Bürgermeisterposten in Männerhand – Frauen sind in Kallmünz unterrepräsentiert

Von Andrea Leopold · 21. Mai 2026 um 10:27

„Bavaria ruft“ ist noch nicht in Kallmünz angekommen. Die Bürgermeisterinnen von Anzing und Lindau hatten die Initiative gegründet, um die in der Kommunalpolitik unterrepräsentierte Frauen zu unterstützen. Markträtin Maria Wolf (Grüne) hat bei der konstituierenden Sitzung des Kallmünzer Marktrats im Kreis Regensburg „ein flammendes Plädoyer“ gehalten.

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Die neue Markträtin Maria Wolf habe im Vorfeld der Abstimmung „ein flammendes Plädoyer“ für eine Frau im Bürgermeisteramt gehalten, sagte Josef Wein. Dennoch kam trotz der Erhöhung auf vier Markträtinnen in Kallmünz keine der Frauen beim Bürgermeisteramt zum Zug. Die vormals 3. Bürgermeisterin Angela Weigert (SPD) hatte bei der Kommunalwahl 747 Stimmen bekommen, mehr als der neue 3. Bürgermeister Michael Frank (CSU) mit 676 Stimmen – sie unterlag jetzt aber bei der Wahl.

„Ich hätte mir gewünscht, dass im Rahmen einer guten Zusammenarbeit und der Sichtbarkeit von Frauen in der Politik eine Frau gewählt würde“, sagt auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dr. Eva Schropp.

Angela Weigert (SPD) nahm die Entscheidung sportlich, wies aber darauf hin, dass im Markt Kallmünz die Hälfte der Bewohner weiblich sei und deshalb in den Spitzengremien unterrepräsentiert.

SPD sieht „innerparteiliche Zusammenarbeit“ nicht

Josef Wein, Fraktionsvorsitzender der SPD, zeigte sich enttäuscht über den Ausgang, dass nun SPD aber auch die weiblichen Markträte „völlig außen vor“ seien. Vor allem mangele es ihm an der angekündigten „innerparteilichen Zusammenarbeit“, diese sei „ad absurdum“ geführt worden. Es seien wohl schon im Vorfeld Koalitionen geschmiedet worden. Schropp bezeichnete die jetzige Koalition aus Freien Wählern und CSU wegen der Farben orange und schwarz sinnig als „Spezi-Koalition“.

Die drei Bürgermeister (von links): Michael Frank (CSU), Martin Schmid (FW) und Bernhard Hübl (FW) - Foto:

Bürgermeister Martin Schmid (FW) sagt dazu: „Da ich selbst bei der Kommunalwahl nicht zur Wahl stand, führten die Fraktionen untereinander die Gespräche über die Besetzungen der weiteren Ämter. Ich wollte mich da auch nicht einmischen.“ Er sieht den Ausgang der Bürgermeisterwahl als Resultat der Kommunalwahl an. „Die Freien Wähler konnten insgesamt die meisten Stimmen erringen. Danach kam die CSU.“ Das Wahlergebnis insgesamt spiegele sich somit auch in der Vergabe der stellvertretenden Bürgermeister. 2. Bürgermeister Bernhard Hübl meint:„Ich habe kein Problem damit, es wurde demokratisch abgestimmt.“ Die gute Zusammenarbeit sei nach wie vor gewährleistet. Die Wahl sei im Sinne der Gemeinde gewesen. Michael Frank könne sich wohl als Förster auch die Termine flexibler einteilen.

Fünf neue Markträte wurden in der Sitzung vereidigt. Sarah Söllner (FW) lebt seit ihrer frühen Kindheit in Kallmünz und ist Master of Arts der Wirtschaftswissenschaften. Die 37-Jährige ist ledig und Regierungsrätin im Bayerischen Wirtschaftsministerium. Maria Wolf (Grüne), von Beruf Landschaftsarchitektin, ist Gründerin der „Zukunftswerkstatt Kallmünz“. Stephan Stoiber (SPD), geboren 1976, ist ebenfalls ein „waschechter Kallmünzer“. Er ist Mitarbeiter eines Regensburger Hightech-Unternehmens. Privat sammelt er alte Ansichtskarten und Fotos seiner Heimat, die bereits in einem Bildband veröffentlicht wurden.

Zwischen Außendienst und Zahnarztpraxis

Robert Fink, 48 Jahre alt, ist staatlich geprüfter Elektrotechniker und beruflich im Außendienst als Servicetechniker unterwegs. Ehrenamtlich ist er Vorsitzender der Krieger- und Reservistenkameradschaft, aktiv bei der Feuerwehr, Gerätewart beim Obst- und Gartenbauverein und engagiert sich als Akteur im Repair Café. Dr. Andreas Wagner ist verheiratet, Vater von vier Kindern, 51 Jahre alt und vielen Menschen in Kallmünz als Zahnarzt bekannt.

Im Anschluss wurden die Vertreter und Stellvertreter für die Ausschüsse Rechnungsprüfung, Finanz- und Haushaltskonsolidierung, Bau- und Vergabeausschuss, Kulturausschuss, Vertreter der Gemeinde bei der Verwaltungsgemeinschaft, ein weiterer Verbandsrat für die Verbandsversammlung des Schulverbandes Kallmünz sowie ein Mitglied für die Verbandsversammlung des Zweckverbands Laber-Naab bestimmt.