Plattlinger Werkzeugbauer Dictum GmbH meldet Insolvenz an

Von Passauer Neue Presse · 28. April 2026 um 19:02

Schlechte Nachrichten aus Plattling (Landkreis Deggendorf): Der überregional bedeutende Messer- und Werkzeughersteller Dictum hat Insolvenz angemeldet. Beim Insolvenzgericht Deggendorf wurde ein entsprechender Antrag auf Eigeninsolvenz gestellt. Das bestätigte die Regensburger Anwaltskanzlei Dr. Beck und Partner auf PNP-Nachfrage.

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Die Dictum GmbH ist ein traditionsreicher Händler und Hersteller von Spezialwerkzeugen zur Holzbearbeitung und dem Instrumentenbau mit Sitz in Plattling. Die Ursprünge des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1848 zurück. Seit den 1970er Jahren liegt ein weiterer Schwerpunkt des Produktportfolios auf hochwertigen Messern und Gartenwerkzeugen. Zuletzt wurde das Angebot um Ausrüstung für die Jagd erweitert.

81 Mitarbeiter in Plattling und München

Das Unternehmen beschäftigt derzeit 81 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von knapp 30 Millionen Euro. Die angebotenen und zum Teil in der eigenen Manufaktur im Plattlinger Industriegebiet hergestellten Werkzeuge werden stationär über zwei Ladengeschäften in Plattling und München sowie über den eigenen Onlineshop vertrieben.

„Wie viele Unternehmen ist auch die Dictum GmbH von der angespannten gesamt-wirtschaftlichen Lage der letzten Jahre betroffen, die zu einer spürbaren Eintrübung des allgemeinen Konsumklimas geführt hat,“ heißt es in einer Pressemitteilung von Beck und Partner. Von der zunehmenden Kaufzurückhaltung der Kunden sei das Unternehmen als Anbieter hochwertiger Waren in besonderem Maße betroffen gewesen. Zugleich wurde in den vergangenen Jahren signifikant in eine Erweiterung des Produktportfolios investiert, was enorme Kosten verursachte.

Finanzierung des laufenden Geschäftsjahrs nicht gesichert

Offenbar zuviel. Eine verbindliche Ausfinanzierung des Geschäftsjahres 2026 konnte nicht mehr gewährleistet werden. „Zur nachhaltigen Sicherung des Geschäftsbetriebs wurde daher die Entscheidung getroffen, die eingeleitete Sanierungsstrategie konsequent unter dem Schutz des Insolvenzrechts fortzusetzen“, so die Kanzlei, zu deren Klienten unter anderem die Klinik Dr. Maul in Ingolstadt, die Bavaria Yachtbau GmbH in Giebelstadt oder die Regensburger Druckgußwerk Wolf GmbH gehören.

„Dieser Schritt war notwendig, um die Zukunft des Unternehmens auch im Sinne unserer Mitarbeiter abzusichern. Unser Ziel ist es nun, gemeinsam mit einem starken Partner die Marke Dictum zukunftsfähig aufzustellen. Von unserem grundsätzlichen Geschäftsmodell bin ich weiterhin überzeugt“, erklärt Quynh Christian Ha-Ngoc, Geschäftsführer der Dictum GmbH.

Dictum will Geschäftsbetrieb „uneingeschränkt“ aufrecht erhalten

„Unser vorrangiges Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb der Dictum GmbH in den nächsten Monaten uneingeschränkt aufrechtzuerhalten und den Kunden des Unternehmens weiterhin zuverlässig zu beliefern. Gemeinsam mit den Verfahrensbeteiligten werden wir alle Optionen prüfen und Verhandlungen führen, um Investoren für eine langfristige Sicherung des Betriebs vor Ort zu finden. Die bereits frühzeitig erfolgte Insolvenzantragstellung verschafft uns hierfür ein komfortables Zeitfenster“, so der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Hubert Ampferl von Beck und Partner.

Die Gehälter der Mitarbeiter sind laut Ampferl für die Monate April bis Juni durch das Insolvenzgeld über die Bundesagentur für Arbeit abgesichert.Ampferl gibt sich optiimistisch, durch das Insolvenzverfahren die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Fortführung des Unternehmens in den nächsten Monatenzu schaffen.