Tradition und Gemeinschaft beim Maibaum-Aufstellen

Bad Gögging. Ein Maifest wie aus dem Bilderbuch organisierten die Vereine des Kurortes am 1. Mai. Pater Alex Thekkekuth stellte die Bedeutung des „geschmückten Stammes“ in den Mittelpunkt seiner Ausführungen beim Freiluft-Gottesdienst auf dem Festplatz vor dem Feuerwehrhaus mit zahlreichen Einheimischen und vielen Urlaubs- und Kurgästen.
Neben dem Podium mit dem Altar wartete der vom Böllerverein vorbereitete und bereits in die Halterung eingespannte Maibaum auf das Aufstellen. Während die Blaskapelle Bad Gögging für musikalische Umrahmung sorgte, füllten sich die Tische und Bänke.
Für Pater Alex ist der Maibaum mehr als ein geschmückter Stamm: „Er ist ein lebendiges Symbol unserer Heimat.“ Mit mehreren Schussreihen und dem Salut gaben die Böllerschützen das Signal für den Höhepunkt des Maifestes. Pater Alex segnete den Maibaum mit Weihwasser und Weihrauch, und nach einem kurzen gemeinsamen Gebet schoben kräftige Frauen und Männer der örtlichen Vereine die ersten sogenannten „Zangen“ unter den Baum. Auf das Kommando „Ho ruck, greif ma o miteinander“ von Josef Poschenrieder schoben sie kräftig an, und der rund 26 Meter hohe Baum hob sich langsam in die Höhe. Jetzt waren Taktik und der richtige Ansatzpunkt der „Zangen“ gefragt, um die Kraft der Leute voll auf den Baum wirken zu lassen. Nach rund einer Stunde ragte der Maibaum sicher eingespannt in der Halterung neben der Abens unter dem Beifall der Gäste senkrecht in den Himmel von Bad Gögging. Beim Mittagessen und der Bewirtung durch Sportverein und Feuerwehr wurde das erfolgreiche Aufstellen von den Mitwirkenden und den Zuschauern kräftig gefeiert.
„Zu einem Maifest gehört auch ein zünftiger Maitanz“, bat der Vorsitzende des Neustädter Trachtenvereins, Wolfgang Godesar, seine Tänzerinnen und Tänzer zu Sternpolka, Zwiefache, Kreuzpolka und Walzer auf das Podium. Die Grenzstoarucka aus Eining sorgten für zünftige bayerische Blasmusik beim „gmiatlichen Zsamsitzn“ am neuen Maibaum.
Die Wappen an dem naturbelassenen Stamm mit dem goldenen Wetterhahn an der Spitze symbolisieren die starke Dorfgemeinschaft von TSV, Freiwilliger Feuerwehr, Böllerverein, Katholischer Landjugend, Frauenbund, Musikverein, Tourismusverband, Krieger- und Kameradenverein, dem kirchlichen Leben und der Legio Marae unter dem Schutz des Landes Bayern und der Stadt Neustadt a. d. Donau. Nach einem Jahr wird der Baum umgelegt, renoviert und, wenn er keinen größeren Schaden aufweist, erneut aufgestellt.