Rätselhaftes Denkmal in Train war jahrzehntelang verschwunden – und tauchte jetzt wieder auf

Von Mittelbayerische Zeitung · 23. März 2026 um 15:00

Ein stiller Zeuge vergangener Zeiten hat seinen Platz am Wassergraben des Wasserschlosses in Train (Landkreis Kelheim) wiedergefunden: ein schlichtes, aus hellem Kalkstein gefertigtes Steinkreuz. Es trägt weder Inschrift noch Zeichen – und die Ursprünge des Kreuzes sind weitestgehend unbekannt.

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Video aus dem Jahr 2024

Die Hintergrundinformationen zu diesem Fund und seiner rätselhaften Geschichte hat Eberhard Keim beigesteuert. Vor über 25 Jahren war das Kreuz demnach beim Aushub des hinteren Bereichs des Schlossweihers völlig unversehrt aus dem Boden geborgen worden. Seine ursprüngliche Herkunft und Bedeutung bleiben bis heute im Dunkeln. Sicher ist nur, dass das Kreuz „aus früheren Zeiten stammen muss und einst eine religiöse oder kulturelle Bedeutung gehabt haben dürfte“.

Aufgrund seines Bezugs zur Geschichte des Trainer Schlosses wurde das Kreuz nach seiner Entdeckung in der Nähe des heutigen Standortes aufgestellt und schmückte fortan den Weg am Schlossteich. Doch schon nach relativ kurzer Zeit verschwand es wieder spurlos. Viele Menschen im Ort rätselten über den Verbleib und schüttelten ungläubig den Kopf über dieses unerklärliche Verschwinden.

Überraschung im Herbst 2025

Erst im Herbst 2025 kam die überraschende Auflösung des Rätsels ans Licht. Wegen Brückenarbeiten musste der Schlossweiher teilweise abgesenkt werden – und plötzlich wurde sichtbar, was sich über zwei Jahrzehnte unter der Wasseroberfläche verborgen hatte: Das schwere Steinkreuz war offenbar vom Sockel gebrochen und über den Zaun in den Schlossteich geworfen worden. Trotz des steinigen Untergrunds blieb es unbeschadet.

Die lange Lagerung im Wasser hatte dem alten Kalkstein jedoch eine ganz besondere Oberfläche verliehen: eine natürliche, festhaftende Patina, ähnlich den Flussbausteinen des Teichgrundes. Am Ufer wuchs die Sumpfschwertlilie – eine stille Begleiterin dieses verborgenen Geheimnisses unter der Wasseroberfläche.

Das Steinkreuz beim Wasserschloss in Train. - Foto: Daniela Bohl

Nun hat das historische Kreuz erneut einen würdigen Platz erhalten. Gemeinsam mit dem Kunstschmied Benedikt Huber entstand ein neuer Metallsockel, der das Steinkreuz dauerhaft und sicher mit einem Betonfundament im Boden verbindet.

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Auch die Umgebung wurde behutsam gestaltet: Die zugespitzten Blätter der Sumpfschwertlilie begleiten weiterhin das christliche Symbol am Teichrand. Schneeglöckchen und Krokusse bringen im Frühjahr erste Farbtupfer, während eine kleine Strauchrose mit Wildrosencharakter den Hintergrund bildet und bis in den Herbst hinein blüht.

„So erinnert das Steinkreuz heute nicht nur an eine unbekannte Vergangenheit, sondern auch daran, wie ein fast vergessenes Stück Geschichte wieder ans Licht kommen kann“, formuliert die Gemeinde Train in einer Pressemitteilung.