Hier spielt die Musik! Nur in Köln ist das Musikleben noch reicher als in Regensburg

Riesiges Angebot, viele Kulturorte, zahlreiches Publikum und ein toller Trend: Regensburg überzeugt im bundesweiten Gesamtvergleich mit Platz zwei auf ganzer Linie. Unter den Großstädten ist die Oberpfalz-Stadt sogar führend.
Von Regensburg als „Welthauptstadt der Musik“ soll Komponist Franz Liszt dereinst geschwärmt haben. Eine neue Studie der GEMA greift nicht ganz so hoch, dafür liefert sie belastbare Zahlen. Ihre aktuelle Analyse, erstellt im Auftrag des SZ Instituts, platziert Regensburg auf Rang zwei unter Deutschlands Hotspots der Musik. Direkt nach Köln auf Platz eins mit 100 Punkten folgt die Oberpfälzer Welterbe-Stadt mit 92,31 Punkten. Passau erreicht mit 89,61 Punkten Rang vier, Ingolstadt mit 69,21 Punkten Rang 20 – und liegt damit noch vor München, das in der Analyse mit 67,92 Punkten auf Rang 22 landet.
Um den Eindruck, dass Regensburg eine lebendige Musikszene hat, kommt man derzeit eh nicht herum: Erst die Tage Alter Musik, ein Festival, das den Mainstream meidet, aber in der Nische strahlt und internationales Publikum anzieht, nun der Bundeswettbewerb Jugend musiziert, der noch bis 31. Mai bei Hunderten Wertungsspielen junge Talente aus ganz Deutschland präsentiert. Das Ranking „Städte der Musik 2026“ ist aber mehr als eine Momentaufnahme. „Das ist das Ergebnis des jahrzehntelangen Engagements der Musikszene in Regensburg“, ordnet Regensburgs Kulturreferent Wolfgang Dersch ein. „Und wenn man auf die Domspatzen schaut: sogar einer 1000-jährigen Tradition, die hier gepflegt wird“, fügt er an.
„Hier findet man eine unglaubliche Bandbreite“
Der zweite Platz im Gesamtvergleich, dazu der erste Rang im Ranking nur unter Großstädten: Dersch zeigt sich am Dienstag im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern hocherfreut über Regensburgs Spitzenplätze und bekennt auch: „Diese Wertung hat mich schon überrascht.“ Als Gründe für die Top-Platzierung zählt er viele Beispiele auf: „Hier findet man eine unglaubliche Bandbreite: von Tagen Alter Musik bis zu sommerlichen Open-Air-Festivals im Thon-Dittmer-Hof, von den Thurn und Taxis Schlossfestspielen bis zu Konzerten beim Jazzclub und traditioneller Blasmusik.“
Junge Musik aus Pop, Rock und anderen Genres in der Alten Mälzerei, ambitionierte Chöre wie die Kantorei, engagierte private Veranstalter wie Odeon Concerte, Musikreihen wie in der Minoritenkirche oder die Domorgel-Konzerte, das Balkonsingen am Staatstheater: Egal, wie viele Belege und Akteure im musikverliebten Regensburg man aufzählt, todsicher hat man noch welche vergessen. „Diese Vielfalt nehmen wir in Regensburg vielleicht gar nicht mehr so bewusst wahr. Umso mehr tut der Blick von außen gut, der mit Zahlen unterfüttert ist“, sagt Dersch.
Musik ist der Gradmesser für die kulturelle Vitalität einer Stadt und die Bereitschaft ihrer Menschen, sich zu versammeln, zuzuhören und gemeinsam etwas zu erleben, heißt es im Begleittext zu der GEMA-Analyse, nach der Regensburg eine so lebendige, reiche und verbindende Musikszene hat, wie sie im Gesamtvergleich sonst nur noch in Köln zu finden ist.
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Grundlage der Studie ist der City Music Culture Score der GEMA, der fünf Indikatoren abklopft. Daten aus 10 779 Städten und Gemeinden aus dem Jahr 2025 flossen in die Untersuchung ein. Gewichtet wurde proportional nach Stadt-Größe und Einwohnerzahl, in Clustern von Kleinstgemeinden mit weniger als 2000 Menschen, Großstädten wie Regensburg und Ingolstadt, Mittelstädten wie Passau oder Metropolen mit über 500 000 Einwohnern.
Die Studie fragte nach der Zahl von Musikveranstaltungen pro Einwohner, nach dem Repertoire, also: der Zahl unterschiedlicher gespielter Werke pro Kopf, nach der Dichte von Live-Veranstaltungen und der Zahl der Kulturorte in Relation zur Bevölkerung und schaute auch auf Trends: Wie haben die die Aktivitäten entwickelt?
Regensburg sticht mit seinem vitalen Musikleben in allen Kategorien heraus. München landete übrigens im Gesamtvergleich mit 67,92 Punkten auf Rang 22.
Alle Details unter: https://tinyorl.com/musik-stadt-2026