Modernes Märchen begeisterte

Von Mittelbayerische Zeitung · 30. März 2026 um 21:42

Burglengenfeld. Kurz vor den Osterferien zeigte die Oberstufentheatergruppe des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums an drei Abenden im Theaterkeller der Schule ihre diesjährige Abschlusspräsentation. Die moderne Inszenierung des Märchens „Der Schmied und der Teufel“ begeisterte die rund 300 Zuschauer vom ersten Moment, heißt es in einer Mitteilung der Schule.

Gleich zu Beginn bot sich den Zuschauern ein überraschendes Bild: 15 „Seelen“ liegen regungslos auf dem Boden. Als sie nach und nach erwachen, begreifen sie allmählich ihr Schicksal: Sie wurden an den Teufel verkauft. Die folgenden elf eigenständig von den Jugendlichen erarbeiteten Szenen waren an das klassische Märchen „Der Schmied und der Teufel“ angelehnt, erfuhren aber eine mit minimalistischen Mitteln umgesetzte und mit viel Spielwitz angereicherte moderne Adaption.

Im Zentrum des Theaterstücks steht der Schmied, der seine Seele aus Verzweiflung an den Teufel verkauft, um so seiner Familie das finanzielle Überleben zu ermöglichen. Doch anstatt diese Geschichte linear zu erzählen, baute die Theatergruppe unter der Leitung von Noura Zeitouni und Gerhard Eber in die Handlung zeitliche Brüche, groteske Elemente und Rückblenden ein und ermöglichte dadurch ganz unterschiedliche Blickwinkel und Interpretationen der Vorgeschichte des Schmieds.

Ist es verwerflich, aus finanzieller Not einen Pakt mit dem Teufel einzugehen? Solche moralische Fragen nach den Konsequenzen des eigenen Handelns ließ die Inszenierung bewusst unbeantwortet, während die jugendlichen Schauspieler in ihrer Darstellung scheinbar mühelos zwischen Emotionen, Rollen und Stimmungen wechselten.

Langanhaltender Applaus belohnte die überzeugende Leistung der Theatergruppe, die mit Gespür für Atmosphäre und feinem Humor den Märchenstoff aus dem Jahr 1812 in die Gegenwart versetzte, in der die Themen Gier und moralische Grenzüberschreitung aktueller denn je erscheinen.