Die Tür zur Regionalliga ist weit offen: Der ASV Cham ist schon sicher in der Aufstiegsrelegation

Von Mittelbayerische Zeitung · 3. Mai 2026 um 21:15

Seit Samstag ist es amtlich: Der ASV Cham hat sich zwei Spieltage vor Schluss mit einem 6:2 (4:1)-Erfolg über den SC Großschwarzenlohe die Vizemeisterschaft in der Bayernliga Nord gesichert und spielt somit in zwei Entscheidungsspielen um den Aufstieg in die Regionalliga Bayern.

Weil der SC Eltersdorf das Spitzenspiel gegen Drittplatzierten ASV Neumarkt mit 3:0 für sich entschied, haben die Kreisstädter nun auf den Konkurrenten sechs Zähler Vorsprung. Auch wenn die Mannschaft von Trainer Faruk Maloku am letzten Spieltag spielfrei hat und das Geschehen nur von der Couch aus verfolgen kann, könnte man trotz noch möglicher Punktgleichheit nicht mehr von Platz zwei verdrängt werden, da Direktvergleich zwischen Cham und Neumarkt auf Seiten der Rot-Weißen liegt.

Buspanne auf der A6 – Spiel beginnt eien Stunde später

Die 700 Zuschauer, die am Samstagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein ins Kappenberger Sportzentrum gekommen waren, mussten eine Stunde länger auf den Anstoß warten als ursprünglich geplant. Grund dafür war ein Motorschaden beim Mannschaftsbus der Gäste, der auf der A6 liegengeblieben war. Während die ersten SC-Spieler, die mit Privat-PKW nach Cham chauffiert wurden, gegen 13.15 Uhr das ASV-Gelände erreichten, hätte es zwar von der Mindestanzahl (7+1) her gereicht, dass der Anstoß um 14 Uhr hätte erfolgen können.

Aus Fair-Play Gründen hatte man sich aber zusammen mit dem Spielgruppenleiter sowie dem Schiedsrichtergespann darauf geeinigt, den Spielbeginn auf 15 Uhr zu verschieben. Zehn Minuten vor dem Anpfiff trudelte schließlich der Rest der Mittelfranken im Kappenberger Sportzentrum ein, während die Hausherren im Spielertunnel mit den Einlaufkids bereits warteten. Ohne Aufwärmphase ging es für den Tabellenletzten sofort auf den Platz. Und da sollten vom Anstoß weg keine 16 Sekunden gespielt sein, da klingelte es auch schon im Gehäuse des SC Großschwarzenlohe. Jakub Hrudka wurde auf die Reise geschickt und ließ Marius Gerlach im SC-Kasten keine Abwehrmöglichkeit (1.). Und als Felix Voigt mit einem genialen Heber über die Abwehr hinweg erneut Jakub Hrudka in Szene setzte, klingelte es erneut und es stand 2:0 (16.). Konstantin Landstorfer, der zuvor nach schöner Einzelaktion noch an Gerlach gescheitert war, machte es im zweiten Anlauf besser. Im Dribbling ließ er sich weder von mehreren Abwehrspielern noch von Gerlach aufhalten und erzielte das 3:0 (25.).

Der Neuling, für den diese Niederlage nach nur einem Jahr Bayernliga auch den direkten Wiederabstieg bedeutet, versuchte an diesem gebrauchten Tag trotzdem alles, sich so gut wie möglich aus der Affäre zu ziehen. Und siehe da, mit einem trockenen Flachschuss ins rechte untere Eck sollte Fabian Klose nur zwei Minuten später der 3:1-Anschlusstreffer gelingen (27.). Noch vor der Pause sorgte Simon Haimerl, der erst diese Woche seinen Vertrag um zwei weitere Jahre verlängert hatte, wieder für klare Verhältnisse als er nach einer Pfab-Ecke zum 4:1-Halbzeitstand einköpfte (40.).

Jakub Hrudka gleich mit einem Viererpack

Als sich Felix Voigt den Ball im Mittelfeld erkämpft hatte ging die Post nach vorne blitzschnell ab. Mit feinem Steckpass in den Lauf bediente Chrubasik seinen Mannschaftskollegen Hrudka – und Treffer Nummer drei an diesem Tag zum 5:1 war perfekt (69.). Weil es zu verteidigen gewesen wäre, hätte es das 5:2 durch den eingewechselten Marc Roth nur eine Zeigerumdrehung später sicherlich nicht gebraucht.

Einer, dessen Torhunger bis zu seiner Auswechslung immer noch nicht gestillt war, erzielte in der 86. Minute seinen vierten und letzten Treffer in der Partie zum 6:2 Endstand – Jakub Hrudka.

Das sagen die Trainer zum Spiel

Faruk Maloku (ASV Cham): „Von der Herangehensweise des Spiels war es natürlich alles andere als einfach, weil sich das Ganze nach hinten verschoben hat. Für uns war das eine Ausnahmesituation, die wir so noch nicht erlebt hatten. Gerade auch, weil es für uns das vorletzte Spiel war. Bei uns war schon sehr lange Strom drauf, weil wir ein wenig durcheinander gebracht worden sind und keiner genau wusste, wann und wie geht es weiter. Da die Spannung hochzuhalten war nicht einfach. Die Tore haben wir sehr schön herausgearbeitet. Meine Jungs haben es überragend gemacht. Wir konnten uns mit dem Sieg den Vizemeistertitel sichern, darauf können wir stolz sein.“

Chams Trainer Faruk Maloku kann wieder lachen: Nach der Buspanne des Gegners begann das für den ASV so wichtige Spiel mit einer Stunde Verspätung. Doch seine Elf meisterte diese Ausnahmesituation mit Bravour. - Foto: Simon Tschannerl

Fabian Schäll (Spielertrainer SCG): „Wir können einige Kapitel schreiben, was die Saison angeht. Doch was heute alles passiert ist, ist ein ganzes Buch wert. Wir mussten über eine Stunde auf dem Standstreifen verbringen, haben dann händeringend alles versucht, die Jungs hierher zu bringen. Der frühe Rückstand passt genau zu dem Tag. Ich möchte unserer Mannschaft aufgrund der Ereignisse, die sie durchmachen musste, keinen Vorwurf machen.“