Iran-Krieg treibt Spritpreise: Diese Pendler-Landkreise sind besonders betroffen

Seit dem Beginn der militärischen Angriffe zwischen Israel, den USA und dem Iran sind die Ölpreise deutlich gestiegen. Konflikte im Nahen Osten gelten als besonders sensibel für den Energiemarkt, weil ein großer Teil der weltweiten Öltransporte durch die Region rund um den Persischen Golf verläuft. Die Auswirkungen wurden an deutschen Tankstellen deutlich spürbar: Benzin und Diesel haben sich vielerorts deutlich verteuert.
Gerade für Berufspendler ist das von Bedeutung. Viele Beschäftigte sind auf das Auto angewiesen, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Laut dem Statistischen Bundesamt nutzen rund zwei Drittel der Pendler in Deutschland für den Arbeitsweg das eigene Auto.
Was ein längerer Arbeitsweg mehr kosten kann
Wer täglich 90 Kilometer zur Arbeit fährt – also 45 Kilometer pro Strecke –, legt im Jahr bei 220 Arbeitstagen rund 20.000 Kilometer allein für den Arbeitsweg zurück. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von sieben Litern auf 100 Kilometer werden dafür knapp 1400 Liter Kraftstoff benötigt. Steigt der Preis pro Liter um 20 Cent, entstehen dadurch zusätzliche Kosten von rund 280 Euro im Jahr.
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Wie stark der Alltag vieler Beschäftigter im Verbreitungsgebiet der Mediengruppe Bayern vom Pendeln geprägt ist, zeigt ein Blick auf aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. In zahlreichen Landkreisen verlassen jeden Morgen zehntausende Menschen ihre Heimatgemeinden, um in anderen Städten oder Kreisen zu arbeiten.
Warum gerade ländliche Kreise stark betroffen sind
Besonders deutlich wird das im Landkreis Regensburg. Dort pendeln rund 59.020 Beschäftigte täglich aus dem Kreis aus, während etwa 25.250 Menschen von außen zur Arbeit in den Landkreis kommen. Ähnliches Bild im Landkreis Rosenheim: Hier verlassen der Statistik zufolge rund 49.030 Menschen für die Arbeit den Landkreis, 28.520 penden in den Landkreis Rosenheim ein.
Auch aus dem Landkreis Passau fahren viele Menschen zur Arbeit in andere Regionen: Hier stehen 34.790 Auspendlern rund 16.710 Einpendler gegenüber. Ähnliche Muster zeigen sich auch in weiteren Landkreisen. Im Landkreis Eichstätt pendeln rund 36.910 Menschen täglich aus, im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm sind es etwa 36.560. Auch im Landkreis Aichach-Friedberg verlassen rund 37.770 Beschäftigte den Kreis zur Arbeit. Die Zahlen basieren auf Daten sozialversicherungspflichtig Beschäftigter.
Ein Grund dafür liegt in der Struktur vieler Landkreise: Sie sind stark von kleineren Städten und ländlichen Gemeinden geprägt, während größere Arbeitgeber häufig in nahegelegenen Oberzentren sitzen. Für viele Beschäftigte bedeutet das tägliche Fahrten zwischen Wohnort und Arbeitsplatz.
Städte ziehen Arbeitskräfte an
Dass sich Arbeitsplätze in der Region auf einige wenige Zentren konzentrieren, zeigt vor allem der Blick auf die größeren Städte. In die Stadt Regensburg pendeln täglich rund 84.320 Menschen zur Arbeit ein, während etwa 22.850 Beschäftigte die Stadt zum Arbeiten verlassen. Regensburg gehört damit zu den wichtigsten Wirtschaftsstandorten in Ostbayern. Neben Industrieunternehmen und zahlreichen mittelständischen Betrieben spielen dort auch Hochschulen, Universitäten und große Dienstleister eine wichtige Rolle.
Darüber hinaus ist Ingolstadt ein bedeutendes Pendlerziel. In die Stadt kommen täglich rund 61.470 Einpendler, während etwa 25.130 Menschen von dort aus in andere Regionen fahren. Die starke Rolle als Arbeitszentrum hängt vor allem mit großen Industriebetrieben und deren Zulieferern zusammen. In der Stadt Passau pendeln rund 27.810 Menschen zur Arbeit ein, während etwa 7480 Beschäftigte aus der Stadt auspendeln. Auch dort sorgen Universität, Verwaltungen und Unternehmen für viele Arbeitsplätze. Auffällig ist noch das Pendlerverhältnis in der Region Rosenheim: Der Landkreis Rosenheim hat mehr Einpendler (28.520) als die Stadt (24.470).
Wem steigende Spritpreise besonders weh tun
Besonders anfällig für steigende Kraftstoffpreise dürften deshalb jene Kreise sein, aus denen besonders viele Menschen täglich zur Arbeit auspendeln und die zugleich eher ländlich geprägt sind. Dazu zählen im Verbreitungsgebiet der Mediengruppe Bayern vor allem die Landkreise Regensburg, Passau, Eichstätt, Pfaffenhofen an der Ilm und Aichach-Friedberg. Dort gehört der Weg zur Arbeit für viele Beschäftigte fest zum Alltag – meist mit dem eigenen Auto.
In den größeren Städten der Region zeigt sich dagegen ein anderes Bild: Sie ziehen Arbeitskräfte an, statt sie in großer Zahl in andere Regionen zu schicken. Wenn internationale Krisen die Energiepreise nach oben treiben, macht sich das deshalb vor allem in den klassischen Auspendler-Landkreisen bemerkbar.