Umfrage in Schwandorfs Autohäusern: So macht sich die neue E-Auto-Prämie bemerkbar

Von Clara Lietzmann · 7. April 2026 um 04:55

Mit der neuen E-Auto-Prämie, die im Januar in Kraft trat, will die Bundesregierung Haushalten mit niedrigem bis mittlerem Einkommen ermöglichen, in die Elektromobilität einzusteigen. Bis zu 6000 Euro Zuschuss beim Kauf oder auch beim Leasing von Neuwagen kann es bei niedrigerem Einkommen und Kindern im Haus geben. Auch Schwandorfer Autohäuser möchten von der Maßnahme profitieren. Wie wird das Angebot angenommen?

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Verkäufer Markus Elgass vom Autohaus Widmann schätzt den Anstieg der Elektro-Vertragsabschlüsse seit der Prämie auf circa 15 bis 20 Prozent – jedoch nur im Einsteigerbereich. Für den Großteil der Modelle sei die Prämie nicht relevant: Zu hochpreisig die Autos, zu wohlhabend die Kunden. Wer sich einen Neuwagen für 100.000 Euro leisten könne, der sei auf die Förderung ohnehin nicht angewiesen, findet Elgass. Der soziale Ansatz sei daher seiner Ansicht nach sinnvoll.

Nur wenig Vorteile für deutsche Premiumwagen

Verkaufsleiter Stefan Hartinger vom Autohaus Lell sieht das Modell vor diesem Hintergrund kritisch: Es sei bekannt, dass deutsche Hersteller überwiegend im Premiumsegment lägen, stellt er fest. Für diese sei das Fördermodell nicht zugeschnitten. Viele Zuwendungen könnten indes auf günstigere Importlieferanten entfallen.

Hartingers Kollege im Verkauf, Wolfgang, Wild teilt die Beobachtungen: Für die hochpreisigen Modelle fällt die Prämie nicht ins Gewicht, zu einem gewissen Grad jedoch bei kleineren Einsteigerwagen. Bei denen könne man durchaus einen guten Deal machen, erklärt Wild, denn die Leasing-Raten würden durch die Förderung signifikant abgesenkt. Mit der Prämie als Anzahlung könnten auch Menschen mit weniger Einkommen hier zugreifen. Den Kaufpreis in Bar könne diese Gruppe jedoch in der Regel nicht aufbringen.

E-Mobilität lieber nur zur Miete

Kein Problem, denn deutlich wird: Elektroautos sind ein Fall für Leasing. Während es beim traditionellen Benzinerkauf noch galt, „was man kauft, das will man auch besitzen“, herrsche bei Elektro eine andere Mentalität, erklärt Händler Stefan Duscher. Bei E-Autos seien die meisten Kunden vorsichtig, da man die Entwicklung in den nächsten Jahren schwer abschätzen könne. Bei einem Leasing geht der Wagen einfach an Hersteller oder Händler zurück. Seit der Einführung der Prämie vermerkt Duscher ein deutlich erhöhtes Interesse am Elektro-Leasing bei seinen Kunden. Ein neues E-Auto kaufen wolle aber bisher bei ihm niemand.

Mir gefällt der soziale Anspruch hinter der PrämieChristian Dull, Geschäftsführer Autohaus Maschek

Diese Erfahrung bestätigt auch Christian Dull, Geschäftsführer des Autohauses Maschek. In seinem Autohaus schätzt er die Leasingrate bei Elektrofahrzeugen auf gut 95 Prozent, Neukäufe bildeten eher eine Ausnahme. Er freut sich, dass es die neue Elektroprämie gibt und macht schon fleißig Werbung. Sogar eine Überbrückungslösung wurde eingerichtet für jene, die die Anzahlung noch nicht stemmen können, bevor die Prämie auf dem Konto eingeht.

Fakt ist nämlich: Die eigentliche Antragstellung hat noch nicht begonnen. Erst ab Mai wird der Antrag laut offizieller Quelle voraussichtlich möglich sein, über den man rückwirkend die Förderung erhalten soll. Unklar bleiben bisher die Details über die nötigen Nachweise. Das könnte anspruchsvoll werden, spekuliert Dull, denn man müsse sowohl das Einkommen aus zwei Kalenderjahren nachweisen als auch die eigene Haushaltssituation.

Noch Unklarheiten zum Antragsstart im Mai

Auch Betriebsleiter Patrick Huber vom Autohaus Stauner sieht in dieser Hinsicht noch offene Fragezeichen. Gilt zum Beispiel eine Familie als Haushalt, wenn erwachsene Kinder mit im Haus leben? Für ihn ein tagesaktuelles Problem, denn in seinem Autohaus ist das Interesse an den Elektrodeals hoch. Die Leasingrate schätzt Huber auf ca. 80 Prozent gegenüber 20 Prozent Käufern. Die Autos seiner Marke seien im Allgemeinen „bezahlbar“, findet er, daher könne seine Zielgruppe in der Regel von der Prämie profitieren.

Betriebsleiter Patrick Huber von Autohaus Stauner ist schon lange offen für Elektro: Für ihn die Prämie eine gute Nachricht. - Foto: Clara Lietzmann

Auch unabhängig von der Prämie sei der Gesamttrend für Elektro in der Region positiv, stellt Patrick Huber fest: Immer mehr Leute legten freiwillig ihr Vertrauen in Elektro. Die günstige Infrastruktur käme hinzu, denn es gebe hier schon einige Ladestationen und viele hätten ein Einfamilienhaus. Die offiziellen Zahlen geben ihm Recht: Bereits 2025 war auch ohne Prämie ein Anstieg der E-Auto-Zulassungen in der Oberpfalz zu vermerken.