Schule für Haushaltsführung und Ernährung in Abensberg öffnete Türen für Besucher - Was geboten war

Von Sophie Knorr · 17. März 2026 um 05:00

Von Nähkurs bis Kresse sähen - Beim Tag der offenen Tür an der Schule für Haushaltsführung und Ernährung in Abensberg war Einiges geboten. Zahlreiche Besucher blickten hinter die Kulissen des Schulalltags. Die MZ war vor Ort und hat mit den Studierenden und Besuchern gesprochen.

Wie man mit einer Zahnbürste und selbst hergestelltem Putzmittel dreckige Sneaker wieder strahlend weiß bekommt, verrieten Studierende beim Tag der offenen Tür an der Schule für Haushaltsführung und Ernährung in Abensberg. Neben Führungen durch die Unterrichtsräume und dem Schulgarten zeigten die Absolventen und Lehrkräfte Tipps und Tricks aus den verschiedenen Unterrichtsfächern.

Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, Einblicke in Unterrichtsinhalte zu erhalten, sich über die Ausbildung zu informieren oder sich mit Lehrern und Schülern auszutauschen. Viele der Gäste verbanden den Besuch mit einem sonntäglichen Kaffeetrinken. Das Kuchenbuffet mit selbst gebackenen Leckereien leerte sich ziemlich schnell.

Josef Mages gibt eine Führung durch den Schulgarten. - Foto: Sophie Knorr

„Die Veranstaltung ist ein Höhepunkt des Semesters, bevor im April die Abschlussprüfungen anstehen“, erklärte Schulleiterin Beate Peter. Dann endet für die derzeitigen 19 Schüler die 20-monatige Ausbildung zur Fachkraft für Ernährung und Hauswirtschaft in Teilzeit. Immer dienstags findet der Unterricht in Theorie und Praxis statt. Beim Studium handelt es sich jedoch nicht um eine staatlich anerkannte Ausbildung. Nach dem Abschluss besteht aber die Möglichkeit, die IHK-Prüfung zur Hauswirtschafterin oder zum Hauswirtschafter abzulegen.

Gemeinsames Ziel: Neues fürs Leben lernen

Die Studierenden im Alter zwischen 22 und 65 kommen meist aus anderen Berufen - wurden durch Familienangehörige und Bekannte zu der Weiterbildung angespornt. Ein Beweggrund verbindet sie aber nahezu alle: Sie wollen mit dem Studiengang etwas fürs Leben lernen.

„Auch wenn man schon 40 Jahre einen Haushalt führt, lernt man hier so viel Neues dazu“, ist die 65-jährige Monika Schaible sicher. Sie besucht die Schule zusammen mit ihrer Tochter. Weil sie gerne lerne und nun die Zeit habe, entschied sie sich im Rentenalter für die Weiterbildung. „Ich finde, nach der Schule sollte eine solche Ausbildung verpflichtend sein, um alles Wichtige für das Erwachsenenleben mitzubekommen“, sagt sie. Unter anderem lerne man im Modul „Finanzmanagement“ ein Haushaltsbuch zu führen und erhalte Tipps zum Sparen.

Freddy Masson zeigt den Besuchern, wie man nachhaltig Kresse anpflanzt. - Foto: Sophie Knorr

Auch das Thema Nachhaltigkeit sei Bestandteil in jedem Fach. Katharina Sixt aus Weltenburg zeigt in Nähraum, wie man Stoffosterhasen näht. Sie macht die Ausbildung in erster Linie, um ihren Vater pflegen zu können. „Ich habe hier aber so viel Neues für den Haushalt gelernt, das ich an meine Tochter weitergeben kann“, fügt sie hinzu. Sie ist eigentlich in der Autoindustrie tätig, würde nach dem Abschluss aber gerne als Dorfhelferin arbeiten.

Unter den Studierenden gibt es auch drei Männer. Einer von ihnen ist Freddy Masson aus Abensberg. Er zeigt beim Tag der offenen Tür, wie man nachhaltig, zum Beispiel in Medikamentenverpackungen, Kresse anpflanzt. Er ist Rentner und hat einen Garten in der Nähe. Um mehr über Pflanzen und die richtige Pflege zu lernen, hat er sich angemeldet. Am schwierigsten war für ihn der Nähkurs. „Ich freue mich aber auf jeden Dienstag. Die Truppe ist wirklich toll und die Ausbildung sehr vielfältig“, berichtet er begeistert.

In einem Punkt sind sich die Studierenden aber einig: Das Lernen hätten sie vorab unterschätzt. „Ich hätte nie gedacht, dass ich noch einmal so viel lernen muss und so viel Zeit dafür aufbringen“, schildert Kathrin Roithmeier.

Katharina Sixt näht mit den Besuchern für das Osterfest Osterhasen aus Stoff. - Foto: Sophie Knorr

Großes Interesse bei den Besuchern

Beeindruckt von der Vielfalt des Berufsbildes ist auch Besucherin Steffi Zinner aus Bad Gögging. Sie besucht ihre Schwester, die die Ausbildung macht. „Ich finde die Hauswirtschaft sehr wichtig. Hier sieht man, was man alles selbst aus einfachen Dingen herstellen kann, wenn man sich damit beschäftigt“, sagt sie. Die Anleitung zum Nähen fand sie sehr interessiert, sagt sie und präsentiert stolz ihren selbstgenähten Osterhasen.

Evi Jackermeier aus Abensberg wurde durch einen Infostand in der Realschule Abensberg auf die Veranstaltung aufmerksam. Sie möchte sich ein Bild machen, ob sie sich die Ausbildung nach der Schule vorstellen kann. Begleitet wird sie von ihrer 22-jährigen Schwester Pia. Sie macht ihren Master in Agrarwissenschaft und kann sich die Ausbildung irgendwann selbst vorstellen. „Das Wissen über Haushaltsführung ist in unserer Generation verloren gegangen. Hier kann man alles nachholen und bekommt auch noch Tipps zum Sparen“, stelltsie fest.