Bäume bleiben stehen

Von Günther Hofmann · 29. Mai 2026 um 22:36

Rötz. Die Bäume auf dem Weg von der Schule zum Hallenbad bleiben erhalten. Dies ergab sich bei der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am vergangenen Mittwoch. Bei der Genehmigung der Tagesordnung stellte Markus Dirscherl (LU) den Antrag einen Tagesordnungspunkt aus dem nichtöffentlichen in den öffentlichen Teil zu nehmen. Dies wurde mit 4:3 Stimmen angenommen.

Der erste Punkt war ein Antrag auf Vorbescheid zur Errichtung eines Wohnhauses mit Doppelgarage im Ortsteil Gmünd. Das Problem bei diesem Antrag ist es, dass sich das Gebäude nicht nur im Wasserschutzgebiet, sondern auch im Vorranggebiet Hochwasserabfluss Schwarzach, Extremhochwasser HQ100 (hundertjährliches Hochwasser), befindet.

Das Risiko trägt hier allein der Bauherr

Die Verwaltung schlägt vor, die betroffene Retentionsfläche auf dem Grundstück zu verlegen, um eine Auffüllung der ermöglichen. Die Stadt Rötz übernimmt keinerlei Gewähr oder Haftung für die rechtliche Zulässigkeit. Das Risiko der Bodenbeschaffenheit, des Grundwasserstandes, etwaiger Hochwasserereignisse trägt ausschließlich der Bauherr.

Markus Dirscherl regte an, eventuell über eine Ortsabrundungssatzung nachzudenken. Dazu sagte Josef Kulzer, dass bereits 2012 und 2019 Voranträge für zwei Häuser eingereicht wurden. Das Landratsamt wollte damals schon eine Ortsabrundungssatzung. Dem Antrag wurde zugestimmt.

Ebenso positiv beschieden wurde der Bauantrag zum Anbau an ein bestehendes Wohnhaus im Ortsteil Meigelsried. Keine Einwände gab es auch zum Bauantrag zum Neubau einer landwirtschaftlichen Lagerhalle für Ernteerzeugnisse und Maschinen ohne Verbrennermotor im Ortsteil Hermannsbrunn. Auch die beiden nächsten Bauvorhaben erhielten die Zustimmung – zum einen der Bauantrag zum Neubau einer Güllegrube und zum anderen zum Bauantrag zum Anbau eines Freiluftlaufhofbereiches an die bestehende Stallung im Ortsteil Güttenberg.

Ein weiteres Mal gab es einen Änderungsantrag zu einem genehmigten Bauantrag zur Errichtung einer Aufzugsanlage und einer Eingangsüberdachung im Ortsteil Bauhof. Der Änderungsantrag betrifft den Einbau zusätzlicher Dachflächenfenster zur Optimierung der Belichtungssituation, die Errichtung einer Nische im Bereich der Haustür, Grundrissanpassungen der Bestandinnenräume im Untergeschoss und die Änderung an der Positionierung sowie Anpassung der Öffnungsrichtungen der Innentüren.

Vandalismus an Bäumen an der Straße

In der letzten Stadtratssitzung hatte Stadtrat Markus Dirscherl auf den schlechten Zustand der gepflanzten Bäume an der Gemeindeverbindungsstraße von Diepoltsried nach Heinrichskirchen hingewiesen. Die Überprüfung hat ergeben, dass zwei Bäume vollständig verdorrt sind und an drei Bäumen Äste mutwillig heruntergebrochen waren. Das Schadensbild deutet auf aktuelle, mutwillige Sachbeschädigung (Vandalismus) hin. Bürgermeister Gerhard Hofmann las vier verschiedene Optionen vor, ob etwa Strafanzeige gestellt oder ob ein vollständiger oder teilweiser Ersatz gepflanzt werden soll. Rudi Christoph führte aus, dass es nicht nur vier oder fünf Bäume sind. 2019 wurden 29 Bäume gepflanzt – und in Fahrtrichtung Heinrichskirchen auf der rechten Seite sind bis heute mehr verschwunden. Markus Dirscherl findet es schade, dass die Bäume nicht mehr da sind. Aber es sind auch große Traktoren und Lkw auf der engen Straße unterwegs.

Rudi Christoph forderte, dass der Grenzverlauf überprüft werden müsse, da an einigen Stellen der Stadtgrund breiter sein müsste, als es momentan der Fall ist. So formulierte der Bürgermeister einen Beschlussvorschlag: Es soll überprüft werden, ob die Stadt verpflichtet ist, die Bäume nachzupflanzen und die Grenzen in Richtung Heinrichskirchen werden überprüft. Als nächster Tagesordnungspunkt wurde die Angelegenheit aus dem nichtöffentlichen Teil behandelt. Dabei ging es um den erneuten Antrag auf Fällung bzw. Umsetzung von acht Bäumen am Gehweg Schule Rötz zum Hallenbad und der Behandlung des Überprüfungsantrags der Anwohner vom 20. Mai 2026.

Am 24. November 2025 beantragte der Anwohner nördlich der Fl.Nr.403, initiierend für die markierten Unterstützer in der benachbarten Flurnummern, die Entfernung der umkreisten Bäume. Dieser Antrag wurde am 14. Januar 2026 in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses behandelt und negativ beschieden. Das Ergebnis dieses Beschlusses wurde förmlich am 8. Mai 2026 mitgeteilt. Mit Schreiben vom 20. Mai erheben die Bürger formellen „Widerspruch“. Da der Ausschussbeschluss kein anfechtbarer Verwaltungsakt ist, ist dieser Widerspruch rechtlich als formloser Abhilfe- und Überprüfungsantrag zu behandeln. Der Antragsteller fordert eine erneute Befassung des Bauausschusses sowie eine sachliche Begründung.

Nach Baumkontrolle: Die Bäume sind vital

Am 26. Mai fand nun eine Inspektion durch den zertifizierten Baumkontrolleur und Kreisfachberater des Landratsamtes statt. Bei dem Ortstermin wurden die Bäume visuell kontrolliert. Dabei konnten keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Stand- oder Bruchsicherheit der besagten Bäume festgestellt werden. Die Bäume sind wüchsig und vital. Die Säulen-Schwarz-Pappel weist Totholz auf, dass innerhalb der nächsten drei Monate entfernt werden muss. Gleichzeitig hängt das Totholz nicht direkt über den Verkehrsflächen, aber eine Entfernung des Totholzes ist aufgrund des darunter befindlichen Rasens und der nahen Sportflächen zu empfehlen. Diese Schwarzpappel sollte regelmäßig (zweimal jährlich) auf Schadsymptome (Risse oder ähnliches) kontrolliert werden, damit ein Bruchversagen ausgeschlossen werden kann. Alle anderen Bäume sollten einmal im Jahr im Rahmen der Prüfung der Verkehrssicherheit kontrolliert werden.

Markus Dirscherl begründete seinen Antrag auf Öffentlichkeit damit, dass die Leute mitbekommen sollen, dass Bäume nicht willkürlich „weggesägt“ werden. Am Ende entschied Bau- und Umweltausschuss, dass die Bäume stehen bleiben sollen.