Nach gescheitertem Versuch im Januar: Merz bei Isar Aerospace eine Woche vor Start in Norwegen

Von Passauer Neue Presse · 13. März 2026 um 11:14

Am kommenden Donnerstag beginnt – nach einem gescheiterten Versuch im Januar – das nächste Zeitfenster für einen Start der Bayern-Rakete von Isar Aerospace in Nordnorwegen. Am Freitag hat das Unternehmen mit Wurzeln in Reischach (Landkreis Altötting) nun besondere Glücksbringer empfangen: Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kam im Zuge seines Norwegen-Besuchs mit dem norwegischen Amtskollegen, Premierminister Jonas Gahr Støre, vorbei.

Video ansehen

Mehr dazu: Diese sieben Fakten sollten Sie zur Spectrum-Rakete von Isar-Aerospace wissen

Wie das Unternehmen mitteilt, unterstrich der Besuch die strategische Bedeutung von Isar Aerospace für Europas Raumfahrtfähigkeiten und seine Sicherheit und industrielle Resilienz. Ebenfalls Teil der Delegation waren die norwegische Ministerin für Handel und Industrie Cecilie Myrseth und Verteidigungsminister Tore O. Sandvik sowie Bundesminister für Verteidigung Boris Pistorius und Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär.

Es gibt mittlerweile ein deutliches Bewusstsein dafür, dass der Weltraum eine zentrale Rolle für unsere Verteidigung spielt.Daniel Metzler

Daniel Metzler, Vorstandschef und Mitgründer von Isar Aerospace, sagte: „Es gibt mittlerweile ein deutliches Bewusstsein dafür, dass der Weltraum eine zentrale Rolle für unsere Verteidigung spielt. Die Herausforderung besteht jetzt darin, diesem Bewusstsein Taten folgen zu lassen. Dazu braucht es gezielte Investitionen und starke Partnerschaften. Der Besuch der Regierungsdelegationen aus Norwegen und Deutschland heute signalisiert die Entschlossenheit, Europas Souveränität im Weltraum zu sichern – indem wir sie hier aufbauen.“

Raketenbauern mit Wurzeln in Reischach

Die Delegation hat den firmeneigenen Startplatz von Isar Aerospace am Weltraumbahnhof Andøya Space besichtigt, von wo aus die Trägerrakete ‚Spectrum‘ startet. Der von Isar Aerospace eigens entwickelte und betriebene Startplatz spiegelt den hohen Grad an vertikaler Integration entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Unternehmens wider. Diese Strategie umfasst nicht nur die Konstruktion und Fertigung der Trägerraketen, sondern auch die Entwicklung und den Betrieb aller Test- und Startanlagen.Der Besuch verdeutlicht die vertiefte Partnerschaft beider Nationen und die Ambitionen Europas im Weltraum. Erst kürzlich hat Bundesverteidigungsminister Pistorius im Rahmen der Weltraumsicherheitsstrategie Investitionen in Höhe von 35 Milliarden Euro angekündigt. Diese sollen zum Aufbau souveräner Weltraumfähigkeiten eingesetzt werden und so die deutsche Verteidigung stärken. Norwegen hat die Bedeutung des Raumfahrt-Sektors frühzeitig erkannt und gemeinsam mit Isar Aerospace massiv in eigene Kapazitäten investiert: Der Startplatz in Andøya ist der erste orbitale Weltraumbahnhof in Kontinentaleuropa.

Isar Aerospace schließt derzeit die Vorbereitungen für seinen bevorstehenden Qualifikationsflug ab. Das Unternehmen dämpft allerdings Erwartungen, dass es gleich kommenden Donnerstag so weit sein wird: Das Startfenster für die Mission ‚Onward and Upward‘ soll sich „frühestens“ am 19. März öffnen. Diese Mission gilt als entscheidender Schritt, um die Systeme der ‚Spectrum‘-Trägerrakete unter operativen Bedingungen zu qualifizieren und den Zugang zum Weltraum für Europa, die NATO und ihre Partner zu stärken.