„Ich bin überwältigt“: Dietmar Zeller wird Berchings neuer Bürgermeister

Mit 72 Prozent setzt sich der Kandidat der Bürgerliste Berching gegen Peter Hollweck (CSU) durch. Während den einen das deutliche Ergebnis überrascht, habe der andere damit gerechnet. Zeller spricht von einer Sensation – und blickt zugleich auf die Herkulesaufgabe voraus.
Dietmar Zeller konnte es am Sonntagabend gegen 19.30 Uhr noch gar nicht richtig fassen. Kurz nachdem klar war, dass der Kandidat der Bürgerliste die Stichwahl gegen Peter Hollweck (CSU) klar gewonnen hat, sprach Zeller von einer Sensation. Gleichzeitig blickte er selbst im Siegestaumel voraus auf die bevorstehenden Aufgaben in Berching: „Das wird eine Herkulesaufgabe.“
Mit 72,2 Prozent setzt sich der Pollantener gegen den Deininger durch. Hollweck erreichte laut vorläufigem Wahlergebnis nur 27,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,8 Prozent. „In dieser Deutlichkeit hat mich das Ergebnis schon etwas überrascht“, sagte Zeller. „Aber mich macht es natürlich stolz, dass wir das mit unserer Bürgerliste so gerockt haben.“ Erst Anfang 2025 hatte sich die neue unabhängige Gruppierung gegründet. Auf Anhieb sichert sich die Bürgerliste nun das Amt des Bürgermeisters.
Bürgerliste feierte Sieg im Dorfhaus Sollngriesbach
„Ich bin überwältigt“, sagte Zeller. Realisiert hatte er das kurz nach dem Sieg noch nicht. „Ich muss das erst noch verarbeiten, dass das so deutlich ausgefallen ist“, sagte Zeller, der mit seinen Unterstützern der Bürgerliste in der Kulturhalle die Ergebnisse verfolgt hatte. Danach ging es noch weiter zur Wahlparty in das Dorfhaus Sollngriesbach. „Da wird sicher das ein oder andere Gläschen getrunken“, sagte Zeller.
Hollweck zeigte sich als fairer Verlierer. Nachdem das Ergebnis feststand, reihte sich der CSU-Kandidat in den Reigen der Gratulanten ein, schüttelte Zeller die Hand und wünschte ihm viel Kraft für seine neue Aufgabe ab Mai. Danach sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung, dass er mit so einem deutlichen Ergebnis gerechnet habe. Bereits vor 14 Tagen habe er nach dem ersten Wahlgang eine Stimmung wahrgenommen, dass die Berchinger dieses Mal einen Einheimischen als neuen Bürgermeister wollen.
Vielleicht war ich auch der falsche Kandidat.Peter Hollweck
Hat das den Ausschlag gegeben? „Vielleicht war ich auch der falsche Kandidat. Das kann auch sein“, sagte Hollweck. Für ihn sei das Ergebnis okay. „Ich bin damit wirklich fein. Ich kann die Berchinger verstehen“, sagte Hollweck. Nachdem die vergangenen CSU-Bürgermeister – Löhner, Eineder, Eisenreich – keine Berchinger sind, sei der Ruf nach einem Einheimischen gerechtfertigt gewesen, sagte Hollweck, der in Deining wohnt.

Dennoch will Hollweck nach eigenen Angaben in den nächsten sechs Jahren in Berching mitreden. Denn er kündigte am Sonntag an, sein Stadtratsmandat anzunehmen. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir mit Dietmar und der Bürgerliste zusammenarbeiten.“ Das Klein-Klein müsse in Berching ein Ende haben. „Die Bürger erwarten, dass endlich etwas gemacht wird und es vorwärts geht“, sagte Hollweck.
Stadtrat: Peter Hollweck will sein Mandat annehmen
Denn die bevorstehenden Aufgaben, unter anderem der Neubau der Grund- und Mittelschule, seien gewaltig. „Für diese Herausforderungen wünsche ich Dietmar Kraft“, sagte Hollweck, der im Stadtrat dann auch auf Nachrückerin Evi Wittl treffen wird. Nachdem der in den Stadtrat gewählte Zeller Bürgermeister wird, darf die Bürgerliste diesen Platz auffüllen. Wittl ist laut Ergebnis der Stadtratswahl am 8. März erste Nachrückerin.
Evi Wittl von der Bürgerliste rückt in Stadtrat nach
„Das freut mich für Evi“, sagte Zeller. „Sie hat einen guten Wahlkampf abgeliefert, sie ist eine starke, tolle Frau mit guter beruflicher Bildung. Sie hat das verdient“, sagte Zeller. Er sei sich sicher, dass sie dem Stadtrat guttun werde.
Um optimal für die Stadtratssitzungen und seine weiteren Tätigkeiten ab Mai gerüstet zu sein, will sich Zeller in den Wochen bis zur Amtsübergabe Anfang Mai nach der Feier von Bürgermeister Ludwig Eisenreich einarbeiten lassen.