Der Hort bleibt der Renner: Gemeinderat Bodenwöhr entschied Fortführung der Betreuung

Volles Haus bei der Gemeinderatssitzung in Bodenwöhr. Das galt für den Gemeinderat, dessen Mitglieder alle anwesend waren und das galt für den gut gefüllten Zuschauerbereich. Viele Eltern interessierten sich für den Tagesordnungspunkt fünf, unter dem entschieden werden sollte, in welcher Form zukünftig die Nachmittagsbetreuung der Kinder erfolgen wird: Als Hort oder als offene Ganztagsschule.
Vertreter der Eltern hatten Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU) vorab eine Petition mit mehr als 200 Unterschriften übergeben, um ihrem Wunsch nach einer Hort-Lösung Nachdruck zu verleihen. Ab 2026 beginnt der gesetzliche Anspruch auf Ganztagsbetreuung in der Schule. Im Grundsatz habe man bereits die Entscheidung für ein „Kinderhaus“ für kleine und große Kinder gefällt, so Hoffmann. Momentan fahre man zweigleisig.
Circa 50 Kinder besuchen den Hort und um die 35 die Ganztagsschule. Für die Zukunft müsse man sich für eine Variante entscheiden. Da von der Schulleitung und der Ganztagskoordination der Hort als die pädagogisch bessere Lösung gesehen wird, lautete der Vorschlag der Verwaltung an den Gemeinderat entsprechend und entschieden sich die Räte einstimmig für die Fortführung der Nachmittagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/27 für den kostenpflichtigen Hort.
Ohne finanzielle Beteiligung der Eltern geht es nicht
Die Mindestbuchungszeit wurde auf drei bis vier Stunden festgelegt. Nur so sei gewährleistet, dass man die staatlichen Zuschüsse je Kind in voller Höhe erhalte. Um die finanzielle Größenordnung für die Gemeinde deutlich zu machen, fasste der Bürgermeister die verschiedenen Kinderbetreuungseinrichtungen zusammen und kam auf einen Betrag von ungefähr 725.000 Euro, die im Jahr 2025 für Kinderbetreuung als Zuschuss an die verschiedenen Träger bezahlt wurde. In etwa der gleiche Betrag kam vom Freistaat Bayern. „Ohne finanzielle Beteiligung der Eltern geht es nicht“, so der Bürgermeister. In der Diskussion waren sich im Grundsatz alle einig, lediglich bei der Frage der Mindestbuchungszeiten gab Unterschiede.
Ein weiteres, zukunftsweisendes Thema war die Kommunale Wärmeplanung. Hier haben die Kommunen die Verpflichtung, bis spätestens 2028 einen Wärmeplan zu erarbeiten. Das von der Gemeinde beauftragte Institut für Energietechnik stellte in der Sitzung die Ergebnisse für einen Bodenwöhrer Wärmeplan vor. In der Studie ging es darum den bisherigen Bestand zu erheben, mögliche Potenziale zu analysieren und für die Verantwortlichen in der Gemeinde Grundlagen für zukünftige Entscheidungen zu schaffen.
Aktuell basieren circa 25 Prozent der Wärmeversorgung auf Erdgas, 45 Prozent auf Heizöl und 23 Prozent auf Holz. Im Gemeindegebiet gebe es eine Biogasanlage und zwei Hackschnitzelanlagen. Zwar sei der Einsatz von Holz noch steigerungsfähig; zur Kompensation von Öl und Gas würde es aber nicht reichen.
Dachflächen-PV-Anlagen böten das Potential für 31 Gigawattstunden. Damit könnte man etwa die Hälfte des Wärmebedarfs decken. In Verbindung mit einer Wärmepumpe entstünde das zweifache an Wärmenutzung. Auch die industrielle Abwärme der Firma Tremco CPG wäre teilweise eine interessante Möglichkeit. Die Gemeinderäte billigten die Planungen einstimmig.
Der für das Jahr 2026 aufgestellte Haushaltsplan war zwar von der Rechtsaufsicht bereits genehmigt, allerdings musste die Kreditermächtigung in Höhe von 2.750.000 Euro nach unten korrigiert werden, weil eine nicht Ausgeschöpfte aus dem Jahr 2024 in Anrechnung gebracht werden musste. Diese Korrektur und die Verabschiedung der Haushaltssatzung mit Einnahmen und Ausgaben von 13.780.750 Euro im Verwaltungshaushalt und 7.156.700 Euro im Vermögenshaushalt wurde gegen drei Stimmen gebilligt.
Neue Geräte für den Spielplatz in Taxöldern
Einstimmig wurden Straßennamen vergeben: Für die Ortsstraße im Baugebiet „Wohnen an der Schwandner Höhe“ der Name Christoph-Fritsch-Straße und im Baugebiet „Wohnen in der Ziegelzell“ soll die Ortsstraße „In der Ziegelzell“ heißen.
Freuen dürfen sich Eltern und Kinder in Taxöldern. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, im Rahmen des Dorferneuerungsverfahrens, neue Spielgeräte für den Spielplatz zu beschaffen. Bewilligt wurden dafür 71.995 Euro und 5000 Euro für eine Rastplatzhütte.
Weitere Themen der Sitzung
• Feuerwehr: Die nach dem Feuerwehrgesetz nötige Bestätigung erfolgte einstimmig, und zwar für Alexander Beer als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Taxöldern und für Daniel Roith als stellvertretenden Kommandanten.
• Auftragsvergaben: Für die Sanierung des Bahnhofsgebäudes wurde eine Reihe von Auftragsvergaben bekanntgegeben. Der Auftrag für die Innentüren wird an die Firma Kreuzer & Sohn Bau- und Möbelschreinerei in Schönsee zum Preis von 45.047,45 Euro vergeben. Die Bodenbelagsarbeiten gehen an die Firma BANDL Innenausbau GmbH in Kelheim zum Preis von 30.246,83 Euro. Die Firma Fliesen Walter GmbH erhält den Auftrag für die Fliesenarbeiten zum Preis von 70.151,69 Euro. Der Auftrag für die Malerarbeiten geht an die Firma Schmied Maler e.K. aus Bodenwöhr zum Preis von 21.427,02 Euro.