Neue Strukturen, neue Kontrolle: Strukturkommission des SSV Jahn stellt Zukunftskonzept vor

Von Lukas Götz, Felix Kronawitter · 7. Mai 2026 um 09:42

Anfang 2025 hat sich bei Fußball-Drittligist SSV Jahn Regensburg eine Strukturkommission gebildet, um die bestehenden Strukturen weiterzuentwickeln. Am Donnerstagabend,7 Mai, ab 19 Uhr werden in der Taverne Naussa am Trainingszentrum Kaulbachweg die Ergebnisse präsentiert.Die MZ hat mit Günter Hödl, dem neuen Vorstandsvorsitzenden, vorab über die markantesten Änderungen gesprochen.

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Wenn man das Kernergebnis der Strukturreform zusammenfasst: Die These wäre, der Aufsichtsrat soll mehr Einfluss bekommen – kann man das so unterschreiben?

Günther Hödl: Genau. Die Mitglieder wählen den Aufsichtsrat, und der soll in Zukunft mehr Kontrollfunktionen übernehmen. So kann man Ehrenamt und Hauptamt stärker voneinander trennen und somit die Rechte der Mitglieder stärken.

Beim Lesen kann man über die Formulierung stolpern, dass der Präsident „ohne wichtigen Grund“ mit fünf von sieben Stimmen des Aufsichtsrats abgewählt werden kann. Schwächt das nicht die Position?

Hödl: Wenn fünf von sieben Aufsichtsräten nicht mehr hinter dem Präsidenten stehen, macht es wenig Sinn, dass er weitermacht. Der Präsident wird vom Aufsichtsrat gewählt. Ich bin einstimmig gewählt worden, habe also das Vertrauen des gesamten Aufsichtsrates. Wenn ich dieses Vertrauen verliere, habe ich keinen Rückhalt in diesem Gremium und kann das Amt nicht mehr adäquat ausüben.

Es wurde ein gemeinsamer Ausschuss geschaffen. Darin sitzen vier Aufsichtsräten der Kapitalgesellschaft, der Präsident und drei Mitglieder des Aufsichtsrats des Vereins. Wie wirkt sich das auf die alltägliche Arbeit aus?

Hödl: Es ist so gedacht, dass man sich bei Themen, bei denen eine wichtige Entscheidung zu treffen ist – zum Beispiel bei der Entlassung oder Bestellung eines Geschäftsführers – in kleiner Runde mit mehreren Mitglieder aus beiden Aufsichtsräten plus Präsident zusammensetzt. Dann wird das jeweilige Thema intensiv diskutiert. Als Ergebnis gibt man eine Empfehlung an das jeweils zuständige Gremium weiter, wo final entschieden werden muss.

Geht es dadurch wirklich schneller? Von außen betrachtet, könnte man bei einem Gremium mehr auch davon ausgehen, dass ein Prozess länger wird.

Hödl: Der gemeinsame Ausschuss dient in erster Linie der Kommunikation innerhalb der Gremien, wodurch Reibungsverluste vermieden werden können und man in Zukunft schneller handlungsfähig ist. Diese Kommission soll aber lediglich Empfehlungen aussprechen.

Es gab im Vorfeld Stimmen zum Thema hauptamtlicher Vorstandsvorsitzender. War das ein Gedanke im Hintergrund?

Hödl: Nein, da war man sich sehr einig, das war kein Thema.

Wie zuversichtlich sind Sie, dass die Mitglieder die Vorschläge mittragen?

Hödl: Wir stellen die Ergebnisse der eingesetzten Strukturkommission am Donnerstag in einer Veranstaltung den Mitgliedern im Detail vor. Man darf nicht vergessen: Das ist ein Kompromiss zwischen KG und e.V.-Aufsichtsrat. Da haben sich mehrere Leute aus beiden Gremien sehr intensiv Gedanken gemacht. Deshalb sind wir zuversichtlich die Mitglieder überzeugen zu können.

Wer war an der Ausarbeitung beteiligt?

Hödl: An der Ausarbeitung waren Vertreter aus dem Aufsichtsrat des e.V. (Andreas Gietl, Janni Fuchs, Johannes Baumeister), dem Aufsichtsrat der KG (Andreas Gietl, Hans Rothammer, Thomas Ebeling), dem Vorstand (bis 1. Januar 2026 Oli Hein, Thomas Ebeling, Philipp Hausner) und der Geschäftsführung (Philipp Hausner) beteiligt. Die Kommission hat sich über einen langen Zeitraum damit beschäftigt. Der Prozess hat insgesamt gedauert, auch weil parallel bekanntlich viele operative Themen anstanden. Aber am Ende ist ein guter Kompromiss herausgekommen.