Zwei auf einen Streich: Zwillinge für Elchkuh „Sophia“ in Lohberg

Von Maria Frisch · 22. Mai 2026 um 13:55

Im späten Frühjahr gibt es meistens etliche Neuankömmlinge im Bayerwald-Tierpark in Lohberg (Landkreis Cham). Nachdem bereits seit Januar etliche Zicklein das Licht der Welt erblickt haben und das Herz der Besucher im Streichelzoo schmelzen lassen, hat am vergangenen Montag Elchkuh „Sophia“ Zwillinge geboren, die erstaunlich schnell auf ihren langen Beinen standen.

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Die heurigen Elchbabys werden sicherlich wieder begehrte Fotoobjekte, weil einfach jeder ihrem Charme erliegt. Mittlerweile sind die ersten Tage vorbei, in denen die vierbeinigen Kälber noch etwas ungelenk wirkten, nun staksen sie schon recht sicher dem Muttertier hinterdrein. Ob männlich oder weiblich lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt freilich noch nicht sagen.

Mutter sucht sich ruhiges Plätzchen

„Dass die Nachzucht so regelmäßig gelingt, ist schon ein Erfolg“, freut sich fachliche Leiterin Claudia Schuh. Auch in freier Wildbahn sucht sich die Elchkuh zur Geburt ein ruhiges Plätzchen in einem Fichtendickicht oder einer Baumgruppe. Dort baut sie ein Lager oder „Bett“, in dem sie sitzend den Nachwuchs zur Welt bringt. Die Jungen verlassen mit Beinen und Kopf voran den Mutterleib und sind in eine Haut eingepackt.

Durch das Trockenlecken nach der Geburt bildet sich ein enges Band zwischen Kuh und Kalb. „In den ersten beiden Tagen nach der Geburt werden die neuen Schützlinge noch im Sitzen gesäugt. Sie trinken bis zu zehn Mal am Tag“, haben die Tierpfleger beobachtet, die oft nach dem Rechten sehen und sehr um das Wohlbefinden der kleinen Sympathieträger bemüht sind. Die Kuh beendet die Mahlzeit, indem sie zunächst nasale Locklaute von sich gibt.

„Die waren in kürzester Zeit auf den Beinen“

Neben dem Muttertier „Sophia“ leben in dem Gehege noch der Vater „Johna“ und die Nachzucht des Vorjahres. „Oh, sind die süß“, ist von den Besuchern zu hören, die die Nachkommenschaft derzeit leicht zu Gesicht bekommen. Zuallererst hat sie Tierpfleger Michael Hupf am Montagfrüh bei seiner Fütterungsrunde entdeckt. „Die waren in kürzester Zeit auf den Beinen“, hatte er in den Jahren zuvor noch keine so agilen Kälber gesehen.

„Die Niederkunft ging unkompliziert vonstatten“, freut sich die fachliche Leiterin Claudia Schuh. Der Park habe somit an Pfingsten besondere Zugpferde in den eigenen Reihen. Die Geburt eines Elchkalbes dauert im Normalfall höchstens eine Viertelstunde. Die Kuh frisst die Nachgeburt zur Stimulierung der Milchproduktion, die ist sehr proteinhaltig. Dies geschah auch heuer alles unter vollständigem Ausschluss der Öffentlichkeit.

Keine Trächtigkeitsuntersuchung

Mittlerweile sind die ersten Tage vorbei. Obwohl es keine hundertprozentige Garantie gibt, weil natürlich keine Trächtigkeitsuntersuchung gemacht wird, war sich Claudia Schuh im Vorfeld durch gezielte Beobachtungsgabe ziemlich sicher, dass „Sophia“ wieder eine Kinderstube hüten wird.

Den Kleinen haftet seit ihren ersten Schritten ein Niedlichkeitsfaktor an, der für sämtliche Tierbabies sprichwörtlich ist. Zwischen 70 und 80 Zentimeter hoch und 80 bis 100 Zenrtimeter lang haben die Neugeborenen in etwa die Ausmaße des Kopfes ihrer Mutter.

Die Sorge um den Nachwuchs ist Frauensache

„Zu nahe kommen dürfte man den Kleinen aber nicht. Die fürsorgliche Mutter würde in diesem Fall sofort in Angriffsstellung gehen“, müssen die Pfleger stets im Hinterkopf haben.

Von der Niederkunft der Neuankömmlinge war der Elchbulle übrigens völlig ausgeschlossen. Für die „alleinerziehenden“ Elchkühe ist die Geburt und die Sorge um die Kälber reine Frauensache. kfl