Waldbühne Furth im Wald zeigt „Dschungelbuch“ und „Mein Freund Wicki“

Von Alexander Frimberger · 27. April 2026 um 19:00

Die Vorbereitung der Sommersaison auf der Waldbühne geht in die heiße Phase. Seit mehr als 35 Jahren zaubert ein Team aus vielen Helfern und Spielern ein Lächeln auf die Gesichter von kleinen und großen Theaterfans. Der Vater des Erfolgs heißt Max Schmatz, von Anfang an. Mit Herzblut ist er dabei und sagt auch, was sich in den vergangenen Jahren nicht gerade zum Positiven verändert hat.

Der Träger des Bundesverdienstkreuzes, das er für seinen unermüdlichen Einsatz für die Jugend erhalten hat, sitzt in seinem Büro gegenüber der Stadtpfarrkirche und blickt auf seinen Computer. „Im Moment ist es gerade etwas stressig“, sagt er, während er die Textbücher für die Proben bearbeitet.

Die Zeit bis zum Probenbeginn ist stressig

Balu der Bär, Baghira der Panther, der Dschungelbub Mogli, insgesamt 16 Spieler proben für das „Dschungelbuch“, das auf der Waldbühne ab 3. Juli zu sehen ist und bei dem er auch Regie führt. Das zweite Stück heißt „Mein Freund Wicki“ und handelt natürlich von dem kleinen Jungen, der zwar keine Kraft hat und ziemlich ängstlich ist, aber mit seinen tollen Ideen seinen Freunden immer wieder aus der Patsche hilft. Seit drei Jahren führt Martin Schneider beim zweiten Stück Regie, damit für Schmatz wenigstens ein wenig Luft zum Atmen bleibt.

Das Telefon läutet, Karten werden bestellt. Eine junge Frau kommt zur Tür herein, holt sich ebenfalls Tickets. „Der Vorverkauf läuft gut“, sagt der Theatermann. Auch im Internet wird eifrig bestellt. „Karten gibt es aber noch für alle Aufführungen“, beruhigt er. Auch spontane Theaterfreude können an der Tageskasse in der Regel noch Tickets erwerben. „Mit 550 Besuchern stoßen wir zwar irgendwann an unsere Kapazitätsgrenze“, erklärt Schmatz, „aber wir finden meistens noch ein Plätzchen, um eine Bank aufzustellen.“

Gerade macht er die Waldbühne fit für den Sommer. Wasser aufdrehen, Technik installieren, die über den Winter abgebaut wird, vieles ist zu erledigen, bevor es wieder losgehen kann. Anfang Mai beginnen auch die Vorbereitungsproben, bei denen schon einmal ausgelotet wird, welcher Spieler wo auf der Bühne steht. Mitte Mai geht es dann richtig los. Schmatz verlangt da noch nicht, dass jeder seinen Text perfekt beherrscht. Den über die ganze Zeit bis in den Juli im Kopf zu behalten, sei kaum möglich. Erst in den letzten beiden Wochen vor der Premiere wird ganz ohne Textbücher geprobt. Einen Souffleur gibt es übrigens nicht. Was, wenn der Text weg ist? Da müsse sich jeder selbst raushelfen. Das klappe aber immer, gerade bei den Kindern. „Die lernen Text ohnehin viel schneller als die Erwachsenen.“

Auch das Thema Lampenfieber sieht er pragmatisch. „Das gehört dazu, man muss lernen, damit umzugehen.“ Auch er wird davon gepackt, wenn er bei der Premiere auf der Bühne steht und die Gäste begrüßt. Ohne Lampenfieber gibt es für ihn auch keine Theaterleidenschaft.

Ein wenig nachdenklich stimmt Schmatz die aktuelle Entwicklung im Kulturbetrieb. Früher sei es kein Problem gewesen, in der Theaterzeit bei Bedarf Freistellungen von der Schule zu bekommen, heute sei das mit einem erheblichen Aufwand verbunden. „Warum das so ist, weiß ich nicht“, überlegt er und bekräftigt: „Immerhin gehört das, was wir machen auch zu den pädagogischen Aufgaben.“ Er findet, das ist in Bezug auf die Entwicklung der Kinder kontraproduktiv. „Ich habe das am eigenen Leib erfahren“, erinnert er sich. Seine Tochter hat mit neun Jahren erstmals auf der Waldbühne gestanden.

Corona und Handys haben viel verändert

Da geht es zur Waldbühne. - Foto: Alexander Frimberger

Als sie später in der Realschule ein Referat halten sollte, war das gar kein Problem. „Papa“, hat sie gesagt, „ich habe vor 600 Leuten gespielt, da machen mir doch 20 Klassenkameraden nichts aus.“ Noch eine Veränderung, die ihm gar nicht schmeckt, erklärt sich aus einem Satz von ihm, den bei den Proben jeder kennt: „Jetzt wenn du Dein Handy nicht wegpackst, dann schmeiß ich es über die Mauer.“ Dann ist da natürlich noch Corona, der Virus, der vieles verändert hat. In der Zeit der Isolierung hätten sich viele andere Freizeitbeschäftigungen und Hobbys zugelegt. Trotz allem gelingt es Max Schmatz mit seinem unermüdlichen Einsatz für die Jugend immer wieder, den Zauber vieler Kindergeschichten auf die Bühne zu bringen.

„Dschungelbuch“ und „Mein Freund Wicki“

Spielzeit: Rund 30 bis 40 ehrenamtliche Helfer und in diesem Jahr 28 Spieler sorgen auf der Waldbühne dafür, dass Kinderaugen vom 3. Juli bis zum 15. August leuchten. Acht Mal wird das Dschungelbuch gezeigt, sieben Mal das zweite Stück. Premiere für das Dschungelbuch ist am 3. Juli, 20 Uhr. Einen Tag später, ebenfalls um 20 Uhr, zeigt die Waldbühne: Mein Freund Wicki. Weitere Vorführzeiten sind auch mal um 10 Uhr morgens oder nachmittags um 17.30 Uhr.

Termine und Karten: Die Termine und moderaten Eintrittspreise findet man im Internet unter www.waldbuehne. de. Dort können Karten auch bestellt werden. Das Büro hat Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag von 10 bis 11.30 Uhr geöffnet.

Kinderfest: Bereits am 28. Juni findet auf dem Gelände das traditionelle Kinderfest statt. Um 10 Uhr geht es los, um 10.30 Uhr folgt ein Familiengottesdienst und ab 12 Uhr startet ein Mitmachprogramm (zwei Euro), das bis 18 Uhr läuft. Verlosung, Kutschfahrten und mehr komplettieren den Tag.