Klassenfahrten unter Kostendruck – So müssen Schulen im Kreis Schwandorf sparen

Von Clara Lietzmann · 15. Mai 2026 um 05:00

Was man in der Schule gelernt hat, vergessen viele Schüler nach dem Abschluss schnell. Woran sie sich jedoch noch lange erinnern: die Klassenfahrten. Rapide steigende Kosten für Transport, Unterkunft und Verpflegung erschweren aktuell die Planung immer mehr. Wie gehen Schulen im Kreis Schwandorf damit um?

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Konrad-Max-Kunz-Realschule Schwandorf: Fahrten und Ausflüge nur noch getaktet

Klassenfahrten und Exkursionen seien ein Riesenproblem geworden, erzählt Realschulkonrektorin Myriam Grabinger. „Wir müssen es klug verteilen, damit die Eltern alles finanzieren können.“ Zu Beginn des Schuljahres häuften sich die Kosten schnell, so Grabinger. Auf Studienreisen am Jahresbeginn oder das „Kennenlernen“ im Landheim verzichte man daher nun und lege die Fahrten auf günstigere Zeiten: „Wir rechnen genau mit, welche Klasse wann was ausgibt.“

Mädchenrealschule St. Josef Schwandorf: Preisdeckel bleiben stabil

Auch die Mädchenrealschule St. Josef Schwandorf passt sich den Gegebenheiten an: Heuer wurden die Umwelttage in der sechsten Klasse erstmals von fünf auf drei Tage gekürzt, erzählt Schulleiter Jürgen Moritz. Bis vor Corona sei es zudem bis nach Sylt gegangen, heute nur noch in den Bayerischen Wald. An seiner Schule seien die Fahrten preislich strikt gedeckelt und nicht allzu viele, stellt Moritz klar. Auch eine „Stille Hilfe“ gebe es, die Eltern in Not diskret anfragen könnten. Seit Einführung des Deutschlandtickets nutze seine Schule zudem vermehrt die Bahn, die hierdurch günstiger als Busfahren wurde.

Es ist den Eltern ein wahnsinniges Anliegen, das Fahrtenprogramm aufrecht zu erhalten.Diana Schmidberger, Schulleiterin der Gregor-von Scherr-Schule Neunburg

Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium Schwandorf: Corona aufholen war zu viel vorgenommen

Nach Corona hatte man am Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium Schwandorf eigentlich das Fahrtenprogramm erweitert, um einen Ausgleich für die von den Lockdowns betroffene Generation zu bieten, erzählt Schulleiter Johannes Werner. Dieser ehrgeizige Plan musste jedoch wieder zurück gefahren werden – teils aus organisatorischen Gründen, teils dem Spardruck geschuldet.

Der internationale Schwerpunkt sei für seine Schule wichtig, erklärt er. Daher gebe es die freiwilligen Austauschprogramme bis hin nach China. Flugreisen bei Studienfahrten seien aber aus der Mode gekommen, an die letzte erinnere er sich vor etwa zehn Jahren.

Gregor-von Scherr-Schule Neunburg: Bei Exkursionen legt man Klassen zusammen

„Es ist den Eltern ein wahnsinniges Anliegen, das Fahrtenprogramm aufrecht zu erhalten“, sagt Diana Schmidberger, Schulleiterin der Gregor-von Scherr-Schule Neunburg. Auch wenn manche sich dafür schon strecken müssten. Anders planen als früher würde sie jetzt vor allem bei Tagesausflügen, die den Schulalltag wesentlich bereicherten. Früher hätte sie bedenkenlos einen Reisebus pro Klasse gebucht. Heute lege sie auch Jahrgänge zusammen, die eigentlich verschiedene Ziele hätten: „Jeder einzelne Platz im Bus soll voll werden.“

Ortenburg-Gymnasium Oberviechtach: Fernziele bei Studienreisen sollen beibehalten werden

„Wir sind eine Schule, die immer Bus fahren muss“, sagt Schulleiter Ludwig Pfeiffer, da die Bahn im ländlichen Raum keine Alternative biete. Vor allem bei Ausflügen wie Museum, Theater oder Oper schlügen die Benzinpreise ins Gewicht. Selbst die Fahrt zum Flughafen München sei teuer geworden, weshalb man nun auch von Tschechien aus fliege. Für Abschlussklassen solle es trotz allem weiterhin zu Zielen wie Rom, Nizza oder London gehen. „Ich finde, wir sind es auch schuldig, international zu bleiben“, sagt Pfeiffer.

Staatliche Realschule Burglengenfeld: Das Lehrerbudget reicht nicht mehr

Früher habe das das Fahrtenkonzept immer funktioniert, erzählt Schulleiter Christian Zingler. Im vergangen Jahr dann der Schock: Er hatte das Lehrerbudget überzogen. Dafür gab es eine Rüge. „Ich bekomme eine fixe Summe, davon müssen die Lehrer auf der Fahrt finanziert werden. Dieses Jahr darf ich sie auf keinen Fall überschreiten.“ Schickte er zuvor noch elf Lehrer in die Sommersportwoche mit den fünf siebten Klassen, waren es dieses Jahr nur noch acht. Insgesamt sei die Planung nach dem altem Schema quasi unmöglich geworden. Klar ist für Zingler: „Alle wissen Bescheid, Kollegium und Eltern sind informiert. Wir werden uns zusammensetzen und darüber reden müssen.“

Regental-Gymnasium Nittenau: An den Programmpunkten wird gespart

„Wir merken den Faktor Bus deutlich“, sagt Raphael Huber, Schulleiter des Regental-Gymnasiums Nittenau. Bei der Berlinreise in der zehnten Klasse stieg man aus Kostengründen dieses Schuljahr erstmals auf die Bahn um. Sparen würde man sonst vor allem an den Programmpunkten: Die Schifffahrt auf der Spree solle nächstes Schuljahr erstmals wegfallen, und statt einem Schloss außerhalb der Stadt böten sich kostenlose Museumsbesuche in der Innenstadt an.

Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasium Nabburg: Noch funktioniert alles wie gehabt

Anja Wiesner, Schulleiterin des Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasiums Nabburg, sieht die Lage etwas entspannter: „Dieses Jahr trifft es uns nicht, weil die Fahrten schon gebucht sind“, erklärt sie. Aus ihrer Sicht sei die Preissteigerung zwar spürbar, doch bisher in moderatem Rahmen. Für das nächste Jahr könne sie noch nicht viel sagen, aber selbst Sparmaßnahmen müssten nicht als Tragödie enden: „Vielleicht sind die Schüler am Anfang enttäuscht, wenn es nicht die große Europarundreise wird. Aber am Ende gefällt es ihnen doch überall. Das Wichtigste sind die Gemeinschaft und die Erlebnisse.“