Zehn Stimmen Unterschied machen Dennis Diermeier (FW) zum neuen Bürgermeister

Es war ein Wahlkrimi, den die Bürgerinnen und Bürger am Sonntagabend erlebten. Die Führung bei der Stimmenauszählung wechselte immer wieder. Mal lag Schweiger vorn, mal Diermeier. Nach 27 von 29 ausgezählten Stimmbezirken lag der Amtsinhaber noch vorn.
Die Spannung im Gasthof Frischeisen, wo sich die Freien Wähler mit ihren Spitzenkandidaten für das Bürgermeisteramt und das Landratsamt versammelt hatten, war nicht zu überbieten. Die Parteifreunde Diermeiers wagten in den letzten Minuten der Stimmenauszählung nicht mehr zu reden. Jeder wartete auf die Zahlen des 29. Stimmbezirks. Dann, kurz vor 19 Uhr, brandete Jubel auf. Dennis Diermeier und seine Frau lagen sich in den Armen, jeder wollte ihm gratulieren. FW-Mitglieder stimmten „So sehen Sieger aus“ an. Orangefarbene T-Shirts mit demselben Motto wurden verteilt. Kelheims Freie Wähler waren glücklich. Ihr Kandidat ist neuer Erster Bürgermeister.

Auch Dennis Diermeier war überwältigt. Er musste kurz innehalten. Dann sagte er: „Ein Traum, ein Traum. Jetzt beginnt die Arbeit.“ Auch Christian Nerb, der künftige Landrat, der ebenfalls im Gasthof Frischeisen war, freute sich.
Altlandrat Dr. Hubert Faltermeier lobte: „Das ist ein tolles Ergebnis. Es ist ein Ergebnis harter Arbeit. Ich bin überzeugt, es wird eine gute Zeit für die Stadt und den Landkreis.“ Fritz Mathes, einst selbst Erster Bürgermeister, bekannte: „Ich bin überwältigt.“

Christian Schweiger (CSU), der zum Ende der Stimmenauszählung ins Rathaus gekommen war, gratulierte dem Sieger und stellte klar, dass er trotz des sehr knappen Wahlausgangs keine Zweifel an der Auszählung habe. Schweiger betonte: „Ich bin immer fair gewesen, ich verhalte mich auch jetzt fair.“ Weiter sagte er: „Ich freue mich, dass ich für meine Heimatstadt viel bewegen konnte. Ich hätte diese gute Arbeit gern weitergeführt.“ Am Wahlabend gehe es aber nur um das Ergebnis.
Der Wahlkampf ist beendet. Er war nicht nur aufgrund der Stichwahl ein besonderer Wahlkampf. Es standen sich der Amtsinhaber und sein Stellvertreter gegenüber. Gemeinsam waren sie im Wahlkampf 2020 eine Art Zweckgemeinschaft eingegangen mit dem Ziel, Horst Hartmann (SPD) im Rathaus abzulösen. Doch nach diesem Erfolg war das Verhältnis zwischen Schweiger und Diermeier abgekühlt. Wird es nun eine umgekehrte „Arbeitsteilung“ geben und Christian Schweiger künftig Stellvertreter von Dennis Diermeier? „Das wird im Stadtrat geklärt“, sagt Christian Schweiger.
