Tödliches Unglück überschattet gute Unfallbilanz der Region Waldmünchen

Von Martin Hladik · 23. April 2026 um 20:00

Leider hat die polizeiliche Unfallstatistik für 2025 einige Tote zu beklagen. Und der Unfall am 30. Juni auf der B 22 bei Schönthal war besonderes tragisch. Das machte Bianca Drechsel, die Leiterin der Polizeistation in Waldmünchen, bei der Vorstellung der Statistik deutlich. Bei dem Unfall war ein Wohnwagengespann aus immer noch nicht geklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem Lastwagen kollidiert. Während der Fahrer befreit werden konnte, gelang das bei der 60-jährigen Beifahrerin nicht.

Und das besonders tragische: All dies musste ihre Tochter mit ihren zwei Kindern mit ansehen. Sie war dem Wohnwagengespann auf einer gemeinsamen Urlaubsfahrt im Auto gefolgt. Im Nachhinein konnte festgestellt werden, dass die Frau schon beim Unfall verstorben war, bevor das Auto zu brennen anfing, sagte Drechsel. „Das war für uns ein einschneidendes Erlebnis“, berichtete die Polizistin.

Wenig schwere Unfälle in der Region Waldmünchen

Ansonsten bewegt sich die Unfallstatistik der Polizei im normalen Rahmen. Insgesamt gab es 527 Verkehrsunfälle. Die allermeisten, nämlich 402, sind sogenannte Kleinunfälle mit geringem Sachschaden. Unfälle mit höheren Schäden liegen bei 76 und die mit verletzten Personen bei 49. Von drei auf sechs verdoppelt hat sich von 2024 auf 2025 die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss. In Kombination mit diesen gab es einen Unfall unter Drogeneinfluss. Ein 39-jähriger Tschesche war betrunken und unter Drogen auf einem nicht zugelassenen E-Roller gefahren und gestürzt. Zum Glück drängten die Polizisten und die Retter den eigentlich unwilligen Mann, ins Krankenhaus zu fahren. Er hatte sich beim Sturz eine Hirnblutung zugezogen. Zudem ist er Jahresrekordhalter der Alko-Fahrten mit 2,45 Promille. Rekord bei den Rasern war ein 50 km/h zu schnell Fahrender außerorts und ein 37 km/h zu schnell Fahrender innerorts.

Mit 305 Wildunfällen ist der Altlandkreis Waldmünchen als ländliche Region durchaus stärker betroffen, was bei schwerwiegenderen Unfallarten nicht der Fall ist. Hier liegt die Region unter den Durchschnittszahlen des Landkreises. Weiterhin ein großes Problem bleiben die 54 Unfallfluchten, von denen nur 18 geklärt werden konnten.

Zu geringer Anstand, Abbiegefehler oder Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot sind die häufigsten Unfallursachen. Mit nur drei Unfällen, die auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen sind, liegt der Raum Waldmünchen vergleichsweise günstig.

Zwiespältige Haltung zu den Microcars

Eine Frage aus den Reihen der Bürgermeister über die Beteiligung von Microcars am Unfallgeschehen führte zu einer durchaus kontroversen Diskussion auch bei den Polizisten. Zunächst sei aber festgestellt, dass die Fahrzeuge statisch absolut unauffällig sind, was das Unfallgeschehen betrifft. Bianca Drechsel und Stefan Iglhaut von der Polizeistation Waldmünchen nahmen eine pragmatische Haltung ein. Auf dem Land sei Mobilität für junge Leute wichtig. Und bevor sie sich auf ein Zweirad setzten, dass bei einem Unfall keinen Schutz böte, sei so ein kleines Auto besser. Der Chef der PI Furth, Phillip Rammrath, wies aufgrund seiner Erfahrungen auf die Probleme hin. Es fehlten oft Sicherheitsgurte, ein ABS und auch das Spurverhalten der kleinen Autos sei schwierig. Ähnlich urteilten die Polizisten über die vielen Golfcarts in der Region.