem habe ich schon ein passendes Förderprogramm gefunden.“ Bei einem Ausflug nach Niederbayern will man sich das Unternehmen, beziehungsweise das, was es aus den Containern macht, genauer ansehen. Gerade ist den neuen Stadträten der Haushaltsplan zugegangen. Nach und nach werden sie mit allen relevanten Dokumenten versorgt. Für die Erneuerung der Kletterwand in der Freizeitanlage seien dort bereits 5000 Euro eingestellt. Die war Schmid ebenfalls wichtig. „Da ist mir wohl jemand zuvor gekommen“, lacht sie.

Politische Bildung, gerade in Zeiten wie diesen, sei wichtig. Zusammen mit Bürgermeister Sandro Bauer ist sie zu einem Bezirkstreffen eingeladen, zu dem alle Rathauschefs mit ihren Jugendreferenten kommen sollen. Dort geht es genau um dieses Thema. Mittelfristig möchte die Grünen-Stadträtin den eingeschlafenen Jugendrat wieder zum Leben erwecken. Auch Sandro Bauer befürwortet das. Überhaupt betont sie die gute Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister, der als dritter Landrat auch im Landratsamt ihr Chef ist.

Hallenbad eine Aufgabe, die alle Bürger fordert

Dort sitzt sie im Sachgebiet Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung und kennt die Situation in Furth im Wald. Auch hier entwickelt sie bereits Ideen. Jugendarbeit, Kultur und andere Themen funktionieren nur, wenn ausreichend Einnahmen generiert werden. Daher müssten unter anderem die Gewerbesteuereinnahmen sichergestellt sein, „damit die Wirtschaft stabil bleibt und am besten wächst.“

Was den Neubau des Hallenbades angeht, gibt es für Schmid keine zwei Meinungen: „Für mich steht außer Frage, dass wir in Furth im Wald ein Hallenbad brauchen.“ Kinder, DLRG, Senioren, gesundheitsbewusste Berufstätige, alle nutzten das Bad. „Für mich gibt es da keine Diskussion.“ Die Finanzierung, das ist ihr klar, steht auf einem anderen Blatt. „Das wird eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“ Crowdfunding, zu deutsch Schwarmfinanzierung, an der sich alle Bürger beteiligen können, wäre da eine Idee.