Heimfahrt wird zum Albtraum: Zwei Handwerker nach Unfall auf der B85 bei Bruck in Lebensgefahr

Von Martin Kellermeier · 7. Mai 2026 um 19:17

Ihre Reisetaschen lagen noch auf dem Rücksitz: Zwei Handwerker aus dem Landkreis Cham sind am Donnerstagnachmittag bei Bruck (Landkreis Schwandorf) mit ihrem Sprinter schwer verunglückt. Die beiden Männer waren auf dem Nachhauseweg, als sie aus noch ungeklärter Ursache auf der B85 in den Gegenverkehr gerieten und dort frontal mit einem 40-Tonner kollidierten. Die Unfallursache gibt Rätsel auf.

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Die Integrierte Leitstelle Oberpfalz-Nord hatte laut dem Brucker Kommandanten Andreas Wagner, der auch als Einsatzleiter fungierte, um 15.53 Uhr Großalarm ausgelöst. Weil mehrere Personen eingeklemmt waren, wurden die Feuerwehren Bruck, Bodenwöhr und Bergham zusammen mit einem THW-Fachberater an den Unfallort geschickt. Die Kollision ereignete sich auf der vielbefahrenen Bundesstraße zwischen Bruck und Mappach, in Sichtweite zur Avia-Tankstelle.

Vor Ort bestätigte sich die Erstmeldung. Die beiden Handwerker im Sprinter waren eingeklemmt und mussten mittels hydraulischem Gerät aus dem Wrack befreit werden. Anschließend wurden die Schwerverletzten an den Rettungsdienst übergeben. Laut Polizei handelt es sich dabei um einen 28-Jährigen und einen 43-Jährigen, beide aus dem Landkreis Cham.

Unweit der Avia-Tankstelle bei Bruck landeten die Rettungshubschrauber. - Foto: Martin Kellermeier

Welche enormen Kräfte bei dem Unfall gewirkt haben müssen, zeigte ein Blick in den völlig zerstörten Fahrgastraum des Sprinters. Das Cockpit war stark deformiert, Fahrzeugteile verschoben. Im Laderaum lag Werkzeug verteilt.

Rettungshubschrauber flogen die Schwerverletzten in Kliniken

Laut Einsatzleiter Rettungsdienst Marco Sperl war der Zustand der beiden Verunglückten auch nach der Erstversorgung kritisch. Lebensgefahr sei nicht auszuschließen, hieß es. Die beiden Männer wurden mit Rettungshubschraubern in Kliniken geflogen. Die DRF-Maschinen aus Regensburg und Weiden landeten dafür im Bereich der Bundesstraße.

Warum der 43-Jährige plötzlich mit dem Sprinter auf die Gegenfahrbahn geriet, war auch am Donnerstagabend noch unklar. Nur wenige Meter vor der Unfallstelle hebt ein Verkehrsschild in Fahrtrichtung Cham das Überholverbot auf. Patrick Dengler, Vize-Chef der Polizeistation Nittenau, kündigte umfangreiche Ermittlungen zur Unfallursache an. Ferner wurde von der Staatsanwaltschaft ein Gutachter eingeschaltet.

Sprinter und Lastwagen mussten abgeschleppt werden

Mit dem Schrecken davon kamen dagegen der 21 Jahre alte Fahrer des Sattelzugs und sein 46 Jahre alter Beifahrer. Laut Polizeioberkommissar Dengler blieben die beiden Männer aus Rumänien unverletzt. Ihre Fahrt in Richtung Schwandorf konnten sie nach dem Unfall freilich nicht mehr fortsetzen. Ihre Zugmaschine wurde bei dem Zusammenstoß ebenso wie der Sprinter stark beschädigt. Laut Polizei entstand ein Sachschaden in Höhe von 50.000 Euro.

Neben Polizei und Feuerwehr war auch der Rettungsdienst mit mehreren Fahrzeugen vertreten. So waren neben den beiden Hubschraubern auch zwei Rettungswagen und ein Notarzt im Einsatz.

Die Bundesstraße 85 blieb während der Rettungsarbeiten und den anschließenden Ermittlungen zur Unfallursache für längere Zeit in beide Richtungen gesperrt. Bis 20 Uhr sollten die Verkehrsbehinderungen andauern, teilte Polizeioberkommissar Dengler mit.