Cannabis-Boom in Regensburg: Hanf-Shop vergrößert sich deutlich

Seit zwei Jahren ist Cannabis in Deutschland legal – das führt auch in Regensburg zu einem Ansturm auf den Laden von Hanf.com in der Viereimergasse. Deshalb zieht er jetzt um und vergrößert sich damit deutlich.
Das Geschäft ist ab dem kommenden Freitag ein Eck weiter in der Fröhliche-Türken-Straße zu finden. Auf der Fläche war zuvor der Hörgeräteladen Kind. Die Suche nach einem neuen Standort habe sich durchaus schwierig gestaltet, sagt Marcus Roith. Er leitet die Filiale von Hanf.com in Regensburg. Teilweise würden horrende Mieten verlangt. Mehr oder minder durch Zufall sei man auf die Fläche direkt um die Ecke gestoßen. Auch wenn der neue Laden nur ein paar Meter weiter liegt, sei die Lage besser. „Die Leute, die vom Bahnhof kommen, laufen jetzt direkt an uns vorbei.“ Zur Eröffnung soll es besondere Angebote geben, kündigt Roith an.
Cannabis-Boom in Regensburg weckt Erinnerungen an früher
Das Unternehmen zieht nicht nur in Regensburg um. In Mühldorf am Inn und in Straubing werden neue Filialen eröffnet. Das Geschäft mit dem Hanf läuft. Das bestätigt auch Roith. Momentan habe sein Laden eine Fläche von 36 Quadratmetern, ums Eck sind es 122 Quadratmeter. „Es funktioniert.“ Durch die Entkriminalisierung sei Cannabis in der Gesellschaft angekommen. Häufig kämen auch ältere Semester und wollten Hanf-Bedarf kaufen, sagt Roith. „Die kennen das noch aus der Zeit vor der Stigmatisierung.“ Schon 2021, als es um CBD einen Hype gab, sei das ähnlich gewesen. CBD (Cannabidiol) ist ein nicht-psychoaktiver Wirkstoff aus Cannabis sativa, der entspannend, entzündungshemmend und angstlindernd wirken kann, ohne einen Rausch wie THC zu verursachen. Ein Kunde ordere beispielsweise regelmäßig CBD-Kapseln, um sein Parkinson etwas zu lindern. Bei manchen würden auch Erinnerungen an die 70er wach, erzählt Roith.
Gesetzlich ist es so: Cannabis selbst darf nicht verkauft werden. Material, also etwa Samen, mit denen man die Pflanze anbauen kann, schon. Drei Stück darf jeder am Erstwohnsitz in Deutschland daheim haben, erklärt Roith. Neben seinem Geschäft gibt es noch einige weitere Hanf-Läden in Regensburg
Die Gesetzeslage führe zu vielen Fragen, sagt Roith. Der Normalfall sei inzwischen, dass ein Kunde in den Laden komme, der etwas anbauen möchte. Damit sei allerdings eine gewisse Beratung verbunden. „Ganz viele kommen auch rein und denken, sie können THC-haltiges Gras kaufen. Das funktioniert natürlich nicht. Wenn das der Fall wäre, wäre wahrscheinlich noch ein bisschen mehr los.“