Werk mit Herz und Humor: Das Kinderbuch „Der Wolf und das Hühnchen beim Kötztinger Pfingstritt“

Von Maria Frisch · 25. April 2026 um 17:00

Bürgermeister Markus Hofmann begrüßte die Gäste im Hörsaal des Sinocur am Donnerstag zu einer besonderen Präsentation des Buches von Beate Freitag mit dem Titel „Der Wolf und das Hühnchen beim Kötztinger Pfingstritt“. Da denke man sich gleich, wie passen „der Wolf und das Hühnchen“ überhaupt zusammen? Es sei unbestritten ein spannender Titel.

„Es ist immer etwas ganz besonderes, wenn ein neues Buch erscheint, noch schöner ist es, wenn es ein Werk ist, das unsere Heimat, unsere Traditionen und unsere Identität aufgreift – auf diese kreative, liebevolle und vielleicht auch augenzwinkernde Weise“, formulierte es der Rathauschef in seiner Begrüßung.

Seit Jahrhunderten im Herzen der Bürgerschaft verwurzelt

Er durfte das Buch bereits lesen. Der Kötztinger Pfingstritt sei weit mehr als eine Veranstaltung. Die Buchpräsentation passte wunderbar in diese Woche, in der die gesamten Sitzungen stattfinden. Der Pfingstritt sei ein fester Bestandteil der Stadtgeschichte, Ausdruck gelebten Glaubens und seit Jahrhunderten tief im Herzen der Bürgerschaft verwurzelt. Jahr für Jahr bewegt dieses Ereignis Menschen. „Besonders begeistert hat mich, dass auch die Tiere davon angesteckt werden“, so der Redner. Es sei schön zu sehen, dass diese Tradition auch literarisch weiterlebt und auf eine Weise erzählt wird, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen anspricht. Der Titel „der Wolf und das Hühnchen beim Kötztinger Pfingstritt“ mache neugierig, wecke Fantasie und lasse schon erahnen, dass das Ganze mit Charme, Humor und Herz erzählt wird.

Sein Dank galt Beate Freitag für die Idee, die Zeit, die Kreativität und das Engagement, ein solches Buch auf den Weg zu bringen. „Bücher entstehen nicht nebenbei, sie brauchen Leidenschaft, Ausdauer und den Wunsch, Geschichten mit anderen zu teilen“, attestierte der Bürgermeister. Es sei etwas ganz besonderes, dass die Pfingstgeschichte auf wunderbare Weise erzählt wird. „Es ist Beate Freitag gelungen, sie auf eine kindgerechte Form und sehr spannend zu vermitteln“, lobte Hofmann. Es sei ein Werk, das immer wieder gelesen werden könne. Es helfe dabei, das Brauchtum von Generation zu Generation weiterzugeben.

Die pensionierte Realschullehrerin Claudia Fischer aus Hohenfels bezeichnete es als große Ehre, für ihre Freundin Beate Freitag die Laudatio halten zu dürfen. Sie ist selbst Autorin und Lektorin und organisiere die Buchmesse Liberatisbona in Regensburg.

Die Autorin schreibt in der Geschichte

Wenn sie an Beate Freitags Bücher denke, fällt ihr ein, dass die Wahl-Rimbacherin nicht über die Geschichte, sondern in der Geschichte schreibt. Im Jahr 2004, als es weder Tik-Tok noch Instagram gab, schrieben anfangs nur wenige User anonym in Foren über ihre Probleme und ihren Alltag. Als sich Claudia Fischer in einem dieser Foren anmeldete, steckte sie gerade selbst in der Veröffentlichung ihres ersten Buches und erzählte darüber. Es entstand eine Gruppe von Userinnen, die sich im Lauf des nächsten Jahres zu Freundinnen entwickelten. Eine davon (Beate Freitag) stach hervor. „Mit dem, was sie schrieb und wie sie es tat, begeisterte sie nicht nur mich, sondern auch andere, weil Gefühle, Erlebnisse, Lachen und Weinen echt klangen“, erinnerte sich Fischer.

Diese Freundin ließ sie viel später ein Märchen für Erwachsene lesen. Es ging um einen Wolf und ein Hühnchen. Daraus stachen Lebenserfahrung, Sehnsucht und Träume heraus. Nach Jahren erkundigte sich Claudia Fischer, ob Freitag die Geschichte fertiggeschrieben habe. „Ich drängte sie förmlich dazu, und endlich konnte sie mir das fertige Skript präsentieren“, schilderte die Ex-Lehrerin. Es war ein Buch für Kinder und nebenbei für Erwachsene geworden. Die Freundschaft ist geblieben, obwohl sich das Forum längst aufgelöst hat.

Es (das Buch) ist ein leises kleines Dankeschön dafür, dass man sie so herzlich aufnahm.Claudia Fischer, Laudatorin

Beate Freitag ist 1961 in Franken geboren. Sie wuchs in einer Familie auf, in der Literatur und Kunst schon immer selbstverständlich waren. Es war früh klar, dass Worte einmal eine größere Rolle in ihrem Leben spielen werden. Zunächst verlief alles bodenständig mit Abitur, einer Ausbildung in einem Verlag, zwei Söhnen, Klavierlehrerin. „Wie das echte Leben so spielt, teilt sie seit 2006 ihr Leben mit ihrem Mann Wolfgang und zog nach Rimbach“, berichtete die Laudatorin. Sie wurde Teil des Ortes und seiner Traditionen. Ihr wahrscheinlich mutigster Schritt war die Gründung ihres eigenen Verlags „Woidgeschichten“. Der „Woid“ vermittelte ihr ein Lebensgefühl und eine gewisse Magie, die sich auch in ihren Geschichten widerspiegelt. Mit dem Buch über den Pfingstritt gebe Beate Freitag der Gemeinschaft etwas zurück, der sie nun angehört. „Es ist ein leises kleines Dankeschön dafür, dass man sie so herzlich aufnahm“, schloss Claudia Fischer. Beate Freitag stellte daraufhin ihr Buch theatralisch perfekt vor.