Diese Abwahl des Kelheimer Landrats war eindeutig

Schon nach der Landratswahl vor zwei Wochen zeichnete sich ab, dass die Chancen für Martin Neumeyer schwinden. Doch dass die Niederlage so deutlich wurde, war dann doch eine Überraschung.
In der Regensburger Straße in Kelheim standen sie die vergangenen Wochen Seite an Seite: Bürgermeister Christian Schweiger und Landrat Martin Neumeyer bzw. ihre großformatigen Wahltransparente. Beide sind abgewählt.
Hauchdünn mit zehn Stimmen Vorsprung gewann Schweigers Mitbewerber und zweiter Bürgermeister Dennis Diermeier von den Freien Wählern.
Viel deutlicher fiel die Niederlage von Landrat Martin Neumeyer aus. Allein in einer Landkreisgemeinde holte er mehr Stimmen als FW-Kandidat Christian Nerb. Und es war nicht Neumeyers Heimatstadt Abensberg. Es war Rohr mit 66,4 Prozent. In Abensberg holte er 43,8 Prozent.
Neumeyers letzte Amtszeit war nicht einfach
Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist! So mancher, der in der Öffentlichkeit steht, beherzigt diesen Spruch. Martin Neumeyer hat den richtigen Zeitpunkt verpasst. Er wurde am Sonntag abgewählt. Und so was von deutlich! Die letzten sechs Jahre seiner Amtszeit waren aber auch nicht einfach. Zuerst Corona, dann das immer deutlicher werdende Dilemma mit den Krankenhäusern. Wer Martin Neumeyer nicht nur als Politiker kennt, sondern auch als Mensch, weiß, dass ihm das nahe ging!
Gleichwohl: Wie muss es um die personelle Ausstattung einer Partei bestellt sein, die einen 71-Jährigen erneut ins Rennen um das wichtigste politische Amt im Landkreis schickt? Er hätte mit Würde abtreten, einfach seinen Ruhestand genießen können - ganz ohne Wahlniederlage.
Jetzt aber muss ein Freier Wähler-Landrat Christian Nerb beweisen, dass er die Erwartungen, die er im Wahlkampf in den Menschen vor allem im Landkreis-Süden geweckt hat, zu erfüllen versteht.